Luzern (ots) -
In der Schweiz sind 1,45 Millionen Menschen von Armut betroffen oder bedroht. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik hervor. Das sind über 16 Prozent der Bevölkerung. Aus Sicht der Caritas ist es besorgniserregend, dass besonders viele Haushalte mit Kindern in einer finanziell prekären Situation sind.
8,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung lebten im Jahr 2024 unter der vom Bund festgelegten Armutsgrenze. Das sind gemäss der heutigen Publikation des Bundesamtes für Statistik 743'000 Personen. Die Zahl der Menschen, die von Armut betroffen sind, bleibt seit Jahren auf einem hohen Niveau stabil.
Der Anteil der "Armutsgefährdeten", also der von Armut betroffenen und bedrohten Menschen, liegt bei 16,4 Prozent der Bevölkerung und damit leicht höher als im Vorjahr. Es ist der höchste Wert seit 2014. "Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Das Problem der Armut ist in unserem Land chronisch geworden", betont Aline Masé, Leiterin des Bereichs Grundlagen und Politik von Caritas Schweiz.
Alarmierend ist, dass jedes fünfte Kind von Armut betroffen oder bedroht ist. Das Bundesamt für Statistik legt in der diesjährigen Auswertung einen Fokus auf die Situation von Kindern. Dabei zeigt sich: "Kinder aus armutsbetroffenen Haushalten müssen auf viel verzichten, so etwa auf Ferien oder bezahlte Freizeitaktivitäten", sagt Aline Masé. Viele dieser Kinder leben in einem Haushalt, der trotz Erwerbseinkommen von Armut betroffen oder bedroht ist. Fast ein Drittel der Alleinerziehenden und ihre Kinder sind armutsgefährdet.
Die angespannte Situation zeigt sich schweizweit in den Angeboten der Caritas. So wurden etwa in den Caritas-Märkten noch nie so viele Einkäufe getätigt wie im Jahr 2025. Die Beratungsangebote der regionalen Caritas-Organisationen sind seit Jahren sehr stark ausgelastet, mancherorts steigt die Nachfrage sogar noch weiter, insbesondere bei Schuldenberatungen.
Prämien, Mieten und Mehrwertsteuer belasten ärmere Haushalte
Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik beziehen sich auf 2024. "Die aktuellen Entwicklungen geben keine Hinweise darauf, dass sich die Lage für ärmere Haushalte entspannt. Im Gegenteil: Die steigenden Lebenshaltungskosten belasten ärmere Haushalte überproportional, weil diese praktisch ihr gesamtes Bruttoeinkommen für Fixkosten und Grundbedürfnisse ausgeben müssen", betont Aline Masé. Dazu zählen insbesondere die höheren Krankenkassenprämien und die sehr hohen Mieten. Auch die geplanten Erhöhungen der Mehrwertsteuer werden Haushalte mit tiefen Einkommen besonders zu spüren bekommen.
Einen gut verständlichen und umfassenden Überblick zur Armutssituation in der Schweiz gibt die neue Webplattform "Armut in der Schweiz" der Caritas: www.caritas.ch/armutsplattform
Kontakt
Niels Jost, Mediensprecher Caritas Schweiz: medien@caritas.ch, 076 233 45 04
Original-Content von: Caritas Schweiz / Caritas Suisse, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.ch/de/pm/100000088/100938457
In der Schweiz sind 1,45 Millionen Menschen von Armut betroffen oder bedroht. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik hervor. Das sind über 16 Prozent der Bevölkerung. Aus Sicht der Caritas ist es besorgniserregend, dass besonders viele Haushalte mit Kindern in einer finanziell prekären Situation sind.
8,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung lebten im Jahr 2024 unter der vom Bund festgelegten Armutsgrenze. Das sind gemäss der heutigen Publikation des Bundesamtes für Statistik 743'000 Personen. Die Zahl der Menschen, die von Armut betroffen sind, bleibt seit Jahren auf einem hohen Niveau stabil.
Der Anteil der "Armutsgefährdeten", also der von Armut betroffenen und bedrohten Menschen, liegt bei 16,4 Prozent der Bevölkerung und damit leicht höher als im Vorjahr. Es ist der höchste Wert seit 2014. "Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Das Problem der Armut ist in unserem Land chronisch geworden", betont Aline Masé, Leiterin des Bereichs Grundlagen und Politik von Caritas Schweiz.
Alarmierend ist, dass jedes fünfte Kind von Armut betroffen oder bedroht ist. Das Bundesamt für Statistik legt in der diesjährigen Auswertung einen Fokus auf die Situation von Kindern. Dabei zeigt sich: "Kinder aus armutsbetroffenen Haushalten müssen auf viel verzichten, so etwa auf Ferien oder bezahlte Freizeitaktivitäten", sagt Aline Masé. Viele dieser Kinder leben in einem Haushalt, der trotz Erwerbseinkommen von Armut betroffen oder bedroht ist. Fast ein Drittel der Alleinerziehenden und ihre Kinder sind armutsgefährdet.
Die angespannte Situation zeigt sich schweizweit in den Angeboten der Caritas. So wurden etwa in den Caritas-Märkten noch nie so viele Einkäufe getätigt wie im Jahr 2025. Die Beratungsangebote der regionalen Caritas-Organisationen sind seit Jahren sehr stark ausgelastet, mancherorts steigt die Nachfrage sogar noch weiter, insbesondere bei Schuldenberatungen.
Prämien, Mieten und Mehrwertsteuer belasten ärmere Haushalte
Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik beziehen sich auf 2024. "Die aktuellen Entwicklungen geben keine Hinweise darauf, dass sich die Lage für ärmere Haushalte entspannt. Im Gegenteil: Die steigenden Lebenshaltungskosten belasten ärmere Haushalte überproportional, weil diese praktisch ihr gesamtes Bruttoeinkommen für Fixkosten und Grundbedürfnisse ausgeben müssen", betont Aline Masé. Dazu zählen insbesondere die höheren Krankenkassenprämien und die sehr hohen Mieten. Auch die geplanten Erhöhungen der Mehrwertsteuer werden Haushalte mit tiefen Einkommen besonders zu spüren bekommen.
Einen gut verständlichen und umfassenden Überblick zur Armutssituation in der Schweiz gibt die neue Webplattform "Armut in der Schweiz" der Caritas: www.caritas.ch/armutsplattform
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