DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Bundesbank: Deutsche Wirtschaft wächst im 1Q verhalten
Die Bundesbank erwartet, dass die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn nur verhalten wachsen wird. "Im ersten Quartal dürfte die Wirtschaft den Erholungskurs fortsetzen, wenngleich nur mit schwacher Dynamik", heißt es im aktuellen Bundesbank-Monatsbericht. Die Bundesbank verweist darauf, dass die Geschäftserwartungen der Unternehmen laut Ifo-Umfrage im Januar mehrheitlich noch pessimistisch gewesen seien und dass die Unternehmen ihre Geschäftslage als ungünstig eingeschätzt hätten. "Die schwache Kapazitätsauslastung in der Industrie dämpft nach wie vor die Investitionen", erläutert die Bundesbank.
EZB: Euroraum-Leistungsbilanzüberschuss steigt im Dezember
Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums ist im Dezember gestiegen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) betrug der Aktivsaldo saisonbereinigt 15 (November: 9) Milliarden Euro. In der Handelsbilanz ergab sich ein Überschuss von 20 (24) Milliarden Euro, wobei sich die Exporte auf 237 (237) Milliarden Euro erhöhten und die Importe auf 217 (211) Milliarden Euro.
Euro könnte fallen - PMI-Daten verstärken Zweifel an wirtschaftlicher Erholung
Der Euro könnte fallen, wenn die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone am Freitag die Zweifel an der wirtschaftlichen Erholung verstärken, schreibt Antje Praefcke von der Commerzbank in einer Research Note. "Dies würde den Euro in den kommenden Wochen anfälliger machen, wenn fundamentale und Preisdaten schwächer als erwartet ausfallen, da dann die Spekulationen über Zinssenkungen wieder zunehmen könnten." Dies folge auf die deutsche ZEW-Umfrage vom Dienstag, die gezeigt habe, dass die Konjunkturerwartungen im Februar gesunken seien.
Posten von Lane und Schnabel wichtiger als Lagardes
Die Frage, wer Nachfolger von EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird, ist aus Sicht von Rabobank-Volkswirt Bas van Geffen weniger wichtig als zwei andere Personalien mit Bezug zur Europäischen Zentralbank (EZB): "Das Ausscheiden und die Nachfolge von Philip Lane und Isabel Schnabel sind für die EZB-Politik im Jahr 2027 und darüber hinaus möglicherweise von größerer Bedeutung", schreibt er in einem Kommentar. Sie hielten derzeit mit den Ressorts Volkswirtschaft und Marktoperationen die Schlüsselportfolios inne, die für die Entscheidungsfindung im EZB-Rat entscheidend seien. "Zudem stufen wir Schnabel derzeit als das am meisten "falkenhaft" agierende Ratsmitglied ein. Ihr Abgang lässt somit Raum für größere Verschiebungen in der Gesamtausrichtung der Geldpolitik", argumentiert der Ökonom.
Fed-Protokoll - Washington bevorzugt schwächeren Dollar
Das jüngste Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve bestärkt die Ansicht, dass die Trump-Regierung nichts gegen einen schwächeren Dollar einzuwenden hätte, schreibt Chris Turner von ING in einer Research Note. Aus dem Protokoll gehe hervor, dass die New Yorker Fed im vergangenen Monat im Auftrag des US-Finanzministeriums die Kurse des Dollar gegenüber dem Yen geprüft habe. Der Schritt spiegele den gemeinsamen Wunsch der USA und Japans wider, dass der Dollar nicht nachhaltig über 160 Yen steige, meint Turner.
Fed-Protokoll dämpft Erwartungen auf US-Zinssenkungen
Das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der Sitzung der US-Notenbank habe die Markterwartungen hinsichtlich des Ausmaßes der Zinssenkungen in den kommenden Monaten gedämpft, schreiben die Analysten von IG in einer Research Note. Aus dem Protokoll gehe hervor, dass mehrere Mitglieder eine Leitlinie unterstützt hätten, die mögliche Zinserhöhungen nahelege, falls die US-Inflation über dem Ziel von 2 Prozent bleibe. Die US-Geldmärkte preisen nun Zinssenkungen von 57 Basispunkten in diesem Jahr ein, gegenüber 65 Basispunkten diese Woche, wie Daten von LSEG zeigen.
DJG/DJN/apo
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February 19, 2026 07:30 ET (12:30 GMT)
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