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MÄRKTE USA/Schwach - Zoll-Unsicherheit und KI-Ängste belasten Aktien

DJ MÄRKTE USA/Schwach - Zoll-Unsicherheit und KI-Ängste belasten Aktien

DOW JONES--Neue Zoll-Unsicherheiten und Angst vor Verwerfungen durch Künstliche Intelligenz (KI) haben zum Wochenstart die US-Aktienmärkte belastet. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA am Freitag die globalen Zölle von US-Präsident Donald Trump für unrechtmäßig erklärt hatte, verhängte Trump im Anschluss neue Zölle. Er beruft sich nun auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 und erhebt einen globalen Basiszoll von 15 Prozent, der zunächst 150 Tage eingesetzt werden kann, um außenwirtschaftliche Ungleichgewichte zu korrigieren. Der Dow-Jones-Index fiel um 1,7 Prozent auf 48.804 Punkte. Der S&P-500 schloss 1 Prozent niedriger, und der Nasdaq-Composite büßte 1,1 Prozent ein. Den 712 (Freitag: 1.639) Kursgewinnern an der Nyse standen 2.046 (1.114) -verlierer gegenüber. Unverändert gingen 60 (82) Titel aus dem Handel.

"Das fügt der Zollgeschichte eine neue Ebene der Unsicherheit hinzu. Wenn die Zoll-Politik diesen Weg weitergeht, könnten wir Ende des Jahres durchaus wieder vor dem Obersten Gerichtshof stehen", sagte Michael Landsberg, Chief Investment Officer bei Landsberg Bennett Private Wealth Management. Volkswirte der Deutschen Bank wiesen darauf hin, dass der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Sonntag zu verstehen gegeben habe, dass bereits vereinbarte Handelsabkommen in Kraft bleiben und nicht dem neuen höheren Zollsatz unterliegen würden.

Daneben nährte ein Analystenkommentar die Angst vor den disruptiven Einflüssen der KI. Citrini Research hatte am Wochenende ein hypothetisches Szenario veröffentlicht, in dem KI die Wirtschaft in naher Zukunft negativ beeinflusst. Die Analysten nannten darin zahlreiche Unternehmen verschiedenster Branchen, deren Geschäftsmodell sie bedroht sehen. Die dazugehörigen Aktien gerieten am Montag unter Druck, darunter die von Softwareunternehmen wie Applovin (-9,1%) oder Intuit (-5,5%), aber auch der Kreditkartengesellschaften American Express (-7,2%), Mastercard (-5,7%) und Visa (-4,6%) sowie des Essenlieferdiensts Doordash (-6,6%). IBM belasteten den Dow Jones mit einem Minus von 13,1 Prozent.

Konjunkturseitig ging der Auftragseingang der Industrie im Dezember verglichen mit dem Vormonat um 0,7 Prozent zurück. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,2 Prozent vorhergesagt. Der Chicago Fed National Activity Index erreichte im Januar einen Stand von plus 0,18. Im Dezember hatte er bei minus 0,21 gestanden. Die Berichtssaison legte derweil eine Pause ein. Das Highlight dürften die Ergebnisse von Nvidia für das vierte Quartal sein, die am Mittwoch nach Handelsende bekannt gegeben werden. Allgemein wird mit neuerlichen Rekordzahlen gerechnet. Doch im Fokus stehen der Ausblick sowie die Investitionen. Zuletzt hatten bei anderen großen Technologie-Konzernen vor allem die hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI) zu Abgabedruck geführt. Die Aktie gewann 0,9 Prozent.

Für die Aktie von Eli Lilly ging es um 4,8 Prozent nach oben. Auslöser war die Nachricht, dass der experimentelle Gewichtssenker CagriSema von Novo Nordisk in einer direkten klinischen Studie nicht den Erfolg des Eli-Lilly-Präparats Zepbound übertreffen konnte.

Merck & Co (+1,3%) wird seinen Geschäftsbereich Humanmedizin in zwei Sparten aufteilen. Eine davon wird die Krebs-Medikamente umfassen, darunter auch das Blockbustermedikament Keytruda. Die zweite Sparte - der Geschäftsbereich Specialty, Pharma and Infectious Diseases - wird die anderen Produkte verkaufen, darunter den HPV-Impfstoff Gardasil, das Diabetes-Medikament Januvia und neuere Produkte wie das Lungenmittel Winrevair.

