FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Onlinebroker Flatexdegiro peilt nach Zuwächsen im vergangenen Jahr weiter Wachstum an und will mehr vom Gewinn ausschütten. Jedoch blieb der Konzern mit seinem Ausblick für 2026 hinter den Erwartungen des Marktes zurück.
An der Börse kam dies nicht gut an. Die Aktie knickte am Donnerstag zu Handelsbeginn ein. Zuletzt verlor das Papier mehr als sechs Prozent. Damit weiteten sich die Verluste im laufenden Jahr auf fast 15 Prozent aus. Jedoch war die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Plus gut 70 Prozent gut gelaufen.
Analyst Andrew Lowe von der Citigroup wies darauf hin, dass der Ergebnisausblick acht Prozent unter der durchschnittlichen Analystenschätzung liegt. Er bemerkte allerdings auch, dass Flatexdegiro dafür bekannt sei, sich konservative kurzfristige Ziele zu setzen. So hat das Unternehmen im vergangenen Jahr zweimal seine Prognose erhöht.
Flatexdegiro hatte am Vorabend überraschend vorläufige Zahlen vorgelegt. Der Umsatz dürfte demnach 2025 rund 560 Millionen und der Gewinn etwa 160 Millionen Euro erreicht haben. Die Frankfurter haben mit dem Umsatzplus von knapp 17 Prozent besser abgeschnitten als das obere Ende der Prognosespanne erwarten ließ, beim Gewinnanstieg um rund 44 Prozent trafen sie das obere Ende der Prognose.
In diesem Jahr soll es beim Erlös um 5 bis 10 Prozent und beim Konzernergebnis um 5 bis 15 Prozent nach oben gehen. Flatexdegiro will dabei jüngst eingeführte Produkt- und Serviceangebote wie Kryptohandel und Wertpapierleihe ausbauen. Darüber hinaus beabsichtige das Unternehmen, sein Sparplanangebot signifikant auszuweiten und frühzeitig "Frühstart-Rente"- und Altersvorsorgedepots anzubieten.
Analysten hatten bei den Werten für 2025 beim Umsatz etwas weniger, beim Gewinn etwas mehr auf dem Zettel. Beim für dieses Jahr angepeilten Erlös und Gewinn bleibt die Prognose jeweils unter den mittleren Schätzungen der Experten.
Flatexdegiro will dabei seine Dividendenpolitik ausweiten und Aktionäre stärker beteiligen. Künftig sollen 20 Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Das würde für 2025 eine Dividende von 30 Cent je Aktie bedeuten, ein Jahr zuvor waren es nur 4 Cent gewesen. Neben der regelmäßigen Dividendenzahlung will das Unternehmen sein Geld künftig in eigenes Wachstum und Zukäufe stecken, aber je nach Lage auch Aktienrückkäufe nutzen./men/nas/mne/jha/




