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Die Wasserstoff-Branche hält den Atem an. Plug Power hat die entscheidende Hürde genommen. Die Aktionäre haben grünes Licht gegeben und dem Management den dringend benötigten finanziellen Spielraum verschafft. Die Zahl der genehmigten Stammaktien wurde von 1,5 auf 3 Milliarden Stück verdoppelt. Damit ist der Reverse Split vorerst vom Tisch.
Das Unternehmen aus dem Brennstoffzellen-Sektor kann durchatmen und weitermachen. Die Börse reagierte mit einem leichten Plus an der Nasdaq. In Frankfurt kletterte das Papier auf über 1,60 Euro. Doch die eigentliche Bewertung dieser Entscheidung steht noch aus. Analysten trauen der Aktie mehr als 30 Prozent Kurspotenzial zu. Am 2. März kommen die neuen Geschäftszahlen. Dann zeigt sich, ob das frische Kapital die erhoffte Wende bringt.
Warum die Kapitalerhöhung überlebensnotwendig war
Plug Power braucht Geld. Das war allen Beteiligten klar. Der Konzern baut neue Werke für Brennstoffzellen und erweitert die Produktion von grünem Wasserstoff. Große Industriekunden und Rechenzentren warten auf die Belieferung. Ohne frisches Kapital wäre dieser Ausbau nicht zu stemmen gewesen. Die Abstimmung war ursprünglich für den 17. Februar angesetzt worden. Dann zog das Management den Termin überraschend auf den 12. Februar vor. Offenbar wollte man keine Zeit mehr verlieren. Beim ersten Anlauf am 5. Februar hatte die Beteiligung nicht ausgereicht. Zwar stimmten über 89 Prozent der Aktionäre zu, doch die erforderliche absolute Mehrheit von 50 Prozent aller ausstehenden Aktien wurde knapp verfehlt. Die Vertagung brachte die Wende. Nun kann das Unternehmen schrittweise neue Aktien ausgeben und damit seine Finanzierung stabilisieren. Das verschafft Luft gegenüber Gläubigern und Lieferanten. Die Alternative wäre ein Reverse Split gewesen. Dabei werden mehrere alte Aktien zu einer neuen zusammengefasst. Das hätte den Kurs optisch gestützt, aber das Signal an den Markt wäre "unschön" gewesen. Jetzt bleibt dieser Schrecken erspart.

Charttechnik
Der Kurs bewegt sich weiterhin in einem recht schwierigen Umfeld. Die 200-Tage-Linie ist in Reichweite. Sie liegt derzeit bei 1,65 Euro. Noch ist der Anstieg darüber nicht geglückt. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Dennoch: Ein klarer Befreiungsschlag sieht anders aus. Nach dem ersten Scheitern der Abstimmung sackte die Aktie deutlich ab. Das anschließende Plus wirkt eher verhalten. Die Marke von 1,61 Euro in Frankfurt und knapp 1,91 US-Dollar in New York zeigen, dass die Börse noch abwartet. Technisch fehlt ein eindeutiger Trendwechsel. Die Aktie dümpelt zwischen Hoffnung und Vorsicht. Große Wasserstoff-ETFs wie der Global X Hydrogen ETF halten hohe Anteile an Plug Power. Wenn dort Geld hineinfliesst, profitiert auch die Aktie automatisch. Umgekehrt gilt das genauso. Die nächsten Handelstage werden zeigen, ob die Kapitalerhöhung als Erfolg oder nur als Zeitgewinn gewertet wird. Das Kursziel der Analysten liegt im Schnitt leicht über dem aktuellen Niveau. Viel Luft nach oben ist also noch nicht eingepreist. Aber wie oben schon erwähnt, was nicht ist, kann ja noch werden. Der Kurs müsste über 1,70 Euro und danach über 1,90 Euro. Dann wäre Luft bis weit über 2,50 Euro nach oben.
Was tun?
Plug Power hat sich zunächst Zeit gekauft und den Worst Case abgewendet. Das ist positiv. Die neue Finanzierung ermöglicht dem Unternehmen, seine Strategie weiterzuverfolgen und wichtige Kundenprojekte zu bedienen. Die Technologie ist da, die Nachfrage nach grünem Wasserstoff wächst. Allerdings droht durch die Ausgabe neuer Aktien eine Verwässerung für Altaktionäre. Jede zusätzliche Aktie verteilt den Gewinn auf mehr Schultern. Das drückt auf den Kurs. Die Zahlen am 2. März werden wegweisend sein. Analysten erwarten zwar weiterhin Verluste, rechnen aber mit einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr und steigenden Umsätzen. Wenn diese Erwartungen erfüllt werden, könnte die Aktie durchstarten. Für Neueinsteiger bietet sich eine spannende Chance, wenn die fundamentale Entwicklung tatsächlich in die richtige Richtung geht. Die charttechnische Lage bleibt angespannt, das Potenzial aber ist vorhanden. Eine kleine Position mit engem Stopp könnte sich lohnen. Wer mehr Sicherheit will, wartet die Quartalszahlen ab und behält die Marke bei 1,70 Euro und 1,90 Euro für einen Einstieg im Auge.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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