PEKING (dpa-AFX) - Der Ukraine-Krieg sollte die Beziehungen zwischen Europa und China nach Ansicht Pekings nicht belasten. Einen Tag vor dem China-Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz und vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking, die "Ukraine-Krise" solle kein Problem zwischen China und Europa sein.
China unterstütze diplomatische Bemühungen für eine politische Lösung. Die Volksrepublik habe niemals Öl ins Feuer gegossen oder Profit aus der Situation geschlagen, sagte Mao.
Angesprochen auf Merz' Aussage vom Vortag bei der dpa-Chefredaktionskonferenz zur Rolle Chinas im Ukraine-Krieg antwortete Mao indirekt. Sie denke, dass während Merz' Besuch beide Seiten Ansichten über Fragen gemeinsamen Interesses austauschten, sagte die Sprecherin. Merz hatte in Berlin mit Blick auf die Staatschefs von China und Russland gesagt: "Wenn Xi Jinping Putin morgen sagen würde, hör' das auf, dann muss er übermorgen aufhören." China unterstütze Russland nach wie vor durch das Beziehen von Öl und Gas und durch Technologielieferungen, sagte der CDU-Politiker.
China blickt positiv auf Merz-Besuch
Parallel zeigte sich Peking mit Blick auf den Besuch des Bundeskanzlers erwartungsvoll. China sei bereit, den Besuch als Möglichkeit zu nutzen, um das gegenseitige Verständnis und Vertrauen zu verbessern und die praktische Zusammenarbeit zu vertiefen, sagte Mao.
In einer separaten Mitteilung lobte das chinesische Handelsministerium die Größe der etwa 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation. Dies zeige Deutschlands Engagement, die gegenseitigen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu vertiefen. China messe der wirtschaftlichen und handelspolitischen Zusammenarbeit mit Deutschland große Wichtigkeit bei./jon/DP/mis
