POTSDAM (dpa-AFX) - Bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder zeichnet sich bisher keine schnelle Einigung ab. Es gebe weiter "sehr große Probleme", hieß es aus Gewerkschaftskreisen in Potsdam. Vorgesehen sind nach dem Stand der bisherigen Gespräche Erhöhungsschritte für das Entgelt, doch Höhe und Zeitraum seien noch strittig, hieß es von mehreren Seiten. Noch kein Einvernehmen gibt es demnach auch bei von den Gewerkschaften geforderten Zulagen für Arbeit in wechselnden Schichten sowie bei einer vollständigen Angleichung unterschiedlicher Regeln in Ost und West, etwa beim Kündigungsschutz.
Am Nachmittag informierten die Gewerkschaftsspitzen in parallelen Sitzungen ihre Bundestarifkommissionen über den Stand, wie Sprecher von Verdi und Beamtenbund dbb mitteilten. Auf weitere Gespräche zwischen Gewerkschaften und Ländern noch am Abend folgt am Freitag der bisher letzte vorgesehene Verhandlungstag. Beobachter vor Ort zeigten sich optimistisch, dass dann auch ein Durchbruch gelingen kann - wenn auch wahrscheinlich erst spät am Abend. Auch weitere Beratungen am Samstag oder eine vierte Runde sind bislang nicht vom Tisch. Als nicht wahrscheinlich gilt, dass die Verhandlungen in Potsdam für gescheitert erklärt werden.
Verdi und der dbb fordern für die rund 900.000 Tarifbeschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Geld im Monat, mindestens 300 Euro, bei zwölf Monaten Laufzeit. Die Gewerkschaften fordern auch eine Übertragung eines Ergebnisses auf die mehr als 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte nach Auskunft ihres Verhandlungsführers, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), rund fünf Prozent bei mehr als 26 Monaten Laufzeit angeboten. Beim Start in die dritte Verhandlungsrunde zeigten sich die Vorsitzenden von Verdi und dbb, Frank Werneke und Volker Geyer, am Mittwoch noch enttäuscht vom bisherigen Arbeitgeberverhalten./bw/DP/jha