Arcellx haussierten um 77,4 Prozent auf 113,76 Dollar. Gilead Sciences gab bekannt, das Biotechnologieunternehmen für 115 Dollar pro Aktie in bar zu kaufen, was einem impliziten Eigenkapitalwert von 7,8 Milliarden Dollar entspricht. Die Investoren von Arcellx erhalten außerdem nicht übertragbare bedingte Wertrechte von bis zu 5 Dollar pro Aktie. Die Aktien von Gilead fielen um 1 Prozent.

Übernahmefantasie verhalf Paypal zu einem Plus von 5,8 Prozent. Der Zahlungsdienstleister habe Gespräche mit Banken geführt, nachdem er unaufgeforderte Angebote möglicher Käufer erhalten habe, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Mindestens ein großer Konkurrent interessiere sich für das gesamte Unternehmen, während einige andere Interessenten nur an bestimmten PayPal-Vermögenswerten interessiert seien, so Bloomberg.

Der Dollar gab leicht nach. Der Dollar-Index verlor 0,1 Prozent. Die Entscheidung des Supreme Court, die meisten Zölle von Präsident Trump zu kippen, sei negativ für den Dollar, da sie politische Unsicherheit schaffe, schrieb Derek Halpenny von der MUFG Bank. Die Trump-Regierung könnte zudem angesichts des Rückschlags bei den Zöllen ihren Wunsch nach einem schwächeren Dollar stärker vorantreiben, um die Exporte anzukurbeln, meinte er.

Der Goldpreis kletterte über die Marke von 5.200 Dollar je Feinunze. Der neue Zoll von US-Präsident Trump in Höhe von 15 Prozent habe den Dollar nachgeben lassen, was die Kauflaune beflügelt habe, so die Analysten von ANZ. "Dies wurde durch die Aussicht begünstigt, dass das US-Finanzministerium die von den Importeuren gezahlten Abgaben erstatten muss." Zudem hielt die Unsicherheit über die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Märkte weiterhin in Atem und stützte die Nachfrage nach "sicheren Häfen".

Die Ölpreise gaben leicht nach. Hier drückten Nachrichten über eine neue Runde von Atomgesprächen zwischen den USA und dem Iran und die wachsende Unsicherheit über die Zölle von Präsident Trump, wie es hieß.

Die Notierungen am Anleihemarkt legten mit der Verunsicherung zu. Die Rendite zehnjähriger Papiere verlor im Gegenzug 6 Basispunkte auf 4,03 Prozent.

=== 
INDEX     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA     48.804,06  -1,7  -821,91    49.625,97 
S&P-500    6.837,75  -1,0   -71,76    6.909,51 
NASDAQ Comp 22.627,27  -1,1  -258,80    22.886,07 
NASDAQ 100  24.708,94  -1,2  -303,68    25.012,62 
 
DEVISEN    zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
EUR/USD     1,1791  +0,1   0,0011     1,1780 
EUR/JPY     182,41  -0,1  -0,2400     182,65 
EUR/CHF     0,9127  -0,1  -0,0012     0,9139 
EUR/GBP     0,8735  -0,1  -0,0006     0,8741 
USD/JPY     154,68  -0,2  -0,3700     155,05 
GBP/USD     1,3494  +0,1   0,0012     1,3482 
USD/CNY     6,908  +0,1   0,0070     6,9080 
USD/CNH     6,888  -0,1  -0,0081     6,8961 
AUS/USD     0,7059  -0,3  -0,0024     0,7083 
Bitcoin/USD 64.666,44  -4,4 -2.940,45    67.606,89 
 
ROHOEL     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    66,47  -0,0   -0,01      66,48 
Brent/ICE    71,65  -0,2   -0,11      71,76 
 
Metalle    zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     5.233,88  +2,6   130,39    5.103,49 
Silber      88,67  +4,8    4,10      84,57 
Platin    2.163,00  +0,3    6,45    2.156,55 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

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February 23, 2026 16:11 ET (21:11 GMT)

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