DJ MÄRKTE USA/Nahost-Spannungen drücken Aktien und treiben Ölpreise
DOW JONES--Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und ein Auslaufen der Erholung im Technologiesektor bescheren der Wall Street am Donnerstag zunächst Verluste. Die USA verlegen derzeit eine massive Luftstreitmacht in den Nahen Osten. Damit bündeln sie in der Region die schlagkräftigste Truppe seit der Invasion des Irak 2003. Die USA sind bereit, gegen den Iran vorzugehen. Präsident Donald Trump hat jedoch noch nicht entschieden, ob er Angriffe anordnen wird. Mit dem Aufmarsch erhöht Trump den Druck auf den Iran bei den laufenden Atom- und Abrüstungsgesprächen. Im frühen Handel verliert der Dow-Jones-Index 0,5 Prozent auf 49.413 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßen 0,4 bzw. 0,6 Prozent ein.
Angesichts der Entwicklung ziehen die Ölpreise an. Rohöl ist so teuer wie seit Sommer 2025 nicht mehr. Der Truppenaufmarsch im Nahen Osten sorgt für Ölpreissteigerungen um rund 1,7 Prozent. Die im Tagesverlauf anstehenden US-Rohöllagerbestandsdaten könnten die nächsten Impulse setzen. In Europa steigt der TTF-Gaspreis wegen der wichtigen Lieferungen aus Katar um über 7 Prozent. "Da Inflation und Erschwinglichkeit für das Weiße Haus im Moment im Vordergrund stehen, müssen wir davon ausgehen, dass der Schutz des Ölflusses durch die Seestraße von Hormus eine Priorität ist. Dies bedeutet, dass die Priorität eine diplomatische Lösung ist", sieht Marktstratege Dennis Follmer von Montis Financial die Drohkulisse Trumps eher gelassen. Bei Gold tut sich derweil wenig.
Am Anleihemarkt steigen die Renditen nach dem eher falkenhaften Fed-Protokoll des Vorabends weiter - im Zehnjahresbereich um 2 Basispunkte auf 4,10 Prozent. Die wöchentlichen Arbeitsmarkten sind besser als gedacht ausgefallen und der viel beachtete Philadelphia Fed Index ist im Februar sogar stark gestiegen, obwohl Volkswirte ein Absinken prognostiziert hatten. Die Daten stützen die Sicht der Fed vom Vortag, die kaum Argumente für Zinssenkungen gefunden hatte. "Die Stärke der Renditen spiegelt eine Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen wider (...)", urteilt Analyst Konstantinos Chrysikos von Kudotrade.
Steigende Marktzinsen treiben den Dollar nach oben - der Dollar-Index gewinnt 0,3 Prozent. Das gestiegene Handelsdefizit für Dezember könnte Trump derweil animieren, an seiner Zollpolitik festzuhalten, was den Dollar stützen dürfte. Die Aufschläge des Greenbacks dürften längerfristig aber nicht von Dauer sein, urteilt MUFG-Analyst Derek Halpenny. Die Stimmung für den Dollar dürfte fragil bleiben, solange Donald Trump US-Präsident sei.
Unter den Einzelaktien stehen die beiden Einzelhandelsriesen Ebay und Walmart im Blick. Ebay hat im vierten Quartal einen höheren Umsatz verbucht und eine Vereinbarung zur Übernahme von Depop im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Bereinigt verdiente das Auktionshaus mehr als erwartet - auch der Ausblick überraschte positiv. Der Kurs steigt um 2,5 Prozent. Die Titel der Depop-Verkäuferin Etsy ziehen um 8,8 Prozent an.
Walmart können da mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent nicht ganz mithalten - der Kurs verbucht allerdings Rekordstände. Der Einzelhändler hat für sein jüngstes Quartal ein starkes Umsatzwachstum ausgewiesen. Die Investitionen in Technologie zahlten sich aus, sagte CEO John Furner in der Telefonkonferenz. Die Automatisierung senke die Arbeitskosten, steigere die Produktivität und verbessere die Liefergeschwindigkeit.
Carvana stürzen um 8 Prozent ab, nachdem der Gebrauchtwagenhändler trotz eines deutlichen Erlöszuwachses mit dem Betriebsergebnis enttäuscht hat. Der Autovermieter Avis Budget muss Abschreibungen auf die E-Autoflotte vornehmen und schreibt rote Zahlen bei sinken Umsätzen - Anleger strafen die Aktie mit einem Abschlag von über 16 Prozent ab. Diese Probleme im Kfz-Bereich hat der Landmaschinenhersteller Deere nicht, nach überzeugendem Geschäftsausweis klettert der Kurs um 7,1 Prozent.
Figma ziehen nach starken Viertquartalszahlen des Software-Anbieters um 0,5 Prozent an. Der Lieferdienst DoorDash verbuchte durchwachsene Geschäftszahlen - die wichtige Kennziffer Bruttobestellwert wuchs allerdings um 39 Prozent. Der Kurs legt um 3 Prozent zu. Die Online-Reiseagentur Booking (-8,22%) hat im vierten Quartal zwar von einem Anstieg bei den gebuchten Übernachtungen und Buchungen insgesamt profitiert. Das Unternehmen geht davon aus, dass der bereinigte Gewinn je Aktie im Gesamtjahr im mittleren Zehnerprozentbereich steigen werde - Analysten hatte hingegen einen Anstieg von 18 Prozent geschätzt.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 49.412,87 -0,5% -249,79 +3,3% S&P-500 6.851,12 -0,4% -30,19 +0,5% NASDAQ Comp 22.606,76 -0,6% -146,88 -2,1% NASDAQ 100 24.735,89 -0,7% -162,97 -1,4% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 18:44 Uhr % YTD EUR/USD 1,1749 -0,3% 1,1786 1,1835 +0,3% EUR/JPY 182,37 -0,0% 182,41 181,67 -0,9% EUR/CHF 0,9113 +0,1% 0,9107 0,9129 -2,2% EUR/GBP 0,8739 +0,1% 0,8731 0,8740 +0,1% USD/JPY 155,21 +0,3% 154,76 153,50 -1,3% GBP/USD 1,3445 -0,4% 1,3499 1,3542 +0,2% USD/CNY 6,9385 +0,2% 6,9276 6,9244 -1,4% USD/CNH 6,9033 +0,2% 6,8916 6,8877 -1,3% AUS/USD 0,7030 -0,2% 0,7045 0,7057 +5,6% Bitcoin/USD 66.122,35 -0,4% 66.384,35 66.950,25 -25,0% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 66,18 65,05 +1,7% 1,13 +13,3% Brent/ICE 71,49 70,35 +1,6% 1,14 +15,2% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.984,27 4.976,98 +0,1% 7,29 +15,2% Silber 77,65 77,27 +0,5% 0,38 +8,4% Platin 1.756,87 1.766,29 -0,5% -9,42 +0,7% Kupfer 5,71 5,80 -1,7% -0,10 +2,6% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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February 19, 2026 09:48 ET (14:48 GMT)
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