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Seyit Binbir
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Corporate Business Influencer werden zu Recruiter und verändern den Arbeitsmarkt

Magdalena Miedl, Corporate Business Influencerin und Recruiting-Expertin, erklärt, warum Corporate Business Influencer keine Marketingmaßnahme, sondern ein strategischer Hebel für Recruiting und Employer Branding sind.

Frau Miedl, Sie sagen: "Corporate Business Influencer sind die neuen Recruiter - ob Unternehmen das wollen oder nicht." Was meinen Sie damit konkret?

Ich erlebe im Recruiting immer wieder, dass Menschen nicht wegen einer Stellenanzeige ins Gespräch kommen, sondern wegen eines Posts, eines Kommentars oder einer Haltung auf Social Media. Corporate Business Influencer geben Einblicke, schaffen Nähe und beantworten Fragen, die Bewerber sich oft gar nicht trauen zu stellen. Corporate Business Influencer prägen das Arbeitgeberbild stärker als jede Kampagne und übernehmen somit faktisch eine Recruiting-Funktion, die sehr menschlich und wirksam ist.

Warum gewinnen heute nicht mehr die Unternehmen mit den besten Stellenanzeigen, sondern die mit den sichtbarsten Menschen?

Weil Talente heute sehr fein unterscheiden, was ein Versprechen ist - und was gelebte Realität. Arbeitgeberversprechen in Stellenanzeigen klingen oft gut, aber sie sind abstrakt. Menschen glauben heute weniger Worten und mehr Menschen. Wenn ich auf LinkedIn jemanden sehe, der ehrlich aus seinem Arbeitsalltag teilt, nicht alles beschönigt, sondern auch Zwischentöne zulässt, entsteht Vertrauen. Und automatisch denke ich: Wenn jemand so spricht, dann scheint es ihm dort wirklich zu gefallen. Business Influencer verkaufen nicht, sie zeigen. Das macht neugierig. Genau deshalb gewinnen heute Unternehmen mit sichtbaren Mitarbeitenden. Diese Sichtbarkeit wirkt wie ein stiller, aber unglaublich wirksamer Recruiting-Kanal - weil er Nähe schafft, lange bevor eine Bewerbung entsteht.

Viele Unternehmen starten Corporate-Influencer-Programme. Warum scheitern so viele davon gerade im Recruiting?

Als Business-Influencerin weiß ich: Wirkung entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen in die Menschen. Erfolgreiche Corporate Influencer sprechen nicht für das Unternehmen, sie sprechen aus dem Unternehmen heraus. Viele Business-Influencer-Programme haben Leitfäden und Freigaben sowie die Idee, dass Mitarbeitende nur positiv über die Firma sprechen sollen. Meines Erachtens sind es genau diese Inszenierungen, die dann scheitern. Das, was zieht, ist Echtheit und Authentizität. Und genau das fehlt vielen Programmen - besonders im Recruiting.

Welche Rolle spielen Corporate Business Influencer konkret im Recruiting - und warum können klassische HR-Prozesse das nicht leisten?

Als Human-Resource-Expertin sehe ich sehr klar: Corporate Business Influencer übernehmen im Recruiting eine Rolle, die klassische HR-Prozesse gar nicht leisten können. HR-Prozesse sind wichtig - sie sorgen für Struktur, Fairness und Vergleichbarkeit. Aber sie beantworten nicht die entscheidenden Fragen von Talenten: Wie fühlt es sich denn an, hier zu arbeiten? Wie sprechen Menschen in dieser Firma miteinander? Welche Haltung wird wirklich gelebt? Genau hier kommen Corporate Business Influencer ins Spiel. Sie machen Kultur erlebbar, nicht erklärbar.

Wie wird sich Recruiting in den nächsten fünf Jahren verändern, wenn Unternehmen Corporate Business Influencer strategisch einsetzen - oder eben nicht?

Unternehmen, die Corporate Business Influencer strategisch einsetzen, werden im Recruiting langfristig einen klaren Vorteil haben. Sie bauen ehrliches Vertrauen auf und machen ihre Unternehmenskultur sichtbar - nicht behauptet, sondern erlebbar. Dadurch ziehen sie von Anfang an Talente an, die realistische Erwartungen haben und wirklich zur Kultur passen. Genau das reduziert Fehlbesetzungen und sorgt für mehr Nachhaltigkeit und Passungsorientierung im Recruiting - ein enormer Gewinn für jedes Unternehmen.

Unternehmen, die diese Entwicklung ignorieren, werden es dagegen zunehmend schwerer haben. Sie müssen mehr Reichweite einkaufen, mehr erklären, mehr korrigieren - und erleben häufiger Fehlbesetzungen. Am Ende ist die entscheidende Frage nicht, ob Recruiting persönlicher wird, sondern welche Unternehmen bereit sind, diese Persönlichkeit auch zuzulassen.

Erfahren Sie mehr über Business-Influencerin Magdalena Miedl: https://talent-sourcing.com/

Enthaltene Werte: DE0009653XXX

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