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Der chinesische Technologiekonzern Xiaomi lässt die Konkurrenz gerade in mehreren Branchen gleichzeitig hinter sich. Mit über 600.000 ausgelieferten Elektroautos in weniger als zwei Jahren hat das Unternehmen bewiesen, dass es mehr kann als günstige Smartphones. Doch während Anleger noch die Erfolge des Elektroauto-Geschäfts verdauen, arbeitet Lei Jun bereits am nächsten großen Projekt: humanoide Roboter. Wer das Unternehmen in den letzten Jahren beobachtet hat, weiß: Wenn Xiaomi auf etwas setzt, dann richtig. Und die Zeichen mehren sich, dass das Unternehmen gerade dabei ist, die nächste Welle zu reiten.
Elektroautos, Smartphones und ein riesiger Fernseher
Xiaomi hat im vergangenen Jahr richtig Gas gegeben. Das Elektro-SUV YU7 lieferte im Januar 2026 mehr als doppelt so viele Einheiten aus wie das Tesla Model Y in China. Seit dem Marktstart im April 2024 wurden insgesamt mehr als 600.000 Fahrzeuge abgesetzt - allein 2025 waren es über 410.000 Stück. Parallel läuft das Kerngeschäft auf Hochtouren. Ende Februar 2026 präsentiert Xiaomi die neuen Flaggschiff-Smartphones der 17er-Serie - strategisch kurz vor dem Mobile World Congress in Barcelona. Das Premium-Modell 17 Ultra entsteht in Kooperation mit dem Display-Spezialisten TCL CSOT und soll mit neuer Technik punkten: hohe Bildqualität, bessere Energieeffizienz. Auch im TV-Segment zeigt Xiaomi Ambitionen. Das neue S Mini LED 98 kommt 2026 als erstes Modell der Marke mit integriertem Apple AirPlay 2. Das 98-Zoll-Gerät mit QD-Mini-LED-Technik und 880 dimmbaren Zonen schafft 1.200 Nits, 144 Hz und unterstützt Dolby Vision sowie Dolby Atmos. Apple-Nutzer können iPhone, iPad oder Mac kabellos auf den Riesenbildschirm spiegeln. Die Zahlen belegen den Schwung: Im Quartal bis September 2025 stieg der Umsatz um fast 23 Prozent auf 123 Milliarden Hongkong-Dollar. Der Gewinn je Aktie verdoppelte sich auf 0,52 Hongkong-Dollar.

Charttechnik
Die Xiaomi-Aktie hat eine bewegte Zeit hinter sich. Vom Hoch bei 7,35 Euro im März 2025 fiel das Papier bis auf 3,57 Euro Anfang Februar 2026. Das ist ein heftiger Rückgang von knapp 50 Prozent. Seitdem stabilisiert sich der Kurs. Zuletzt legte die Aktie auf Wochensicht sogar ein wenig zu, was auf eine beginnende Erholung hindeutet. Der Bereich um 3,50 - 3,60 Euro hat sich als starke Unterstützungszone erwiesen. Ein Ausbruch über die Marke von 4,20 Euro könnte neues Momentum erzeugen. Bis zum alten Jahreshoch sind es noch rund 85 Prozent - ein deutlicher Hinweis, wie groß das Aufholpotenzial wäre, wenn die Wachstumsstory weiter greift. Der RSI notiert mittlerweile wieder bei 32 und hat damit ein Kaufsignal generiert, als er die 30er-Marke von unten nach oben durchstoßen hat. Jetzt gilt es aus dem Abwärtstrend herauszukommen und den Kurs über die beiden wichtigen SMAs (50er und 200er) zu bugsieren.
Was tun?
Das Unternehmen kämpft gleichzeitig in Smartphones, Elektroautos, Smart-Home und bald möglicherweise humanoiden Robotern. Das bringt, je nachdem wie man es sehen möchte, Chancen und Risiken zugleich mit sich. Auf der positiven Seite stehen starke Quartalsergebnisse und ein verdoppelter Gewinn je Aktie. Der EV-Bereich hat sich mit über 600.000 Fahrzeugen etabliert. Das Management glaubt an die eigene Entwicklung und das sieht man u. a. am Aktienrückkaufprogramm. Lei Jun hat bestätigt, dass humanoide Roboter innerhalb von fünf Jahren in den Xiaomi-Werken eingesetzt werden sollen. Mit dem KI-Modell MiMo und der gezielten Anwerbung von Fachleuten aus der Robotikbranche legt Xiaomi bereits heute die Grundlagen. Wer den Aufstieg von Xiaomi EV verfolgt hat, weiß: Das Unternehmen macht aus Ankündigungen schnell handfeste Marktanteile. Auf der Risikoseite stehen der harte Preiskampf im chinesischen EV-Markt und steigende Komponentenkosten. Der Kursrückgang von über 50 Prozent vom Hochpunkt zeigt, wie volatil das Papier ist. Defensive Anleger warten besser die Quartalsergebnisse vom 24. März 2026 ab. Eine Erstposition bei weiteren Rücksetzern in Richtung 3,70 Euro schrittweise aufzubauen könnte eine sinnvolle Strategie sein, aber nur für Anleger, die wissen, worauf sie sich einlassen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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