PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX) - Starke Geschäftszahlen und ein positiver Ausblick von Air France-KLM sind am Donnerstag auch bei den Lufthansa -Aktionären gut angekommen. Die Titel des französisch-niederländischen Konzerns schnellten um fast 13 Prozent auf den höchsten Stand seit Mitte September nach oben und zogen die Papiere der deutschen Konkurrentin mit einem Anstieg um zuletzt zwei Prozent mit nach oben.
Der Lufthansa-Kurs näherte sich mit bis zu 9,48 Euro dem jüngst erreichen höchsten Stand seit 2023. Über 9,59 Euro wäre es ein neues Hoch seit 2023. Durch den zuletzt guten Lauf steht die Lufthansa womöglich vor einer Rückkehr in den deutschen Leitindex Dax. Seinen Platz räumen müsste dann voraussichtlich das Papier des Modehändlers Zalando, wie Analystin Carolin Raab von der Deutschen Bank und Experte Pankaj Gupta von JPMorgan erst jüngst geschrieben hatten.
Anleger setzen in der Branchenrally in der Tendenz auf die großen Netzwerk-Fluggesellschaften. So stehen etwa die Aktien von IAG schon länger sehr gut da; sie fielen nun nach freundlichem Start in London um ein Prozent. Die Titel der British-Airways- und Iberia-Mutter bewegen sich allerdings - auch wegen des starken Transatlantik-Geschäfts des Konzerns - weiterhin auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2020, also kurz vor Beginn der Corona-Pandemie.
Die Papiere von Billigfliegern konnten der Rally am Donnerstag in der Breite nicht folgen, war doch bei Air France-KLM auch die stärkere Fokussierung auf teurere Buchungsklassen ein Treiber. Ryanair fielen in Dublin um 0,4 Prozent. Die Papiere von Easyjet verloren in London 3,2 Prozent, die von Wizz Air 2,6 Prozent.
Höhere Ticketpreise und gesunkene Treibstoffkosten hatten Air France-KLM im vergangenen Jahr einen überraschend starken Gewinnanstieg beschert. Die Fluggesellschaft übertraf sowohl gewinn- als auch umsatzseitig die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Dies sah auch Bernstein-Research-Experte Alex Irving so. Aus seiner Sicht bewegt sich das Geschäft auch 2026 in die richtige Richtung.
2026 sei ein bedeutendes und wichtiges Jahr für Air France-KLM, schrieb Analyst Stephen Furlong von Davy Research. Denn der Konzern habe die Chance, mit einer angestrebten Mehrheitsbeteiligung an den skandinavischen SAS und einer Offerte für die portugiesische TAP zu einem paneuropäischen Marktführer zu werden. Eine stärkere Bilanz werde bei der Umsetzung der strategischen Ziele hilfreich sein. Die Premium-Strategie und die Flottenerneuerung werden seiner Einschätzung nach weiter vorangetrieben.
Manch ein Analyst hatte zuletzt schon auf höherpreisige Ticket-Strategien gesetzt und gestandenen Netzwerk-Airlines den Vorzug vor Billigfliegern gegeben. Yan Derocles von Oddo BHF hatte erst Anfang Februar mit Blick auf den möglichen Umsatz pro angebotenem Sitzplatzkilometer geschrieben, 2026 werde in Europa eher das Jahr der klassischen Fluggesellschaften. Er hatte dabei explizit Air France-KLM und Lufthansa hochgestuft./tih/stw/mis




