NEW YORK (dpa-AFX) - Eine veränderte Lage in puncto Importzölle in den USA hat an den dortigen Aktienmärkten am Freitag zunächst keine großen Spuren hinterlassen. Der Leitindex legte zwar um 0,3 Prozent zu auf 49.558 Punkte, ein Befreiungsschlag blieb jedoch aus. Damit konsolidiert das Börsenbarometer weiterhin unter der Marke von 50.000 Punkten.
Zunächst hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschieden, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe, als er gestützt auf ein Notstandsgesetz umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner verhängte. Mit dem Urteil fehlt weitreichenden Zöllen Trumps nun eine rechtliche Grundlage. In einer Reaktion darauf kündigte Trump anschließend auf einer Pressekonferenz Alternativen zu den Zöllen an.
Analyst Steven Shermesh von der Bank RBC wertete das höchstrichterliche Aus für die Zölle der US-Regierung unter dem Strich als "leicht positiv" für die Märkte. Allerdings habe man an den Kapitalmärkten eine solche Entscheidung bereits erwartet, sie sei gewissermaßen "eingepreist".
"Es sieht aus wie eine schallende Ohrfeige für US-Präsident Donald Trump", schrieb Volkswirtin Sandra Ebner von Union Investment. Sie halte es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass die Zölle nun wegfallen. "Im Gegenteil: Faktisch dürfte sich kaum etwas ändern". Denn Präsident Trump verfüge über eine Vielzahl an Möglichkeiten, den Druck auf die Handelspartner hochzuhalten.
Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,7 Prozent auf 6.909 Punkte. Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 gewann 0,9 Prozent auf 25.021 Zähler.
Die Wirtschaft in den USA wuchs im Schlussquartal weniger als erwartet, während eine Kennzahl zur Preisentwicklung im Dezember etwas höher lag als gedacht. Der PCE-Index ist das bevorzugte Preismaß der US-Notenbank Fed und wird daher an den Finanzmärkten stark beachtet. Größere Veränderungen der Markterwartungen hinsichtlich möglicher weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed zeichneten sich zunächst nicht ab.
Für die Aktien des Bergbauunternehmens Newmont ging es um knapp 3 Prozent nach unten, nachdem der weltgrößte Goldschürfer für das laufende Jahr eine niedrigere Produktion von Goldbarren in Aussicht gestellt hatte.
Zudem sind die Aktien des Raumfahrunternehmens Rocket Lab einen Blick wert, sie büßten fast 6 Prozent ein. Wie die "Welt" schrieb, hat der Rüstungskonzern Rheinmetall ein Auge auf den Raumfahrt-Laserspezialisten Mynaric geworfen, der eigentlich durch den US-Konzern übernommen werden sollte.
Verluste von 20 respektive 12 Prozent verzeichneten die Aktien des Chemieunternehmens Chemours und des Internet- und Cloud-Dienstleisters Akamai . Während Chemours mit der Gewinnentwicklung im Schlussquartal des vergangenen Jahres den Erwartungen hinterherhinkte, verfehlte Akamai mit dem Gewinnausblick für 2026 die mittlere Analystenschätzung./bek/he
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