DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Ifo-Index im Februar etwas höher als erwartet
Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im Februar etwas deutlicher als erwartet aufgehellt. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 88,6 (Januar: 87,6) Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 88,1 prognostiziert. Der Index der Lagebeurteilung stieg auf 86,7 (85,7) Punkte. Erwartet worden waren 86,3 Punkte. Der Index der Erwartungen erhöhte auf 90,5 (Januar revidiert: 89,6) Punkte. Die Prognose hatte auf 90,0 gelautet. Vorläufig waren 89,5 Punkte gemeldet worden. "Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung", kommentierten die Konjunkturforscher die Daten.
Ifo-Anstieg war überfällig
Der Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar ist nach Aussage von KfW-Volkswirt Sebastian Wanke angesichts des starken Auftragseingangs im verarbeitenden Gewerbe überfällig gewesen. "Im Januar hatten die Grönland-Wirren sicherlich noch auf die Stimmung gedrückt. Auch dauert es, bis die Großorders von Ende 2025 sich in der Breite der Wirtschaft, die der ifo-Index widerspiegelt, bemerkbar machen", schreibt er in einem Kommentar. Mit dem heutigen Datenpunkt sei es wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden, dass sich Deutschland gerade für den Aufschwung rüste.
Ifo-Anstieg deutet auf moderate Erholung
Der unerwartet deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex in Februar deutet nach Aussage von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer lediglich auf eine moderate Erholung hin. "Alles in allem haben die Konjunkturindikatoren zuletzt zwar positiv überrascht. In der Summe geben sie aber noch kein klares Aufschwungssignal", schreibt er in einem Kommentar. Das gelte besonders für die Stimmungsindikatoren, die unter dem Ausbleiben der notwendigen breiten Wirtschaftsreformen litten. Deshalb komme der kräftige Fiskalimpuls von schätzungsweise 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht vollständig in der Wirtschaft an. "Wir prognostizieren für 2026 weiter nur ein Wachstum von 0,9 Prozent", schreibt Krämer.
EU-Abgeordnete könnten Votum über US-Handelsabkommen stoppen
Das Europäische Parlament könnte eine wichtige Abstimmung über das Handelsabkommen mit den USA auf Eis legen. Hintergrund ist das Urteil des Supreme Court, wonach die weltweiten Zölle von Präsident Donald Trump rechtswidrig sind. Die mögliche Unterbrechung erfolgt, nachdem Trump am Samstag erklärt hatte, er werde einen vorübergehenden weltweiten Zoll von 10 Prozent auf 15 Prozent anheben. Dieser ersetzt viele der Abgaben, die die Richter für illegal erklärt hatten.
Handelsabkommen unterliegen nicht neuem US-Zollsatz
Volkswirte der Deutschen Bank weisen darauf hin, dass der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Sonntag zu verstehen gegeben habe, dass bereits vereinbarte Handelsabkommen in Kraft bleiben und nicht dem neuen höheren Zollsatz unterliegen würden. "Zudem bestätigte das neue Informationsblatt zu den Zöllen gemäß Section 122, dass der vorübergehende Zoll, der morgen um Mitternacht in Kraft tritt, verschiedene Kategorien ausnehmen wird, die zuvor unter den IEEPA-Zöllen befreit waren, wie etwa kritische Mineralien, Pharmazeutika, Elektronik und USMCA-konforme Waren", schreiben sie in einem Kommentar.
Chinas Immobilienverkäufe dürften 2026 herausfordernd bleiben
Die Immobilienverkäufe in China dürften trotz der jüngsten positiven Schlagzeilen auch 2026 eine Herausforderung bleiben, schreiben die Analysten von Barclays in einem Kommentar. Die Erwartungen an eine lockerere Politik nehmen zu, nachdem lokale Medien berichtet haben, dass Bauträger nicht mehr verpflichtet seien, monatliche Daten zu melden. Unterdessen sei es positiv, dass Bauträger mit vielen Projekten in erstrangigen Städten weitere Fortschritte machten, um direkte Zahlungsausfälle zu vermeiden, so die Analysten.
+++ Konjunktur +++
Mexiko BIP 4Q saisonbereinigt +0,9% gg Vorquartal
Mexiko BIP 4Q +1,8% (PROGNOSE: +1,6%) gg Vorjahr
DJG/DJN/apo
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February 23, 2026 07:30 ET (12:30 GMT)
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