DJ MÄRKTE USA/Fester - AMD dank Meta-Deal mit Kurssprung
DOW JONES--Nach dem Kursabsturz zu Wochenbeginn hat sich die Wall Street am Dienstag erholt. Doch die Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik und auch die Angst vor möglichen Verwerfungen durch Künstliche Intelligenz (KI) bestehen weiter. In diesem Zusammenhang wird vor allem auf die Quartalszahlen von Nvidia nach Handelsende am Mittwoch geschaut. Dabei stehen vor allem Ausblick und KI-Investitionen im Fokus. Zuletzt hatten bei anderen großen Technologiekonzernen vor allem hohe KI-Ausgaben für Abgabedruck gesorgt.
Daneben warteten die Anleger gespannt auf die Rede des US-Präsidenten zur Lage der Nation am Dienstagabend (Ortszeit), die neuerliche Turbulenzen an den Märkten auslösen könnte. Und nicht zuletzt gehen am Donnerstag die Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in eine neue Runde - auch dies ein Unsicherheitsfaktor.
Der Dow-Jones-Index gewann 0,8 Prozent auf 49.175 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,8 Prozent höher, und der Nasdaq-Composite stieg um 1,0 Prozent. An der Nyse wurden 1.810 (Montag: 726) Kursgewinner gesehen und 928 (2.034) -verlierer. Unverändert schlossen 63 (70) Titel.
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA beseitige das Zollrisiko nicht vollständig, so Strategin Christy Tan vom Franklin Templeton Institute. Obwohl der Gerichtshof das "Notfall"-Zollinstrumentarium von US-Präsident Donald Trump einschränke, habe das Gericht der Regierung Spielraum gelassen, um Zölle im Einklang mit dem Gesetz und der Verfassung wieder einzuführen. "Obwohl die Zollunsicherheit auf legalem Wege zurückkehren könnte, ist der Umfang neuer Zölle in Höhe und Breite durch das Urteil wahrscheinlich eingeschränkt worden", sagte Tan. Die Abschaffung von Zöllen sei eine Form der fiskalischen Lockerung, die die Kaufkraft und das Wachstum in vielen Sektoren ankurbeln könnte.
Konjunkturseitig überraschte der Index des Verbrauchervertrauens für Februar positiv. Er stieg überraschend deutlich auf 91,2. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten lediglich einen Stand von 86,8 erwartet. Der Vormonatswert wurde auf 89,0 von zunächst 84,5 nach oben revidiert.
Advanced Micro Devices (AMD) hat einen Deal mit Meta Platforms an Land gezogen. Wie beide Konzerne mitteilten, kauft Meta KI-Rechenleistung im Umfang von 6 Gigawatt von dem Chiphersteller. Die Vereinbarung hat einen Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar und könnte dazu führen, dass Meta bis zu 10 Prozent der AMD-Aktien besitzt. Die Aktien von AMD gewannen 8,8 Prozent, Meta notierten 0,3 Prozent im Plus.
Fedex stiegen um 0,7 Prozent. Der Logistikkonzern hat die US-Regierung verklagt und fordert eine vollständige Erstattung der gezahlten Handelszölle zuzüglich Zinsen, die aus den im vergangenen Jahr von US-Präsident Trump erlassenen Dekreten resultieren. Wie viel das Unternehmen an Zöllen gezahlt hat, teilte es nicht mit.
Home Depot gewannen 2 Prozent. Die Zahlen der US-Baumarktkette für das vierte Quartal waren besser als erwartet ausgefallen. Allerdings konnte der Ausblick auf das Gesamtjahr nicht vollständig überzeugen. Die Papiere von Eli Lilly verloren 1,5 Prozent. Mitbewerber Novo Nordisk will die US-Listenpreise für seine beliebten Medikamente zur Gewichtsreduktion und gegen Diabetes, Wegovy und Ozempic, ab dem nächsten Jahr um bis zur Hälfte senken.
