DJ MÄRKTE EUROPA/Knapp behauptet - Berichtssaison setzt Akzente
DOW JONES--Etwas leichter haben die europäischen Aktienmärkte den Handel am Mittwoch beendet. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 24.856 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 0,2 Prozent nach unten. Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht, der etwas verspätet veröffentlicht wurde, überraschte die Volkswirte bei der Commerzbank positiv. Zwar wurden die Beschäftigungsdaten für die Vergangenheit weitgehend erwartungsgemäß deutlich nach unten revidiert, aber im Januar stieg die Beschäftigung unerwartet stark um 130.000. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote auf 4,3 Prozent. Aus Sicht der US-Notenbank sind vermutlich die Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt nicht vom Tisch, aber weniger akut. In den nächsten Monaten ist eine Zinssenkung damit unwahrscheinlich geworden. Am Markt wird einen nächste Zinssenkung nun im Juli erwartet nach zuvor im Juni. Der Dollar legte daraufhin zu, der Euro fiel auf rund 1,1880. Zudem kamen die US-Anleihen kurzfristig unter Druck.
In Europa stand derweil einmal mehr die Bilanzsaison im Fokus. Die Viertquartalszahlen von ABN Amro (-2,5%) erfüllten die Erwartungen nicht.. Der Finanzkonzern hat einen Gewinn von 410 Millionen Euro ausgewiesen, was laut RBC klar unter der Konsenserwartung von 477 Millionen Euro lag. Die Zinseinnahmen haben die Erwartungen verfehlt, was auf ein negatives Kreditgeschäft sowie Hedging-Kosten zurückzuführen sei.
Mit kräftigen Aufschlägen von 11,6 Prozent zeigten sich die Aktien von Ahold Delhaize. Der Umsatz traf den erwarteten Rahmen, die Gewinnkennziffern legten im vierten Quartal etwas stärker zu als erwartet. Der Betriebsgewinn sprang sogar um 48 Prozent auf fast 900 Millionen Euro gegenüber Vorjahr. Dazu wird die Dividende leicht erhöht.
London Stock Exchange (LSE) schlossen an der Londoner Börse leicht höher. Hintergrund war ein Bericht in der FT, laut dem der aktivistische Investor Elliott Management einen signifikanten Anteil an dem Börsenbetreiber erworben haben soll. Wie hoch der Anteil ist, ist nicht bekannt. LSE waren zuletzt heftig abverkauft worden wegen der Sorge, dass disruptive KI-Anwendungen das Geschäftsmodell des Börsenbetreibers gefährden könnten. Seit Jahresbeginn haben LSE 16 Prozent an Wert verloren.
KI-Sorgen belasten Broker-Aktien
Global standen die Aktien der Broker unter Druck. In Europa verlor der Sektor der Finanzdienstleister 2 Prozent, Flatexdegiro schlossen knapp 11 Prozent tiefer. Für die Analysten von Jefferies war der Auslöser auch hier die Befürchtung, dass KI-basierte Tools die etablierten Geschäftsmodelle im Sektor gefährden und die großzügigen Margenprofile dieser Unternehmen unter Druck setzen könnten. Der Markt rechne mit einem erhöhten Wettbewerbsdruck, da Kunden zunehmend Automatisierung, Personalisierung und niedrigere Kosten erwarteten. Zudem prüften Investoren kritisch, ob europäische Broker mit den technologischen Fortschritten von US-amerikanischen "AI-First"-Herausforderern mithalten können.
Siemens Energy (+8,4%) legte nach Einschätzung von RBC sehr starke Erstquartalszahlen vor. Diese fielen auf der Ergebnisseite klar über den Erwartungen aus. Positiv hoben die Analysten den um 22 Prozent besser als erwartet ausgefallenen Auftragseingang hervor.
Commerzbank gaben dagegen um 2 Prozent nach. Die Ergebnisse für das vierte Quartal und der aktualisierte Ausblick waren etwas enttäuschend, wie Keefe, Bruyette & Woods schrieb. Das deutsche Kreditinstitut habe durchwachsene Ergebnisse und einen Ausblick für dieses Jahr vorgelegt, der keine neuen Impulse setze, da er bereits weitgehend den Konsenserwartungen entspreche.
