Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Popularität des linksgerichteten kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro und seiner Regierung ist kurz vor den Parlamentswahlen im März und den Präsidentschaftswahlen im Mai sehr niedrig, so die Analysten der DekaBank.Um einen Popularitätsschub zu erzielen, habe er kurz vor Jahresende eine überraschend starke Mindestlohnanhebung um 23% angekündigt. Monate zuvor habe er zum wiederholten Mal das "fiskalische Verantwortungsgesetz" ausgesetzt, um eine Erhöhung der Staatsausgaben zu ermöglichen. Diese fiskalische Lockerung und die Anhebung der Mindestlöhne dürften jedoch die Inflation weiter anheizen. Die kolumbianische Zentralbank rechne mit einer fast verdoppelten Inflationsrate von 6,3% bis Ende 2026, deutlich über dem Ziel von 3%, nachdem sie bereits im fünften Jahr in Folge ihr Inflationsziel verfehlt habe (im Dezember habe die Inflationsrate 5,1% betragen). Und dies obwohl die Währung im Jahresverlauf deutlich aufgewertet habe. Die Antwort der Zentralbank auf die entstehenden Inflationsrisiken sei prompt gefolgt: Ende Januar habe sie den Leitzins um 100 Basispunkte auf 10,25% erhöht und weitere Anhebungen in Aussicht gestellt. Die DekaBank erwarte weitere Anhebungen um insgesamt 100 Basispunkte in den kommenden Monaten, verteilt auf die nächsten Zinsentscheidungen (50-25-25). Es bleibe fraglich, ob diese Maßnahmen (Mindestlohnanhebung und fiskalische Lockerung) die Chancen des Kandidaten des linksgerichteten Regierungsbündnisses, Ivan Cepeda, ausreichend verbessern würden, um ihm zum Sieg zu verhelfen. Zwar führe Cepeda aktuell in den Umfragen für den ersten Wahlgang im Mai, jedoch vor allem aufgrund der Zersplitterung der konservativen Kandidaten. Die neue Regierung werde ein schwieriges fiskalisches Umfeld erben und voraussichtlich deutliche Einsparungen vornehmen müssen, um weitere Ratingherabstufungen zu vermeiden. In der Außenpolitik habe Präsident Petro nach den Konflikten mit dem US-Präsidenten Trump zuletzt einen versöhnlicheren Ton angeschlagen, was Anfang Februar einen "harmonischen" Besuch im Weißen Haus ermöglicht habe. ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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