Warner Bros. Discovery (+0,8%) hat ein neues Angebot von Paramount (-1,6%) zur Übernahme des gesamten Unternehmens erhalten. Details zum Inhalt des Angebots wurden jedoch nicht genannt. Die Offerte werde nun geprüft, so Warner. Das Board sei damit beauftragt festzustellen, ob es der unterzeichneten Vereinbarung von Netflix (+2,7%) zum Erwerb seiner Film- und Fernsehstudios sowie des Streaming-Dienstes HBO Max überlegen ist.
JP Morgan stabilisierten sich nach dem gut 4-prozentigen Kursabsturz am Vortag und schlossen knapp behauptet. Die Aktie gehörte zu einer Reihe von Papieren von Finanzdienstleistern, die wegen Bedenken über die Auswirkungen von KI auf ihre Geschäftsmodelle starke Verluste hinnehmen mussten. Der CEO von JP Morgan, Jamie Dimon, hat nun Bedenken über negative KI-Auswirkungen auf die US-Großbank zurückgewiesen. Die größte Bank Amerikas werde die Technologie zu ihrem Vorteil nutzen, so der Manager. Im Handel blieb man aber skeptisch.
Die Aktien der Citigroup verloren 1,1 Prozent. Mastercard erholten sich um 0,5 Prozent und Visa um 0,2 Prozent. Die genannten Aktien hatten am Montag ebenfalls unter Abgabedruck gestanden.
Der Dollar zeigte sich nach den leichten Abgaben am Vortag etwas fester. Der Dollar-Index verbesserte sich um 0,2 Prozent.
Der Goldpreis gab einen Teil der Vortagesaufschläge wieder ab. Teilnehmer verwiesen auf Gewinnmitnahmen. Dennoch "bleibt Gold über 5.000 US-Dollar je Unze, wobei weiteres Aufwärtspotenzial wahrscheinlich ist, da geopolitische Risiken fortbestehen, sich die Fragen zur Unabhängigkeit der Fed verschärfen und Anleger weiterhin aus Staatsanleihen und wichtigen Währungen umschichten", meinte Analyst Soojin Kim von MUFG.
Volatil zeigten sich die Ölpreise. Hier liege der Fokus weiter auf den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran, hieß es.
Am Anleihemarkt sanken die Kurse leicht, was Marktteilnehmer mit dem nachlassenden Sicherheitsbedürfnis der Anleger erklärten. Im Gegenzug stiegen die Renditen, im Zehnjahresbereich um knapp 1 Basispunkt auf 4,03 Prozent.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 49.174,50 +0,8% 370,44 +1,5% S&P-500 6.890,07 +0,8% 52,32 -0,1% NASDAQ Comp 22.863,68 +1,0% 236,41 -2,6% NASDAQ 100 24.977,04 +1,1% 268,10 -2,1% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mo, 17:01 % YTD EUR/USD 1,1775 -0,1% 1,1787 1,1795 +0,3% EUR/JPY 183,54 +0,7% 182,26 182,14 -1,1% EUR/CHF 0,9112 -0,2% 0,9132 0,9130 -1,9% EUR/GBP 0,8726 -0,1% 0,8737 0,8740 +0,2% USD/JPY 155,88 +0,8% 154,62 154,42 -1,4% GBP/USD 1,3493 +0,0% 1,3491 1,3495 +0,2% USD/CNY 6,9219 +0,0% 6,9212 6,9212 -1,5% USD/CNH 6,8802 -0,1% 6,8898 6,8868 -1,3% AUS/USD 0,7058 +0,0% 0,7056 0,7060 +5,7% Bitcoin/USD 64.195,45 -0,8% 64.720,70 65.625,05 -26,8% ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 66,32 66,31 +0,0% 0,01 +15,7% Brent/ICE 71,49 71,49 0% 0,00 +17,4% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 5.157,37 5.228,75 -1,4% -71,38 +21,0% Silber 87,24 88,57 -1,5% -1,34 +24,2% Platin 1.847,83 1.828,49 +1,1% 19,34 +4,3% Kupfer 5,91 5,78 +2,2% 0,13 +2,5% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
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DJG/DJN/cln
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February 24, 2026 16:12 ET (21:12 GMT)
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