
© Foto: Capri Tography auf Pixabay (Symbolbild)
Die Porsche-Aktie kämpft bei knapp über 40 Euro um eine wichtige Unterstützung. Hält dieser Boden, könnte eine deutliche Erholung folgen. Bricht die Aktie jedoch durch, dann sieht es übel aus. Die charttechnische Lage ist angespannt, nachdem sich das Papier vom Höchststand mehr als halbiert hat. Zuletzt zeigte sich zwar ein Golden Cross, doch nun droht die Umkehr zum gefürchteten Death Cross. Parallel dazu kämpft Porsche mit sinkenden Auslieferungszahlen, besonders in China. Der Elektro-Cayenne läuft gerade an, die Strategie schwankt zwischen Tradition und E-Mobilität. Am 11. März kommen die Geschäftszahlen. Bis dahin herrscht Nachrichtenflaute. Die Frage wird sein, ob die Bodenbildung diesmal nachhaltig oder nur eine Finte vor dem nächsten Absturz ist?
Fundamentale Ausgangslage
Porsche lieferte 2025 insgesamt knapp 280.000 Fahrzeuge aus. Das bedeutet einen Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders hart traf es den wichtigen chinesischen Markt mit einem Minus von 26 Prozent. In Europa verlor der Konzern 13 Prozent, in Deutschland sogar 16 Prozent. Nur Nordamerika blieb stabil. Der Premium-Hersteller steht unter Druck. Der Anteil elektrifizierter Modelle stieg auf 34,4 Prozent. In Europa lag die Quote sogar bei fast 58 Prozent. Der Macan bleibt mit über 84.000 Einheiten das volumenstärkste Modell, wobei bereits mehr als die Hälfte rein elektrisch fährt. Die Ikone 911 erzielte mit knapp 52.000 Auslieferungen sogar einen neuen Rekord. Die 718-Baureihe hingegen lief aus, was die Modellpalette weiter verändert. Seit Anfang Februar produziert Porsche den vollelektrischen Cayenne in Bratislava. Das SUV-Flaggschiff kommt mit einer 113-kWh-Batterie auf über 600 Kilometer Reichweite. Die Fertigung erfolgt flexibel auf einer Linie mit Verbrennern und Hybriden. Diese Anpassungsfähigkeit soll helfen, schnell auf Nachfrageschwankungen zu reagieren. Die Batterien entstehen im eigenen Smart Battery Shop. Porsche setzt bewusst auf kleinere Stückzahlen mit höheren Margen durch Individualisierung. Diese Strategie nennt sich "Value over Volume". Ob sie aufgeht, zeigen die detaillierten Geschäftszahlen am 11. März. Bis dahin bleibt die Unsicherheit. Analysten sind gespalten. Die Kursziele reichen von um die 30 bis über 60 Euro.

Charttechnik
Die Porsche-Aktie notiert aktuell bei etwa 40 Euro und damit gefährlich nah am 52-Wochen-Tief von 39,15 Euro. Der Kurs hat sich mehr als halbiert. Allein seit Jahresbeginn 2026 verlor das Papier wieder über 10 Prozent, nachdem es zuletzt noch mit dem Golden Cross gut aussah. Die Aktie handelt unter den beiden wichtigen gleitenden Durchschnitten. Dem 50er und dem 200er SMA. Beides sind ungefähr bei 44 Euro. Der RSI steht bei knapp 37 und damit im unteren neutralen Bereich. Die aktuelle Lage ist brisant. Zuletzt bildete sich ein Golden Cross, als der 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Schnitt von unten nach oben kreuzte. Dieses bullische Signal könnte sich jedoch als Täuschung erweisen. Sollte die Aktie weiter fallen und der 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Schnitt nun von oben nach unten schneiden, entsteht ein Death Cross. Das wäre ein deutlich bärisches Zeichen. Die entscheidende Frage ist: Hält der Boden im Bereich von 39 bis 40 Euro? Gelingt die Stabilisierung, wäre der Weg frei Richtung 60 Euro oder sogar höher. Die erste Hürde läge bei 44 Euro, danach bei 50,00 Euro. Bricht die Aktie jedoch durch die 39-Euro-Marke, droht ein Rutsch Richtung 30 Euro. Im schlimmsten Fall könnten sogar 20 bis 25 Euro ins Visier rücken. Die charttechnische Situation bleibt fragil und hochspannend zugleich.
Was tun?
Die fundamentalen Daten zeigen eine Lage ohne klare Richtung, genau wie der Chart aktuell auch darum ringt, eine Richtung zu finden. Alles ist fragil. Die Auslieferungen sanken deutlich, besonders in China. Gleichzeitig steigt der Elektrifizierungsgrad kontinuierlich. Die Strategie mit höheren Margen statt höheren Stückzahlen ist ambitioniert. Ob sie funktioniert, entscheidet sich in den kommenden Quartalen. Die nächsten Geschäftszahlen am 11. März werden Klarheit bringen. Technisch gesehen steht die Aktie immer noch unter erheblichem Druck. Der Bereich um 40 Euro ist die letzte wichtige Unterstützung vor einem möglichen Absturz. Ein Durchbruch nach unten hätte vermutlich drastische Folgen. Umgekehrt könnte eine erfolgreiche Verteidigung dieser Marke eine kräftige Erholung einleiten. Das mögliche Death Cross mahnt zur Vorsicht. Die breite Streuung der Analystenziele spiegelt die Unsicherheit wider. Für Anleger bedeutet das: Vorsicht ist geboten. Langfristig orientierte Investoren mit Geduld könnten die aktuellen Kurse als Einstiegschance betrachten, sofern sie von der Transformationsfähigkeit Porsches überzeugt sind und einen engen Stopp setzen. Das Chance-Risiko-Verhältnis hängt massiv vom Halten der 40-Euro-Marke ab. Ein nachhaltiger Ausbruch über 45 Euro oder ein Bruch unter 39 Euro würden jeweils Richtungsentscheidungen bringen. Beobachten und abwarten scheint vielleicht aktuell die klügste Strategie.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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