BERLIN (dpa-AFX) - Das Spendenaufkommen in Deutschland ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Im Zeitraum Januar bis Dezember 2025 spendeten deutsche Privatpersonen 4,6 Milliarden Euro und damit rund neun Prozent (463 Millionen Euro) weniger als im Vorjahr, wie der Deutsche Spendenrat e.V. mitteilte. Gleichzeitig habe sich die durchschnittliche Spendenhöhe pro Person von 43 auf 46 Euro erhöht - ein Rekordwert.
"Die Zahlen zeigen: Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist ungebrochen, aber sie verändert sich", sagte Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spendenrates e.V. In wirtschaftlich und gesellschaftlich unsicheren Zeiten wögen die Menschen ihre Entscheidungen sorgfältiger ab. "Doch wenn sie helfen, dann tun sie es mit Überzeugung und mit Substanz."
Weniger Spenderinnen und Spender
Neben dem Gesamtvolumen ging auch die Zahl der Spenderinnen und Spender zurück. Im Jahr 2025 spendeten 15,8 Millionen Menschen und damit rund 848.000 Menschen weniger als im Vorjahr, wie es hieß. Die Spenderreichweite liege damit bei 24 Prozent der Bevölkerung. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Deutschen Spendenrates.
Der Dezember 2025 entwickelte sich nach Angaben des Spendenrates zu einem außergewöhnlich starken Spendenmonat. Mit 1,124 Milliarden Euro lag er demnach 15 Prozent über dem Vorjahr und machte 24 Prozent des gesamten Jahresaufkommens aus.
Generation 60+ bleibt wichtigste Stütze
Die Generation 60+ bleibt laut Spendenrat mit einem Anteil von 58 Prozent die wichtigste Stütze des Spendenaufkommens. Insgesamt habe diese Altersgruppe jedoch einen Rückgang von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
Die besonders spendenaktive Wiederaufbau-Generation (74 Jahre und älter) umfasst der Erhebung zufolge heute rund zehn Prozent weniger Menschen als noch vor einem Jahr. Das entspreche rund einer Million Menschen weniger in dieser Altersgruppe. Gleichzeitig gebe es positive Signale aus jüngeren Altersgruppen: Die 40-49-Jährigen steigerten ihre Spenden deutlich, ebenso die 60-69-Jährigen, betonte der Spendenrat./dmo/DP/mis
