Berlin/Dnipro (ots) -
Die Ukraine erlebt den härtesten Winter seit Kriegsbeginn: Millionen Menschen sind nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur ohne Strom, Heizung und Wasser. Insgesamt benötigen 10,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, 3,6 Millionen davon akut. Die Gesundheitskrise im Land verschärft sich dramatisch. Aktion gegen den Hunger warnt angesichts der extremen Kälte und der anhaltenden Angriffe vor einer weiteren Zuspitzung der Lage.
Millionen Menschen sind nach gezielten Angriffen auf das Energienetz ohne Strom, Heizung und Wasser. In vielen Städten fällt die Versorgung stunden- oder tagelang aus. Die Hälfte der Gebäude ist zeitweise ohne Heizung - ein Zustand, der bei Temperaturen unter minus 20 Grad lebensbedrohlich ist.
"Wiederholte Angriffe auf die Energie- und Gesundheitsinfrastruktur führen zu einer Kettenreaktion von Versorgungsausfällen, die Haushalte, Krankenhäuser und Notdienste gleichermaßen schwer treffen. Die Bombardierung von medizinischen Einrichtungen gefährdet Menschenleben und verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht. Die Gesundheitskrise in der Ukraine hat inzwischen unvorstellbare Ausmaße angenommen," sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.
"Auch Hunger und Mangelernährung nehmen zu. Steigende Preise, zerstörte Infrastruktur und winterliche Engpässe setzen Familien massiv unter Druck. Viele haben kaum noch ein Einkommen, während Binnenvertriebene oft in schlecht isolierten Unterkünften leben. Die wirtschaftliche Belastung verschärft die humanitäre Krise noch zusätzlich", so Friedrich-Rust.
Mobile Kliniken als Lebensader in Frontnähe
Aktion gegen den Hunger betreibt drei mobile Kliniken in Frontnähe und sichert damit die Gesundheitsversorgung in vielen Gebieten. Die mobilen Kliniken bieten neben Allgemeinmedizin auch gynäkologische Versorgung, Mutter-Kind-Gesundheit und psychologische Unterstützung an. Zusätzlich werden autonome Heizungen in Einrichtungen für besonders gefährdete Gruppen installiert, Hygienesets verteilt und Wasser- und Sanitärinfrastruktur in Sammelunterkünften saniert. Lokale Freiwilligengruppen erhalten persönliche Schutzausrüstung, Sicherheitstrainings und finanzielle Unterstützung, um ihre lebensrettende Arbeit fortsetzen zu können.
Oftmals übersehen: psychische Gesundheit und gynäkologische Versorgung
Besonders alarmierend ist die landesweite psychische Gesundheitskrise. 47 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer berichten von hohem Stress, 36 Prozent leiden an mindestens einer psychischen Störung. Tägliche Bombenalarme, der Verlust von Angehörigen und die Isolation vieler Kinder führen zu massiven Belastungen. Aktion gegen den Hunger bietet individuelle und gruppenbasierte psychosoziale Unterstützung, spezialisierte Therapien für Trauma, Angst, Depression und posttraumatische Belastungsstörung sowie Schulungen für medizinisches Personal und lokale Organisationen.
Ein weiteres, oft übersehenes Problem betrifft die sexuelle und reproduktive Gesundheit. In vielen ländlichen Gebieten gibt es kaum noch medizinisches Personal, und viele Frauen vermeiden Arztbesuche aus Angst vor Angriffen. Diagnosen erfolgen dadurch häufig zu spät, etwa bei Brustkrebs. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei ukrainischen Frauen und die Vorsorge ist durch den Krieg massiv eingeschränkt. Die mobilen Kliniken von Aktion gegen den Hunger bieten daher gynäkologische Untersuchungen, Beratung und Überweisungen an.
Angesichts der dramatischen Lage fordert Aktion gegen den Hunger den Schutz der Zivilbevölkerung und der kritischen Infrastruktur, sicheren und ungehinderten humanitären Zugang sowie die konsequente Dokumentation und Ahndung von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht. Gleichzeitig warnt die Organisation vor den Folgen sinkender internationaler Hilfsgelder: Kürzungen gefährden unmittelbar Menschenleben und schwächen die Fähigkeit humanitärer Akteure, auf die eskalierende Krise zu reagieren.
Hinweis an die Redaktionen
Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche.
Über Aktion gegen den Hunger
Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.
