DJ MÄRKTE EUROPA/Berichtssaison setzt Akzente - Notenbanken schauen zu
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Minus geschlossen. Zunächst lieferten am Morgen eine Reihe von Unternehmen mit Geschäftsberichten Impulse, dann bestätigten am Mittag die Bank of England sowie die Europäische Zentralbank, wie erwartet, den Leitzins. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 24.491 Punkte. Mit einem Abschlag von 6,5 Prozent stellten Rheinmetall den Tagesverlierer im DAX. Der Rüstungskonzern hatte einen sogenannten Pre-Close-Call abgehalten. Wie Berenberg anmerkte, wurde für das laufende Jahr ein Umsatz von 13,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Dieser liege rund 12 Prozent unter der Marktschätzung.
Der Euro-Stoxx-50 beendete den Tag 0,7 Prozent tiefer bei 5.926 Punkten. An den Anleihemärkten ging es leicht nach oben, am Devisenmarkt notierte der Euro mit rund 1,18 Dollar kaum verändert. Ein Blick auf die zuletzt sehr volatilen Edelmetalle zeigte, dass Silber schon wieder 16 Prozent tiefer umgesetzt wurde. Gold handelte dagegen 2,5 Prozent im Minus.
EZB lässt Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert
Keine Veränderungen der Leitzinsen, keine Veränderung in der Kommunikation - dies war die Botschaft der EZB. Diese Politik der ruhigen Hand kann laut Ulrike Kastens, Senior Economist bei der DWS, auch in den kommenden Monaten fortgesetzt werden. Trotz globaler Herausforderungen scheine sich die Wirtschaft in der Eurozone zu beleben, wie auch die Daten zum BIP-Wachstum zeigten. Gleichzeitig hätten die Inflationsrisiken abgenommen. Vor diesem Hintergrund sei die EZB weiterhin gut positioniert.
Berichtssaison im Fokus
Ansonsten setzte die Berichtssaison Akzente. Aus dem Bankensektor legten BBVA sowie BNP Paribas Geschäftszahlen vor, der Branchenindex notierte deutliche 3,3 Prozent im Minus. BNP Paribas (+1,1%) habe positiv überrascht, der Gewinn im vierten Quartal habe 5 Prozent über dem Konsens gelegen, gestützt durch bessere Erträge und eine bessere Risikovorsorge, so die Jefferies-Analysten. BBVA stürzten dagegen um 8,8 Prozent ab. Die Geschäftszahlen entsprachen zwar den Erwartungen. Der Gewinn vor Risikovorsorge habe dank der guten Entwicklung in Spanien und Mexiko die Konsensschätzungen übertroffen. Die Zahlen für die Türkei und Südamerika hätten die Schätzungen aber verfehlt, merkten Marktakteure an.
Die Aktie von Vestas Wind Systems fiel um 8,7 Prozent, nachdem der dänische Windturbinenhersteller einen durchwachsenen Geschäftsbericht für das vierte Quartal vorgelegt hatte. Das Unternehmen meldete für das Schlussquartal ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 580 Millionen Euro. Damit verfehlte es die von Analysten in einem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens erwarteten 597 Millionen Euro. Für den Wettbewerber Nordex ging es um 2,6 Prozent nach unten.
Nach durchwachsenen Kennziffern gaben Siemens Healthineers 0,5 Prozent nach. Der Umsatz liege im ersten Quartal einen Tick unter den Konsensschätzungen, das adjustierte EBIT über der Erwartung, hieß es.
Als sehr vernünftig werteten Händler den sofortigen Beginn des Aktienrückkaufs bei SAP. Das Programm von bis zu 10 Milliarden Euro bis Ende nächsten Jahres soll bereits am Donnerstag beginnen. "Angesichts des US-Einbruchs bei Software-Aktien ist das richtig und zeigt Zuversicht", sagt ein Händler. Bis Ende Juli soll nun eine erste Tranche über 2,6 Milliarden Euro über die Börse gekauft werden. SAP gewannen 2 Prozent.
Volvo Car brechen ein
Die von Volvo Car (-23,6%) im vierten Quartal verfehlten Umsatz- und Gewinnziele bedeuteten, dass die Konsensschätzungen für 2026 um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden könnten, urteilte UBS-Analyst David Lesne. Die Senkungen könnten sogar noch deutlicher ausfallen. Der Sektor der Automobilhersteller gehörte mit minus 2,7 Prozent zu den Verlierern - VW (-3,7%), BMW (-2,3%) wie auch Mercedes-Benz (-3,2%) wurden gleich mitverkauft.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* Euro-Stoxx-50 5.925,70 -0,7% +3,1% Stoxx-50 5.071,44 -0,8% +4,0% Stoxx-600 611,65 -1,0% +4,4% XETRA-DAX 24.491,06 -0,5% +0,5% CAC-40 Paris 8.238,17 -0,3% +1,4% AEX Amsterdam 985,14 -0,5% +4,1% ATHEX-20 Athen 6.044,38 -1,8% +15,0% BEL-20 Brüssel 5.525,05 -0,4% +9,2% BUX Budapest 129.819,11 -2,6% +20,1% OMXH-25 Helsinki 5.905,56 -1,3% +4,1% OMXC-20 Kopenhagen 1.553,59 -3,9% +0,6% PSI 20 Lissabon 8.779,01 -1,2% +7,5% IBEX-35 Madrid 17.746,30 -2,0% +4,6% FTSE-MIB Mailand 45.819,57 -1,8% +3,3% OBX Oslo 1.694,55 +0,2% +5,8% PX Prag 2.775,94 -1,0% +4,4% OMXS-30 Stockholm 3.084,30 -1,1% +8,1% WIG-20 Warschau 3.370,89 -2,5% +8,6% ATX Wien 5.637,04 -1,9% +7,9% SMI Zürich 13.466,04 -0,3% +1,8% *bezogen auf Vortagesschluss DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 17:59 Uhr % YTD EUR/USD 1,1801 -0,0% 1,1807 1,1802 +0,5% EUR/JPY 185,16 -0,0% 185,18 184,85 +0,5% EUR/CHF 0,9173 +0,0% 0,9171 0,9168 -1,4% EUR/GBP 0,8713 +0,7% 0,8648 0,8642 -0,9% USD/JPY 156,90 +0,0% 156,83 156,62 +0,0% GBP/USD 1,3545 -0,8% 1,3652 1,3657 +1,3% USD/CNY 6,9530 -0,1% 6,9590 6,9593 -1,0% USD/CNH 6,9345 -0,1% 6,9416 6,9416 -0,6% AUS/USD 0,6968 -0,4% 0,6998 0,6993 +4,9% Bitcoin/USD 67.826,25 -6,3% 72.362,70 73.455,85 -18,6% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 63,41 65,14 -2,7% -1,73 +11,8% Brent/ICE 67,64 69,46 -2,6% -1,82 +12,6% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.879,55 4.964,20 -1,7% -84,66 +14,9% Silber 76,70 88,37 -13,2% -11,67 +23,7% Platin 1.749,80 1.896,97 -7,8% -147,17 +8,2% Kupfer 5,82 5,85 -0,5% -0,03 +2,4% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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