Quer durch die Bank ging es für die Aktien aus dem Immobiliensektor nach oben. Vonovia legten um 2,8 Prozent zu, Tag um 2,9 und LEG Immobilien um 3,3 Prozent.
Schott top - Gerresheimer floppt
Als "überraschend gut" wurden die Geschäftszahlen von Schott Pharma (+6,4%) eingestuft. Die Profitabilität der Mainzer sei unterschätzt worden. "Dazu zieht sich der bessere Umsatz durch alle Segmente", sagt ein Händler.
Die Aktien des Wettbewerbers Gerresheimer brachen dagegen um gut 31 Prozent ein. Die Verschiebung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025 bei Gerresheimer wegen zusätzlicher Prüfungen zur Umsatzrealisierung und Rechnungslegung belaste das Vertrauen in die Bilanzqualität aufs Neue erheblich, hieß es von der DZ Bank. JP Morgan schrieb dagegen, bei Gerresheimer habe sich die Lage "von schlecht zu noch schlechter" entwickelt.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* Euro-Stoxx-50 6.035,64 -0,2% +4,4% Stoxx-50 5.158,55 +0,1% +4,8% Stoxx-600 621,58 +0,1% +4,9% XETRA-DAX 24.856,15 -0,5% +2,0% FTSE-100 London 10.353,84 k.A. +4,4% CAC-40 Paris 8.313,24 -0,2% +2,2% AEX Amsterdam 1.008,96 +0,5% +5,6% ATHEX-20 Athen 5.984,49 -0,1% +12,0% BEL-20 Bruessel 5.594,88 +0,2% +9,9% BUX Budapest 129.447,89 -0,7% +17,0% OMXH-25 Helsinki 6.058,68 +1,7% +4,3% ISE NAT. 30 Istanbul 13.804,71 k.A. +22,5% OMXC-20 Kopenhagen 1.604,57 -1,2% +1,0% PSI 20 Lissabon 9.070,52 +1,3% +8,3% IBEX-35 Madrid 18.044,50 -0,4% +5,1% FTSE-MIB Mailand 46.510,83 -0,6% +4,1% OBX Oslo 1.761,83 +0,5% +9,7% PX Prag 2.722,33 -1,1% +2,5% OMXS-30 Stockholm 3.145,48 +0,3% +8,8% WIG-20 Warschau 3.412,74 +0,6% +6,6% ATX Wien 5.807,55 +1,5% +7,5% SMI Zuerich 13.547,08 +0,2% +1,9% *bezogen auf Vortagesschluss DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 17:01 Uhr % YTD EUR/USD 1,1883 -0,1% 1,1891 1,1913 +1,2% EUR/JPY 181,78 -1,0% 183,61 183,76 -0,3% EUR/CHF 0,9153 +0,2% 0,9133 0,9117 -1,9% EUR/GBP 0,8705 -0,1% 0,8717 0,8714 -0,0% USD/JPY 152,98 -0,9% 154,40 154,26 -1,5% GBP/USD 1,3650 +0,1% 1,3641 1,3670 +1,3% USD/CNY 6,9412 -0,0% 6,9417 6,9370 -1,2% USD/CNH 6,9106 -0,0% 6,9127 6,9102 -0,9% AUS/USD 0,7125 +0,8% 0,7070 0,7085 +6,0% Bitcoin/USD 66.085,85 -3,8% 68.671,60 69.112,50 -22,4% ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 64,88 63,79 +1,7% 1,09 +11,5% Brent/ICE 69,93 68,80 +1,6% 1,13 +13,2% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 5.077,88 5.022,26 +1,1% 55,63 +16,2% Silber 83,84 81,23 +3,2% 2,61 +13,9% Platin 1.795,80 1.755,81 +2,3% 39,99 +0,1% Kupfer 5,95 5,91 +0,5% 0,03 +4,0% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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February 11, 2026 12:09 ET (17:09 GMT)
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