VILNIUS (dpa-AFX) - Litauens Präsident Gitanas Nauseda hat sich zurückhaltend zu einem Medienbericht geäußert, wonach es in Deutschland zu wenige Freiwillige für die Bundeswehr-Brigade in dem baltischen EU- und Nato-Land gebe. "Ich hatte Gelegenheit, dies mit Bundeskanzler Friedrich Merz zu besprechen. Ich habe das Thema angesprochen und mir wurde versichert, dass Deutschlands Verpflichtungen unverändert bleiben und dass man sie sehr ernst nimmt", sagte Nauseda in einem von der Präsidialkanzlei in Vilnius veröffentlichten Videokommentar. Er plant demnach auch, die Stationierung der Brigade am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zu besprechen.
Nauseda reagierte damit auf einen Bericht des "Spiegel", der unter Berufung auf ein vertrauliches Papier aus dem Wehrressort von personellen Problemen bei der Aufstellung der Brigade schrieb. Demnach mangelt es der Bundeswehr an Freiwilligen für den Dienst an der Nato-Ostflanke - besonders bei Mannschaftsdienstgraden sollen sich zu wenige Soldaten melden. Litauen grenzt an Russlands Ostsee-Exklave Kaliningrad und Moskaus engen Verbündeten Belarus.
Die Bundeswehr baut in Litauen die Panzerbrigade 45 auf, die zum verstärkten Schutz der Nato-Ostflanke dienen soll. Sie wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt und im April 2025 formal in Dienst gestellt. Die Brigade soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzfähig sein. Gegenwärtig sind in Litauen etwa 1.700 Bundeswehrangehörige vor Ort.
Nauseda betonte, es sei wichtig, dass die Erfahrungen der bereits in Litauen eingetroffenen Truppen in Deutschland weitergegeben werden. "Die Menschen müssen wissen, dass Litauen wirklich ein Land ist, in dem es sich lohnt zu dienen, dass es möglich und sicher ist, mit der Familie hierherzukommen", sagte er. "Alle Versprechen, die wir unseren deutschen Partnern gegeben haben, werden eingehalten."/awe/DP/stw
