FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben nach ihrer jüngsten Rally erneut etwas zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Montag um 0,19 Prozent auf 129,59 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 2,71 Prozent.
Der Anleihemarkt hatte im Zeitraum von Anfang bis Mitte Februar von der Unsicherheit der Anleger am Aktienmarkt im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau der Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) profitiert. Es wird befürchtet, dass KI durch Kostensenkungen und die Automatisierung von Geschäftsprozessen viele Branchen gefährden kann. Doch in den letzten Handelstagen taten sich die Anleihekurse mit weiteren Gewinnen schwer.
So hat der Anleihenmarkt zuletzt auch kaum auf die Befürchtungen mit Blick auf einen Militärschlag der USA gegen den Iran reagiert, und auch die nun wieder aufgeflammte Unsicherheit rund um die US-Zölle konnte die Kurse nicht weiter antreiben. Nach der am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser am Wochenende mit einem neuen Zollsatz nach.
Am Montag belasteten robuste Konjunkturdaten die Anleihenkurse nur vorübergehend. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar stärker als erwartet verbessert, wie der überraschend deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex zeigte.
"Die deutsche Wirtschaft nimmt langsam Fahrt auf", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Dahinter steckten die Aufträge aus den Verteidigungs- und Infrastrukturprogrammen sowie leicht höhere Konsumausgaben.
Die Zollkapriolen der USA sollte man derweil nicht überbewerten, fuhr Kater fort. Die Zollsätze seien ohnehin zu gering gewesen, um größere gesamtwirtschaftliche Auswirkungen zu haben. "Für die Unternehmen ist jetzt Planungssicherheit wichtiger, also ob es mit den Zöllen noch einmal etwas herauf oder herunter geht."
Nach der Zoll-Entscheidung des Obersten US-Gerichts soll auf viele EU-Importe in die Vereinigten Staaten US-Regierungskreisen zufolge künftig ein Zoll von 15 Prozent erhoben werden. Grundlage dafür sei das von US-Präsident Donald Trump jüngst unterzeichnete weltweite Zolldekret, teilte ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses mit./jsl/he
