Bonn (ots) -
Zahl der Todesfälle und Verletzungen in der Zivilbevölkerung stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent / Millionen Menschen ohne lebenswichtige Unterstützung
Am 24. Februar jährt sich die Eskalation des Krieges in der Ukraine zum vierten Mal. Die internationale Hilfsorganisation CARE warnt vor langanhaltenden und gefährlichen Auswirkungen: Millionen von Menschen leiden seit vier Jahren unter Stress, Zerstörung, Vertreibung und der ständigen Gefahr von Angriffen. Gleichzeitig sinkt die internationale humanitäre Finanzierung auf ein Rekordtief.
"Sinkende Finanzmittel bedeuten, dass lebensrettende Projekte eingestellt werden müssen", sagt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. "Und dies in einer Zeit, in der der Bedarf nach wie vor groß und zunehmend komplex ist. Nothilfe allein reicht nicht aus - die Menschen benötigen nachhaltige Unterstützung, um wieder Stabilität zu erlangen und ihr Leben neu aufzubauen."
Laut einer humanitären Bedarfsanalyse von CARE leiden mehr als 70 Prozent der Erwachsenen in den Gemeinden nahe der Frontlinie unter Stress, Angstzuständen und Depressionen. Jeder dritte Haushalt gibt an, dass unzureichendes Einkommen die dringendste Herausforderung darstellt.
"Nach vier Jahren Kriegseskalation berichten uns die Menschen von endlosen Nächten, in denen sie wegen Drohnen und Explosionen wach lagen. Sie können sich nicht mehr daran erinnern, wie sich echte Ruhe anfühlt", sagt Michael McGrath, Landesdirektor von CARE Ukraine. "Ihre Stärke hat sie bis hierhin getragen, aber die Folgen von Angst und Trauma sind nicht mehr zu übersehen - es gibt extreme psychische Belastungen und viele Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt, die oft nicht gemeldet werden."
Frauen und Mädchen sind besonders schwer vom Krieg betroffen. Viele sind Missbrauch und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. "Frauen und Mädchen benötigen Schutz ihrer Rechte und die Gewissheit, dass Verstöße nicht ungestraft bleiben. Dies erfordert starke Institutionen und wirksame, auf die Überlebenden ausgerichtete Mechanismen - etwas, worauf wir weiterhin hinarbeiten", sagt Yaryna Voloshyn, Leiterin der Kommunikationsabteilung der CARE-Partnerorganisation JurFem, einer ukrainischen Vereinigung von Juristinnen.
Im Jahr 2025 wurden laut der Vereinten Nationen 2.514 Zivilist:innen durch konfliktbedingte Gewalt getötet und 12.142 verletzt - ein Anstieg von 31 Prozent gegenüber 2024 und 71 Prozent gegenüber 2023. Angriffe auf die Energieinfrastruktur haben zugenommen. Viele Menschen haben keinen Zugang zu Strom, Heizung und Wasser. Nachttemperaturen wochenlang weit unter null Grad Celsius sind besonders gefährlich für ältere Menschen, Kranke und Kinder.
Ohne nachhaltiges internationales Engagement werden noch mehr Familien ohne Schutz, Hilfe oder die Mittel zum Wiederaufbau ihres Lebens zurückbleiben. Nach humanitärem Völkerrecht müssen die Bevölkerung und zivile Infrastruktur jederzeit geschützt werden.
Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
CARE Deutschland e.V.
Corinna Henrich
Telefon: +49 (0) 228 975 63 - 46
Mobil: +49 (0) 1511 11 48 475
E-Mail: henrich@care.de
Original-Content von: CARE Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/6745/6220330
Zahl der Todesfälle und Verletzungen in der Zivilbevölkerung stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent / Millionen Menschen ohne lebenswichtige Unterstützung
Am 24. Februar jährt sich die Eskalation des Krieges in der Ukraine zum vierten Mal. Die internationale Hilfsorganisation CARE warnt vor langanhaltenden und gefährlichen Auswirkungen: Millionen von Menschen leiden seit vier Jahren unter Stress, Zerstörung, Vertreibung und der ständigen Gefahr von Angriffen. Gleichzeitig sinkt die internationale humanitäre Finanzierung auf ein Rekordtief.
"Sinkende Finanzmittel bedeuten, dass lebensrettende Projekte eingestellt werden müssen", sagt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. "Und dies in einer Zeit, in der der Bedarf nach wie vor groß und zunehmend komplex ist. Nothilfe allein reicht nicht aus - die Menschen benötigen nachhaltige Unterstützung, um wieder Stabilität zu erlangen und ihr Leben neu aufzubauen."
Laut einer humanitären Bedarfsanalyse von CARE leiden mehr als 70 Prozent der Erwachsenen in den Gemeinden nahe der Frontlinie unter Stress, Angstzuständen und Depressionen. Jeder dritte Haushalt gibt an, dass unzureichendes Einkommen die dringendste Herausforderung darstellt.
"Nach vier Jahren Kriegseskalation berichten uns die Menschen von endlosen Nächten, in denen sie wegen Drohnen und Explosionen wach lagen. Sie können sich nicht mehr daran erinnern, wie sich echte Ruhe anfühlt", sagt Michael McGrath, Landesdirektor von CARE Ukraine. "Ihre Stärke hat sie bis hierhin getragen, aber die Folgen von Angst und Trauma sind nicht mehr zu übersehen - es gibt extreme psychische Belastungen und viele Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt, die oft nicht gemeldet werden."
Frauen und Mädchen sind besonders schwer vom Krieg betroffen. Viele sind Missbrauch und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. "Frauen und Mädchen benötigen Schutz ihrer Rechte und die Gewissheit, dass Verstöße nicht ungestraft bleiben. Dies erfordert starke Institutionen und wirksame, auf die Überlebenden ausgerichtete Mechanismen - etwas, worauf wir weiterhin hinarbeiten", sagt Yaryna Voloshyn, Leiterin der Kommunikationsabteilung der CARE-Partnerorganisation JurFem, einer ukrainischen Vereinigung von Juristinnen.
Im Jahr 2025 wurden laut der Vereinten Nationen 2.514 Zivilist:innen durch konfliktbedingte Gewalt getötet und 12.142 verletzt - ein Anstieg von 31 Prozent gegenüber 2024 und 71 Prozent gegenüber 2023. Angriffe auf die Energieinfrastruktur haben zugenommen. Viele Menschen haben keinen Zugang zu Strom, Heizung und Wasser. Nachttemperaturen wochenlang weit unter null Grad Celsius sind besonders gefährlich für ältere Menschen, Kranke und Kinder.
Ohne nachhaltiges internationales Engagement werden noch mehr Familien ohne Schutz, Hilfe oder die Mittel zum Wiederaufbau ihres Lebens zurückbleiben. Nach humanitärem Völkerrecht müssen die Bevölkerung und zivile Infrastruktur jederzeit geschützt werden.
Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
CARE Deutschland e.V.
Corinna Henrich
Telefon: +49 (0) 228 975 63 - 46
Mobil: +49 (0) 1511 11 48 475
E-Mail: henrich@care.de
Original-Content von: CARE Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/6745/6220330
© 2026 news aktuell
