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Der Kölner Traditionskonzern Deutz krempelt sein Geschäftsmodell radikal um. Was jahrzehntelang nach klassischem Maschinenbau aussah, hat sich in eine spannende Wachstumsstory gewandelt. Die jüngsten Übernahmen zeigen, dass hier jemand mehr als nur Motoren verkaufen möchte. Der Fokus liegt auf Notstromversorgung, KI-Rechenzentren und dem boomenden Energiemarkt. Die Börse hat das längst erkannt. Ein deutlicher Zugewinn seit Jahresbeginn sprechen eine deutliche Sprache. Aber ist das erst der Anfang oder schon zu viel des Guten? Die Mischung aus solider Industriebasis und neuen Zukunftsmärkten macht Deutz zu einem der interessantesten Titel im deutschen Nebenwertesegment. Wer verstehen will, wohin die Reise geht, muss genau hinsehen. Denn hinter den nüchternen Zahlen steckt eine handfeste strategische Neuausrichtung.
Neue Märkte, neue Chancen
Deutz hat erkannt, dass Dieselmotoren allein keine große Zukunft mehr haben. Deshalb kauft das Unternehmen gezielt zu. Die vollständige Übernahme der Frerk Aggregatebau GmbH ist dabei der bisher wichtigste Schritt. Frerk ist Spezialist für komplexe Notstromlösungen, die besonders in Rechenzentren, Krankenhäusern und kritischer Infrastruktur gefragt sind. Genau dort, wo ein Stromausfall keine Option ist. Die Systeme sind nicht billig, aber hochprofitabel. Und die Nachfrage wächst. Besonders auch der Boom bei KI-Rechenzentren treibt das Geschäft an. Diese Anlagen brauchen riesige Mengen Strom und absolute Ausfallsicherheit. Deutz liefert genau das. Gemeinsam mit der früheren Beteiligung an Blue Star Power Systems entsteht ein international skalierbares Portfolio im Energiebereich. Die Strategie ist klar: Weg von der Abhängigkeit vom schwankenden Motorengeschäft, hin zu stabileren und wachstumsstarken Umsatzquellen. Bis 2030 soll das Energy-Segment rund 500 Millionen Euro Umsatz bringen. Allein durch Frerk kommen jährlich rund 100 Millionen Euro dazu. Gleichzeitig bleibt Deutz im Kerngeschäft aktiv und setzt auf effizientere Motoren, Hybridantriebe und alternative Kraftstoffe. Das Unternehmen will beides können: die alten Stärken nutzen und neue Märkte erobern.

Charttechnik
Die Aktie zeigt sich seit Wochen in bester Verfassung. Zeitweise erreichte der Kurs die höchsten Stände seit sehr vielen Jahren. Der Anstieg seit Jahresbeginn erfolgte allerdings fast ohne größeren Rücksetzer. Das spricht zwar für echtes Interesse und nicht nur für kurzfristige Spekulation, aber könnte natürlich auch noch eine Konsolidierung erforderlich machen. Der Chart zeigt eine klare Aufwärtsbewegung mit steigenden Tiefs. Das ist ein positives Zeichen. Allerdings läuft die Aktie auch schon eine ganze Weile ohne Pause nach oben. Wer jetzt einsteigt, sollte wissen, dass eine Konsolidierung aufgrund des Chartbildes jederzeit möglich ist. Wichtig ist die Marke um 11 und knapp darunter bis 10,30 Euro. Solange diese hält, bleibt das Bild freundlich. Ein Rückfall darunter würde technisch erst einmal für Verunsicherung sorgen. Insgesamt aber passt die Charttechnik gut zur fundamentalen Story. Die Dynamik ist da, ohne übertrieben zu wirken.
Was tun?
Deutz bietet aktuell eine neue, interessante Wachstumsstory. Die Übernahmen im Energiebereich sind strategisch klug. Die Umsatzziele wirken realistisch. Gleichzeitig aber ist und bleibt das Unternehmen ein zyklischer Industriewert, der von globalen Wirtschaftszyklen abhängt. Das Risiko ist also nicht ganz weg, sondern nur anders verteilt. Die jüngsten Nachrichten lassen aufhorchen und zeigen, dass das Management weiß, was es tut. Die Börse honoriert das mit steigendem Aktienkurs. Wer auf der Suche nach einem deutschen Nebenwert mit echtem Produktgeschäft und Zukunftsthemen ist, sollte Deutz zumindest auf die Watchlist setzen. Ein Einstieg macht vor allem dann Sinn, wenn man längerfristig denkt und auch mal eine Korrektur aussitzen kann. Kurzfristig ist die Aktie nach dem starken Lauf anfällig für Gewinnmitnahmen. Langfristig könnte sich die Neuausrichtung auszahlen. Wer bereits investiert ist, kann entspannt bleiben. Die Story stimmt, die Zahlen passen, und die Perspektive ist klar. Fazit: Hochinteressanter Wert!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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