
© Foto: Jason Mavrommatis auf Unsplash
Der deutsche Sportartikelhersteller hat 2025 Rekordzahlen geliefert und spült mit einem milliardenschweren Aktienrückkauf frisches Vertrauen in den Markt. Bad Bunny sorgte beim Super Bowl für zusätzliche Aufmerksamkeit. Trotzdem findet die Aktie noch keinen Halt. Während Barclays neutral bleibt und ein Kursziel von 190 Euro ausgibt, zeigt die Charttechnik eine andere Sprache. Der Kurs dümpelt bei knapp 155 Euro vor sich hin, noch weit entfernt von einer echten Trendwende. Anleger fragen sich: Ist das nur eine Verschnaufpause oder geht es noch weiter runter? Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Adidas den Turnaround schafft oder ob der Markt erst vielleicht bei 135 bis 140 Euro bereit dafür ist.
Rekordwerte und Aktienrückkauf setzen Zeichen
Adidas hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 24,8 Milliarden Euro abgeschlossen. Das ist ein neuer Höchstwert für den Konzern aus Herzogenaurach. Währungsbereinigt legten die Erlöse um 4,8 Prozent zu. Noch beeindruckender entwickelte sich das operative Ergebnis. Hier verzeichnete Adidas ein Plus von 54 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro. Alle Märkte zeigten zweistelliges Wachstum, obwohl Währungseffekte das Unternehmen rund eine Milliarde Euro kosteten. Die Segmente Running und Training liefen besonders gut, ebenso wie das Geschäft in Lateinamerika. Parallel dazu startete Adidas Anfang Februar ein Aktienrückkaufprogramm. Bis Ende 2026 will der Konzern eigene Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen. Die erste Tranche umfasst 500 Millionen Euro und läuft bis Mitte März. Die zurückgekauften Aktien werden eingezogen. Das Unternehmen signalisiert damit Stärke und möchte überschüssige Liquidität an die Aktionäre zurückgeben. Am 4. März folgen die endgültigen Zahlen samt Ausblick auf 2026. Der Super Bowl brachte Adidas zusätzliche Reichweite. Markenbotschafter Bad Bunny trat bei der Halftime Show auf und verschaffte dem Konzern einen messbaren Marketing-Wert. Der puerto-ricanische Sänger präsentierte dabei eine neue Variante seines Signaturschuhs. Selbst die Tänzer trugen Adidas-Sneaker. Konkurrent Nike verzichtete dagegen erstmals auf klassische TV-Werbung während des Events. Adidas setzt weiter auf prominente Gesichter und große Bühnen.

Charttechnik
Die Aktie notiert aktuell bei rund 155 Euro. Das 52-Wochen-Tief liegt bei 142,55 Euro, noch einige Prozent entfernt. Auf Sicht von einem Jahr hat die Aktie deutlich an Wert verloren. Der Kurs bewegt sich derzeit in einem klareren Aufwärtstrend. Die jüngsten positiven Nachrichten konnten bislang keine nachhaltige Erholung auslösen. Technisch gesehen hat Adidas noch keinen stabilen Boden gefunden. Solange die Marke von 150 Euro nicht nachhaltig verteidigt wird, bleibt die Gefahr weiterer Rücksetzer bestehen. Erst im Bereich zwischen 135 und 140 Euro könnte sich eine solide Basis für einen echten Rebound bilden. Bis dahin bleibt die Richtung eher abwärts gerichtet. Anleger sollten Geduld mitbringen und die Entwicklung in den kommenden Wochen genau beobachten. Beide wichtigen SMAs (50er und 200er) liegen oberhalb des derzeitigen Kurses. Auch der RSI dümpelt mit einem Wert von 41 vor sich hin. Nicht Fleisch nicht Fisch. Richtungs- und Orientierungslos, um nicht zu sagen: Hilflos.
Was tun?
Adidas hat operativ stark abgeliefert. Die Zahlen für 2025 bestätigen, dass das Unternehmen im Wettbewerb mithalten kann. Das Aktienrückkaufprogramm unterstreicht die finanzielle Stärke und das Vertrauen des Managements. Trotzdem bleibt das Umfeld schwierig. Neue Konkurrenten wie On und Asics machen Druck, Nike arbeitet am Comeback. Dazu kommen ein starker Euro und unsichere Zollpolitik in den USA. Barclays hält mit einem Kursziel von 190 Euro an seiner Einschätzung fest. Das entspricht einem Potenzial von über 20 Prozent. Charttechnisch sieht es momentan weniger rosig aus. Die Aktie findet keinen Halt, weitere Rücksetzer sind möglich. Wer einsteigen möchte, könnte noch auf niedrigere Kurse warten. Ein Einstieg im Bereich von 135 bis 140 Euro könnte die bessere Wahl sein. Wer bereits investiert ist, braucht weiterhin gute Nerven.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.




