DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche Tarifrunde dürfte Konsum stützen
Die in Deutschland ausgehandelten Lohnerhöhungen werden den privaten Konsum in diesem und im nächsten Jahr stützen, schreibt Marc Schattenberg von der Deutschen Bank in einem Kommentar. Für das Jahr 2026 stünden Tarifverhandlungen für rund 10 Millionen Beschäftigte an, verglichen mit rund 6,3 Millionen im Jahr 2025, so Schattenberg. Während im öffentlichen Sektor mit stärkeren Abschlüssen zu rechnen sei, dürften die Gewerkschaften in strukturschwachen Branchen der Arbeitsplatzsicherheit Vorrang vor Lohnerhöhungen einräumen, meint er. Die Deutsche Bank prognostiziert ein Tariflohnwachstum von fast 3,0 Prozent in den Jahren 2026 und 2027, nach geschätzten 2,7 Prozent im Jahr 2025.
Lohndruck im Euroraum nimmt laut EZB-Wage-Tracker ab
Der Lohndruck im Euroraum wird nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich abnehmen. Wie die EZB auf Basis ihres aktualisierten Wage Trackers mitteilte, dürften die Gehälter nach aktueller Schätzung mit über den Jahresverlauf geglätteten Sonderzahlungen 2025 um 3,22 (Dezember-Schätzung: 2,32) Prozent gestiegen sein, nachdem sie 2024 um 4,65 (4,64) Prozent zugelegt hatten. Für 2026 werden 2,39 Prozent erwartet. Für den Jahresverlauf 2026 ergeben sich nach EZB-Angaben Schätzungen von 2,06 (2,02) im ersten, 2,17 (2,09) Prozent im zweiten, 2,62 (2,46) im dritten und 2,71 (2,69) im vierten Quartal.
Societe Generale: EZB hebt Zinsen ab Ende 2026 an
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins nach Einschätzung von Michel Martinez, Europa-Chefvolkswirt von Societe Generale, bereits Ende dieses Jahres anheben. "Die EZB hebt ihre Zinsen ab Ende 2026 an, und wird ihre Straffung Ende 2027 bei 2,50 Prozent beenden", sagte er in einer Pressekonferenz. Martinez begründete seine stark von Konsens abweichende Einschätzung damit, dass die Potenzialrate des Euroraums bei 0,5 bis 0,8 Prozent liege, für die Jahre 2026 bis 2028 aber Wachstumsraten von 1,5 und zweimal 1,3 Prozent erwartet würden. "
EZB-Mitglieder könnten Euro-Stärke über 1,20 USD entgegenwirken
Einige Mitglieder der Europäischen Zentralbank könnten das Risiko einer weiteren Zinssenkung signalisieren, falls der Euro angesichts möglicherweise schwacher bevorstehender US-Arbeitsmarktdaten über 1,20 US-Dollar steige, schreibt Francesco Pesole von ING in einem Kommentar. Allerdings müsse der Euro wahrscheinlich 1,25 US-Dollar erreichen, um eine wesentliche Abwärtskorrektur der Inflationsprognosen und möglicherweise eine Zinssenkung zu bewirken, meint er.
Revision der US-Jobzahlen könnte revidiert worden sein
Deutsche-Bank-Volkswirt Jim Reid weist darauf hin, dass das Ausmaß der Revision früherer US-Beschäftigtenzahlen im Zuge des am Mittwoch anstehenden Arbeitsmarktberichts für Januar durchaus ungewiss ist. Gemäß den im September veröffentlichten vorläufigen Zahlen hatte die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft per März 2025 um 911.000 niedriger als bis dahin angenommen gelegen. "Im vergangenen Jahr hatte die vorläufige Benchmark-Revision bei minus 818.000 gelegen. Der endgültige Wert fiel mit minus 589.000 jedoch geringer aus und war damit weniger negativ als zunächst angenommen", schreibt Reid in einem Kommentar.
Ukraine plant unter US-Druck Wahlen und Referendum - Zeitung
Die Ukraine hat laut einem Bericht der Financial Times (FT) mit der Planung von Präsidentschaftswahlen parallel zu einem Referendum über ein mögliches Friedensabkommen mit Russland begonnen. Wie die FT unter Berufung auf ukrainische und westliche Offizielle sowie andere mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, deckt sich der Plan mit einem Vorstoß der USA, den der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyj am vergangenen Freitag vor Reportern skizzierte. Demnach sollen alle Dokumente zur Beendigung des größten Konflikts in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg bis Juni unterzeichnet sein.
China dürfte vom Aufstieg der KI-Agenten profitieren
China dürfte vom Aufstieg von KI-Agenten profitieren, wie die Analysten von Jefferies in einer Research Note schreiben. Chinas KI-Leistung habe sich weiter verbessert, wobei sich die agentenbasierten Fähigkeiten rapide verbesserten, merken sie an. Die Analysten von Jefferies weisen darauf hin, dass die Alibaba Group Verbrauchern Gutscheine für die Nutzung ihrer Qwen-App anbietet, um auf Dienste im Ökosystem des Technologiekonzerns zuzugreifen, wie zum Beispiel Essenslieferdienste.
+++ Konjunkturdaten +++
US/MBA Market Index Woche per 6. Feb -0,3% auf 329,9 (Vorwoche: 330,8)
US/MBA Purchase Index Woche per 6. Feb -2,4% auf 161,5 (Vorwoche: 165,4)
US/MBA Refinance Index Woche per 6. Feb +1,2% auf 1.284,6 (Vorwoche: 1.269,7)
Mexiko Industrieproduktion Dez +2,4% (PROG: +1,5%) gg Vj
Mexiko Industrieproduktion Dez +0,2% gg Vormonat
DJG/DJN/apo
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February 11, 2026 07:30 ET (12:30 GMT)
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