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MÄRKTE USA/Freundlich nach Urteil gegen Trump-Zölle und trotz neuer Trump Zolldrohung

DJ MÄRKTE USA/Freundlich nach Urteil gegen Trump-Zölle und trotz neuer Trump Zolldrohung

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--An den US-Börsen ist es am Freitag mit den Kursen nach oben gegangen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA sein schon länger erwartetes Urteil zu den globalen Zöllen von US-Präsident Donald Trump gefällt hatte. Demnach sind die Zölle unrechtmäßig, weil das von Trump bemühte Notstandsgesetz den Präsidenten nicht dazu ermächtige, Zölle zu verhängen.

Vor Bekanntwerden des Richterspruchs hatten die Indizes noch leicht nachgegeben, nachdem das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 noch schwächer ausgefallen war, als Ökonomen ohnehin schon erwartet hatten. Dazu fiel auch der Preisanstieg der persönlichen Ausgaben im Dezember einen Tick höher als erwartet aus, was einen zusätzlichen Dämpfer für die zuletzt bereits nach hinten verschobenen Zinssenkungshoffnungen bedeutet. Das Zollurteil stellte die Daten, wie auch rückläufige US-Einkaufsmanagerindizes im Februar, und auch die anhaltenden Sorgen vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten dann aber in den Hintergrund.

Zum Ende des Handelstages lag der eng gefasste Dow-Jones-Index 0,5 Prozent höher bei 49.626 Punkten. Der S&P-500 kam um 0,7 Prozent voran und die techniklastigen Nasdaq-Indizes um 0,9 Prozent. Dass die Reaktion nicht noch positiv ausfiel, erklärten Marktteilnehmer damit, dass es der Trump-Regierung gelingen dürfte, andere Mittel und Wege zu finden, die Zölle zu rechtfertigen und damit aufrecht zu erhalten. Daneben befürchten viele Akteure nun eine Phase erhöhter Unsicherheit mit Blick darauf, wie Trump reagieren wird. In einer ersten Reaktion bezeichnete er das Urteil als "Schande" und drohte umgehend mit Ersatzzöllen und einem globalen Zoll von 10 Prozent.

Ersten Angaben zufolge gab es 1.612 (Donnerstag: 1.258) Kursgewinner an der Nyse und 1.135 (1.488) -verlierer. Unverändert schlossen 66 (63) Titel.

Am Rentenmarkt tat sich wenig, die Zehnjahresrendite verblieb bei 4,08 Prozent. Zum schwachen US-Wachstum, das eigentlich für sinkende für sinkende Renditen hätte sorgen können, hieß es, dieses dürfte auch dem vorübergehenden Regierungsstillstand geschuldet sein, was es etwas relativiere.

Der Dollar schwächte sich nach dem Urteil zu den Zöllen etwas ab. Der Euro kostete zuletzt 1,1786 Dollar, der Dollarindex büßte 0,2 Prozent ein. Eine Folge des Urteils könnten laut Marktbeobachtern wieder mehr Importe in die USA sein, was dollarnegativ wirke.

Der Goldpreis zog um 1,9 Prozent an auf 5.094 Dollar. Er profitierte vom nachgebenden Dollar, aber auch seinem Ruf als sicherer Hafen im Hinblick auf die nun wieder befürchtete Phase höherer Unsicherheit. Die Ölpreise bewegten sich kaum, nachdem sie zuletzt auf Mehrmonatshochs gestiegen waren vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten.

Am Aktienmarkt fanden sich die zuletzt festen Energieaktien am Ranglistenende, ihr Branchenindex büßte 0,7 Prozent ein. Tagessieger war der Subindex der Kommunikationsdienstleister mit einem Plus von 2,6 Prozent. Gesucht waren daneben Aktien aus dem Transportsektor.

Nvidia legten um 1,0 Prozent zu. Das KI-Chip-Flaggschiff will laut Medienberichten nur noch 30 Milliarden Dollar in die neueste Finanzierungsrunde des ChatGPT-Entwicklers OpenAI investieren. Zuvor habe Nvidia bis zu 100 Milliarden Dollar investieren wollen, so die Financial Times.

Opendoor Technologies schnellten um 7,5 Prozent nach oben, nachdem die Immobilienplattform im vierten Quartal einen Umsatz erreicht hatte, der deutlich über Erwartungen lag. Grail brachen um rund 50 Prozent ein, nach einem Fehlschlag eines Krebstests des Unternehmens.

Akamai Technologies stürzten um 14,0 Prozent ab. Zwar hatte der Cloud-Dienstleister Geschäftszahlen über der Markterwartung vorgelegt. Allerdings verstimmten hohe Investitionen. Sie sollen im laufenden Jahr 23 bis 26 Prozent des Jahresumsatzes ausmachen verglichen mit 19 Prozent im Jahr 2025.

AppLovin zogen um 1,6 Prozent an. Der Spezialist für digitale Werbung plant eine eigene Social-Networking-Plattform. Copart verbilligten sich um 3,1 Prozent. Der Fahrzeugauktionator enttäuschte mit schwachen Geschäftszahlen. Chemours sackten um 16,5 Prozent ab. Der Chemiekonzern verzeichnete im vierten Quartal einen Umsatzrückgang und enttäuschte auch mit der Gewinnprognose.

INDEX     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA     49.625,97  +0,5  230,81    49.395,16 
S&P-500    6.909,51  +0,7   47,62    6.861,89 
NASDAQ Comp 22.886,07  +0,9  203,34    22.682,73 
NASDAQ 100  25.012,62  +0,9  215,28    24.797,34 
 
DEVISEN    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
EUR/USD     1,1786  +0,1  0,0014     1,1772 
EUR/JPY     182,74  +0,2  0,2700     182,47 
EUR/CHF     0,9132  +0,1  0,0010     0,9122 
EUR/GBP     0,8735  -0,1  -0,0005      0,874 
USD/JPY     155,03  +0,0  0,0500     154,98 
GBP/USD     1,3487  +0,2  0,0025     1,3462 
USD/CNY     6,908  +0,1  0,0070     6,9080 
USD/CNH     6,898  -0,0  -0,0012     6,8992 
AUS/USD     0,7083  +0,4  0,0025     0,7058 
Bitcoin/USD 67.721,04  +1,2  808,04    66.913,00 
 
 
ROHOEL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    66,39  +0,1   0,06      66,43 
Brent/ICE    71,57  -0,1   -0,09      71,66 
 
 
Metalle    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     5.094,08  +1,9   95,12    4.998,96 
Silber      84,24  +7,5   5,89      78,35 
Platin    2.163,60  +4,5   93,20    2.070,40 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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February 20, 2026 16:17 ET (21:17 GMT)

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