Pressekontakt:
Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 - 279 099 776
E-Mail presse@aktiongegendenhunger.de
Website www.aktiongegendenhunger.de
Original-Content von: Aktion gegen den Hunger gGmbH, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/145487/6220047
Die Ukraine erlebt den härtesten Winter seit Kriegsbeginn: Millionen Menschen sind nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur ohne Strom, Heizung und Wasser. Insgesamt benötigen 10,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, 3,6 Millionen davon akut. Die Gesundheitskrise im Land verschärft sich dramatisch. Aktion gegen den Hunger warnt angesichts der extremen Kälte und der anhaltenden Angriffe vor einer weiteren Zuspitzung der Lage.
Millionen Menschen sind nach gezielten Angriffen auf das Energienetz ohne Strom, Heizung und Wasser. In vielen Städten fällt die Versorgung stunden- oder tagelang aus. Die Hälfte der Gebäude ist zeitweise ohne Heizung - ein Zustand, der bei Temperaturen unter minus 20 Grad lebensbedrohlich ist.
"Wiederholte Angriffe auf die Energie- und Gesundheitsinfrastruktur führen zu einer Kettenreaktion von Versorgungsausfällen, die Haushalte, Krankenhäuser und Notdienste gleichermaßen schwer treffen. Die Bombardierung von medizinischen Einrichtungen gefährdet Menschenleben und verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht. Die Gesundheitskrise in der Ukraine hat inzwischen unvorstellbare Ausmaße angenommen," sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.
"Auch Hunger und Mangelernährung nehmen zu. Steigende Preise, zerstörte Infrastruktur und winterliche Engpässe setzen Familien massiv unter Druck. Viele haben kaum noch ein Einkommen, während Binnenvertriebene oft in schlecht isolierten Unterkünften leben. Die wirtschaftliche Belastung verschärft die humanitäre Krise noch zusätzlich", so Friedrich-Rust.
Mobile Kliniken als Lebensader in Frontnähe
Aktion gegen den Hunger betreibt drei mobile Kliniken in Frontnähe und sichert damit die Gesundheitsversorgung in vielen Gebieten. Die mobilen Kliniken bieten neben Allgemeinmedizin auch gynäkologische Versorgung, Mutter-Kind-Gesundheit und psychologische Unterstützung an. Zusätzlich werden autonome Heizungen in Einrichtungen für besonders gefährdete Gruppen installiert, Hygienesets verteilt und Wasser- und Sanitärinfrastruktur in Sammelunterkünften saniert. Lokale Freiwilligengruppen erhalten persönliche Schutzausrüstung, Sicherheitstrainings und finanzielle Unterstützung, um ihre lebensrettende Arbeit fortsetzen zu können.
Oftmals übersehen: psychische Gesundheit und gynäkologische Versorgung
Besonders alarmierend ist die landesweite psychische Gesundheitskrise. 47 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer berichten von hohem Stress, 36 Prozent leiden an mindestens einer psychischen Störung. Tägliche Bombenalarme, der Verlust von Angehörigen und die Isolation vieler Kinder führen zu massiven Belastungen. Aktion gegen den Hunger bietet individuelle und gruppenbasierte psychosoziale Unterstützung, spezialisierte Therapien für Trauma, Angst, Depression und posttraumatische Belastungsstörung sowie Schulungen für medizinisches Personal und lokale Organisationen.
Ein weiteres, oft übersehenes Problem betrifft die sexuelle und reproduktive Gesundheit. In vielen ländlichen Gebieten gibt es kaum noch medizinisches Personal, und viele Frauen vermeiden Arztbesuche aus Angst vor Angriffen. Diagnosen erfolgen dadurch häufig zu spät, etwa bei Brustkrebs. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei ukrainischen Frauen und die Vorsorge ist durch den Krieg massiv eingeschränkt. Die mobilen Kliniken von Aktion gegen den Hunger bieten daher gynäkologische Untersuchungen, Beratung und Überweisungen an.
Angesichts der dramatischen Lage fordert Aktion gegen den Hunger den Schutz der Zivilbevölkerung und der kritischen Infrastruktur, sicheren und ungehinderten humanitären Zugang sowie die konsequente Dokumentation und Ahndung von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht. Gleichzeitig warnt die Organisation vor den Folgen sinkender internationaler Hilfsgelder: Kürzungen gefährden unmittelbar Menschenleben und schwächen die Fähigkeit humanitärer Akteure, auf die eskalierende Krise zu reagieren.
Hinweis an die Redaktionen
Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche.
Über Aktion gegen den Hunger
Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.
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Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 - 279 099 776
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