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In den vergangenen Tagen herrschte bei Software-Aktien die blanke KI-Panik. Wie ungerechtfertigt diese sein kann, zeigt nun das Beispiel Fortinet.
Software-Aktien im Ausverkauf - Fortinet stemmt sich dagegen
Gegenüber Software- und Cloud-Dienstleistern hat sich in den vergangenen Tagen ein bemerkenswerter Sinneswandel unter Investoren vollzogen: Künstliche Intelligenz wird nun nicht mehr als Rücken-, sondern als Gegenwind bewertet.
Die Veröffentlichung neuer, leistungsfähiger KI-Modelle ließ die Befürchtung wachwerden, dass aktuelle Anbieter durch von KI-Agenten programmierte Software ersetzt werden könnten, die gleichzeitig noch besser auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer zugeschnitten sind.
Aktien wie Adobe, Microsoft, ServiceNow und SAP fallen aktuell wie Steine. Inzwischen ist die Dimension des Ausverkaufs in der Branche so groß wie seit 2009, dem Jahr der großen Finanzkrise nicht. Bei dem ein oder anderen Wert dürfte das jedoch auch für eine Einstiegschance sorgen. Dazu könnte als Anbieter von Sicherheitslösungen Fortinet gehören, wie das am Donnerstagabend vorgelegte Quartalsergebnis gezeigt hat.
Umsatz und Gewinn legen weiter zu, Nettomarge beeindruckend
Der Spezialist für Endpunkt-Verschlüsselung konnte seine Erlöse im Vorjahresvergleich um 15,1 Prozent auf 1,91 Milliarden US-Dollar steigern. Damit wurden die Erwartungen um 50 Millionen US-Dollar übertroffen. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 0,81 US-Dollar um 7 Cent über den Schätzungen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurde hier ein Anstieg um 9,5 Prozent erzielt.
Insgesamt erwirtschaftete Fortinet einen Nettogewinn in Höhe von 506,0 Millionen US-Dollar. Der fiel aufgrund höherer Kosten für Forschung und Entwicklung, Marketing und Steuerrückstellungen zwar etwas niedriger aus als vor 12 Monaten (526,2 Millionen US-Dollar). Angesichts einer Nettomarge von 26,5 Prozent unterstrich der Konzern aber erneut seine Ertragskraft und die Position als Margenführer im Bereich von Sicherheitslösungen.
Prognose genügt den Ansprüchen, weiteres Wachstum in Sicht
Für 2026 stellte Fortinet Erlöse von 7,5 bis 7,7 Milliarden US-Dollar in Aussicht, womit die Schätzung über 7,51 Milliarden US-Dollar übertroffen werden konnte. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll zwischen 2,94 und 3,00 US-Dollar liegen, was den Ansprüchen der Analystinnen und Analysten (2,94 US-Dollar) genügte.
Auch die Buchungsprognose fiel mit 8,4 bis 8,6 Milliarden US-Dollar stark aus. Die Bruttomarge soll mit 79 bis 81 Prozent auf einem unverändert hohen Niveau verharren (2025: 80,5 Prozent).

Anleger zufrieden, Aktie beflügelt
In der US-Nachbörse zeigten sich Anlegerinnen und Anleger hochzufrieden über das Abschneiden von Fortinet sowie den Ausblick auf 2026. Die Aktie legte in einer ersten Reaktion um rund 10 Prozent zu. Die Gewinne konnten in dieser Höhe zwar nicht gehalten werden, am Freitag steht jedoch ein Plus von 4 Prozent und ein Kurs deutlich über 80 US-Dollar zu Buche. Das kommt charttechnisch zu einem kritischen Zeitpunkt.
In den vergangenen Tagen sind sowohl die 50-Tage-Linie als auch der Support bei 80 US-Dollar stark unter Druck geraten. Ein Unterschreiten hätte zum Test der Unterstützung bei etwa 75 US-Dollar geführt. Dieses Szenario dürfte nun verhindert und damit der Weg in Richtung 90 US-Dollar geöffnet sein. Hier verläuft neben einem Horizontalwiderstand auch die 200-Tage-Linie. Sollte auch diese Überschritten werden, könnte der seit letztem Jahr anhaltende Abwärtstrend attackiert werden.
Rückenwind für eine Erholung liefern die technischen Indikatoren, die sich trotz der monatelangen Seitwärtsbewegung der Aktie in moderaten Aufwärtstrends bewegen. Damit liegen bullishe Divergenzen vor. Der knapp oberhalb der Nulllinie liegende MACD zeigt außerdem bereits einen (kurzfristigen) Aufwärtstrend an.
Fazit: Attraktive Bewertung sorgt für Aufwärtspotenzial
Mit Blick auf die Bewertung steht auf Basis der managementeigenen Gewinnschätzung für 2026 ein KGVe von 27,3 zu Buche. Das liegt deutlich unter dem 5-Jahres-Mittel von 48,0. Auch gegenüber Mitbewerbern wie CrowdStrike (101,5) und Palo Alto Networks (40,2) bietet Fortinet erhebliche Bewertungsvorteile. Außerdem ist das Unternehmen eine Cash-Maschine: Im vergangenen Jahr wurde ein freier Cashflow von 2,21 Milliarden US-Dollar erzielt. Damit kann der schuldenfreie Konzern (Nettovermögen >2 Mrd. US-Dollar) immer wieder eigene Aktien zurückkaufen.
Angesichts der im Branchenvergleich moderaten Bewertung sowie der soliden Unternehmensfinanzen räumen auch Wall-Street-Expertinnen und -Experten der Aktie weiteres Aufwärtspotenzial ein. Das Kursziel liegt im Mittel bei 87,70 US-Dollar und damit um 11,1 Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag. Angesichts der guten Buchungsprognose dürften die Kursziele jedoch schon bald angehoben werden, was der Aktie weiteren Rückenwind verleihen könnte.
So lassen sich jetzt sogar bis zu +111,5 Prozent rausholen
Damit liegen gute Voraussetzungen für eine kurz- und mittelfristige Kurserholung vor. Mit dem Discount-Optionsschein MN07Y5 lassen sich bei überschaubarem Risiko besonders hohe Erholungsgewinne erzielen: MN07Y5 bietet einen maximalen Auszahlungsbetrag von 8,48 Euro (+111,5 Prozent), wenn Fortinet bis zum Laufzeitende im September an oder über die Kappungsgrenze (Cap) bei 92,50 US-Dollar klettert.
Für Kurse zwischen dem Basispreis von 82,50 US-Dollar und dem Cap bietet MN07Y5 eine anteilige Auszahlung, die für einige beispielhafte Fälle wie folgt lautet:

Doch Vorsicht: Sollte die Aktie zum Laufzeitende unter 82,50 US-Dollar notieren, verfällt MN07Y5 wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr! Daher sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn Fortinet nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) unter die bei 75 US-Dollar verlaufende Unterstützung fällt.
Gastautor: Max Gross
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