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MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Zwischen Siemens-Auf- und Mercedes-Abschlägen

DJ MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Zwischen Siemens-Auf- und Mercedes-Abschlägen

DOW JONES--Die europäischen Börsen starten dank verstärktem Konjunkturoptimismus mit deutlich Aufschlägen in den Donnerstag. Zudem hält die Berichtsperiode einige positive Überraschungen parat. Händler sprechen von einer positiven Interpretation des starken US-Arbeitsmarktberichts vom Vortag. Zwar spricht dieser gegen baldige Zinssenkungen in den USA, unterstreicht aber die Stärke der dortigen Wirtschaft. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im März oder April wird nach den starken US-Arbeitsmarktdaten laut der Deutschen Bank nur noch mit 23 Prozent eingepreist. Vor den Daten lag die Wahrscheinlichkeit bei 47 Prozent.

Der DAX gewinnt im frühen Geschäft 0,8 Prozent auf 25.065 Punkte - der Euro-Stoxx-50 zieht um ebenfalls 0,8 Prozent auf 6.086 Zähler an. Positiv wird auch die Fortsetzung der Gespräche zwischen den USA und dem Iran gewertet. "Damit wird ein unmittelbarer US-Militärschlag gegen den Iran unwahrscheinlicher", argumentiert der Vermögensverwalter QC. Der DAX sieht derweil nach Händlerangaben sehr stark aus und lauert nur auf einen Ausbruch nach oben. Dabei hilft Siemens, denn Händler äußern sich verzückt von den Geschäftszahlen. "So starke Daten plus Ausblickserhöhung hatte man nicht auf dem Radar", sagt ein Händler. Der Technologiekonzern profitiere doppelt - von der Entwicklung um das KI-Technologiethema mit dem Ausbau von Datenzentren und gleichzeitig von der Konjunkturerholung mit klassisch zyklischen Bereichen. Der Kurs klettert um knapp 6 Prozent.

Deutliche Kursverluste verbuchen Mercedes-Benz (-3,8%) nach Zahlenausweis zum vierten Quartal. "Qualitativ hatte man ja mit so etwas gerechnet, aber wenn man es schwarz auf weiß sieht, erschreckt es doch", sagt ein Händler. Mercedes-Benz befinde sich klar in einem Übergangsjahr, wo der Umsatz leicht unter Erwartung liegt, aber die Gewinne wegen Fix- und Investitionskosten umso stärker sinken. Der Kurs sinkt auf Tradegate um 5,1 Prozent. Zölle, schwacher Dollar und Probleme im China-Geschäft zeigten Wirkung, interpretiert Raiffeisen. Das Gesamtjahresergebnis und die Prognose für die Pkw-Marge haben die Erwartungen verfehlt, wie Jefferies ergänzt.

Die Viertquartalszahlen der Deutschen Börse sind derweil im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Für Erleichterung bei Anlegern dürfte die Entwicklung in der Sparte Investment Management Solutions sorgen - JP Morgan spricht von einer soliden Wachstumsbeschleunigung in dem Bereich. Derweil hat die Deutsche Börse die verbleibende Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent an ISS Stoxx zu einem Kaufpreis von 1,1 Milliarden Euro erworben. Der Kurs klettert um 1,1 Prozent.

Leicht positiv werten Händler Geschäftszahlen und Ausblick von Anheuser-Busch Inbev. "Sie sind nicht so negativ, wie man nach Heineken erwartet hatte", sagt ein Händler. Der Kurs steigt um 1,7 Prozent. Als komplett im erwarteten Rahmen liegend werden die Geschäftszahlen von Unilever (-3,4%) im Handel bezeichnet. Der Ausblick wirke ehrgeizig, hegen die RBC-Analysten leichte Zweifel an dessen Erreichbarkeit. Relx (+0,1%) hat indes für 2025 einen höheren Vorsteuergewinn und Umsatz gemeldet.

Hellofresh stürzen um 6,2 Prozent ab. Der Essenslieferant verbuchte beim Umsatz für 2025 ein Minus von 11,8 Prozent. Vor allem das Segment für Fertiggerichte entwickelte sich schwächer als von Analysten erhofft. Die Erstquartalszahlen von Thyssenkrupp sind laut Jefferies besser als erwartet ausgefallen. Das bereinigte EBIT liege 9 Prozent über Marktschätzung. Der CFO kündigte jedoch zur Stahlrestrukturierung im laufenden Geschäftsjahr einen mittel bis hoch dreistelligen Millionen-Betrag an. Der Kurs gibt 0,4 Prozent ab.

Bei Carl Zeiss Meditec merken die Analysten von JP Morgan an, der hohe Orderrückgang von 9,7 Prozent könne negativ gewertet werden - der Kurs verliert 3,2 Prozent. Der IT-Dienstleister Cancom hat im Geschäftsjahr 2025 wegen der Kaufzurückhaltung seiner Kunden weniger umgesetzt und verdient als im Jahr zuvor, seine im Juli gesenkte Prognose aber erreicht - die Aktie stagniert.

=== 
INDEX           zuletzt    +/- %  absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.086,16    +0,8%   50,52     +4,2% 
Stoxx-50         5.195,79    +0,7%   37,24     +4,9% 
DAX           25.064,53    +0,8%   208,38     +1,5% 
MDAX          31.680,43    +0,2%   61,54     +3,3% 
TecDAX          3.626,44    +0,5%   19,41     -0,4% 
SDAX          18.105,87    +0,1%   16,08     +5,3% 
CAC           8.411,66    +1,2%   98,42     +2,0% 
SMI           13.562,80    +0,1%   15,72     +2,1% 
ATX           5.819,73    +0,2%   12,18     +9,0% 
 
DEVISEN          zuletzt    +/- %    0:00 Mi, 17:14 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,1878    +0,0%   1,1875     1,1858  +1,1% 
EUR/JPY          181,74    -0,1%   181,86     181,99  -1,3% 
EUR/CHF          0,9149    -0,1%   0,9160     0,9160  -1,6% 
EUR/GBP          0,8712    -0,0%   0,8715     0,8694  -0,1% 
USD/JPY          153,02    -0,1%   153,14     153,47  -2,3% 
GBP/USD          1,3634    +0,1%   1,3627     1,3639  +1,2% 
USD/CNY          6,9308    -0,2%   6,9414     6,9428  -1,2% 
USD/CNH          6,8985    -0,1%   6,9062     6,9146  -1,0% 
AUS/USD          0,7116    -0,1%   0,7127     0,7111  +6,8% 
Bitcoin/USD       66.927,10    -0,7% 67.402,40   67.086,90 -23,7% 
 
ROHÖL           zuletzt VT-Settlem.   +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex          64,69    64,46   +0,4%      0,23 +12,8% 
Brent/ICE          69,67    69,40   +0,4%      0,27 +14,2% 
 
METALLE          zuletzt    Vortag   +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold           5.061,74   5.083,70   -0,4%     -21,96 +17,7% 
Silber           83,40    84,37   -1,2%     -0,98 +18,3% 
Platin          1.780,02   1.805,03   -1,4%     -25,01  +3,0% 
Kupfer            5,98     5,97   +0,2%      0,01  +4,6% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf/cbr

(END) Dow Jones Newswires

February 12, 2026 03:54 ET (08:54 GMT)

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© 2026 Dow Jones News
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