BERLIN (dpa-AFX) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwartet eine schnelle Einigung bei der Umsetzung einer gesetzlichen Neuregelung, die chronisch Kranken häufige Praxisbesuche nur zum Rezeptholen ersparen soll. "Angesichts begrenzter Versorgungskapazitäten macht es Sinn, entbehrliche Arztkontakte und Wartezeiten zu reduzieren und die bisherige Quartalslogik für Chroniker zu überwinden", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag".
Gesetz noch Anfang 2025 von Ampel-Koalition beschlossen
Nach einem Anfang 2025 noch von der Ampel-Koalition beschlossenen Gesetz erhalten Praxen künftig eine "Versorgungspauschale" für Patienten mit leichten chronischen Erkrankungen und wenig Betreuungsbedarf. Einbestellungen in jedem Quartal aus Abrechnungsgründen sollen so unnötig werden.
Hausärzte können stattdessen eine bis zu ein Jahr umfassende Pauschale abrechnen. Laut Gesetz sollte der Bewertungsausschuss von gesetzlichen Krankenkassen und Kassenärzten bis 31. August 2025 eine konkrete Regelung dazu treffen. Dennoch gibt es bislang keine Einigung über die konkrete Umsetzung.
Warken erwartet eine "zügige Verständigung". Sie betonte: "Sollte es zu weiteren deutlichen Verzögerungen kommen, werden wir im Rahmen unserer Rechtsaufsicht die erforderlichen Schritte prüfen."
Grundsätzliche Zustimmung bei Krankenkassen
Die stellvertretende Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Stefanie Stoff-Ahnis, sagte der "Bild am Sonntag": "Jahresrezepte als zusätzliche Möglichkeit finden wir gut und richtig."
Ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) verwies demnach auf eine "komplexe Herausforderung". Mit einer Vereinbarung in diesem Frühjahr sei dennoch zu rechnen./cab/DP/zb
