München (ots) -
Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) fordert von der Bundesregierung angesichts der am Donnerstag im Deutschen Bundestag anstehenden ersten Lesung zur Reform der privaten Altersvorsorge deutliche Nachschärfungen beim geplanten Altersvorsorgedepot. Aufgrund der zunehmenden Belastung der gesetzlichen Rentenversicherung und der sich weiter verschärfenden demografischen Entwicklung reichen die derzeit kursierenden Überlegungen dazu aus Sicht des Verbands nicht aus, um die private Altersvorsorge spürbar zu stärken. Seit den 1960er-Jahren hat sich die durchschnittliche Rentenbezugsdauer nahezu verdoppelt, während immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen.
"Wir diskutieren seit Jahren über die Zukunft der Rente - jetzt braucht es endlich entschlossene Taten. Mit halben Schritten gewinnt man dieses Rennen gegen die Demografie nicht", sagt GVB-Präsident Stefan Müller am Mittwoch in München. "Das Altersvorsorgedepot kann ein wirksames Instrument sein. Aber nur, wenn es richtig ausgestaltet ist - und nicht schon am Start ausgebremst wird."
Kritisch sieht der GVB insbesondere die vorgesehene Förderobergrenze von 1.800 Euro. Sie liegt deutlich unter dem ursprünglich diskutierten Betrag von 3.000 Euro und reicht nicht aus, um eine substanzielle Zusatzrente aufzubauen. Auch die geplante Besteuerung in der Auszahlungsphase wirke dämpfend auf die Sparbereitschaft - gerade bei Haushalten mit geringerem Einkommen.
"Wer Menschen zur Vorsorge motivieren will, darf Förderung nicht durch nachgelagerte Belastungen konterkarieren. Das untergräbt Vertrauen und Akzeptanz", betont Müller.
Der GVB fordert daher klare Weichenstellungen: eine Anhebung des förderfähigen Eigenbeitrags auf 3.000 Euro, eine automatische jährliche Anpassung an die Inflation, Steuerfreiheit auch in der Auszahlungsphase sowie eine Öffnung des Modells für weitere Gruppen wie etwa Selbstständige. Gesetzliche Beitragsgarantien lehnt der Verband ab, da sie die Renditechancen unnötig begrenzen. Müller warnt: "Preisdeckel und Garantievorgaben sind gut gemeint, aber kontraproduktiv. Sie ersetzen Wettbewerb durch staatliches Mikromanagement - und kosten am Ende Ertrag."
Mit ihrem dichten Filialnetz und ihrer persönlichen Beratungskompetenz können die Volks- und Raiffeisenbanken einen wichtigen Beitrag leisten, um breite Bevölkerungsschichten zu erreichen und den Einstieg in die private Altersvorsorge zu erleichtern.
"Deutschland braucht eine tragfähige dritte Säule der Altersvorsorge", so Müller abschließend. "Der aktuelle Entwurf ist ein erster Schritt - mehr aber nicht. Wenn wir die private Vorsorge wirklich voranbringen wollen, müssen wir jetzt den Mut haben, nachzuschärfen. Andernfalls verspielen wir wertvolle Zeit und Chancen für eine ganze Generation."
Pressekontakt:
Dr. Gerald Schneider
Pressesprecher
Telefon: +49 89 / 2868 - 3401
E-Mail: presse@gv-bayern.de
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/24076/6223546
Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) fordert von der Bundesregierung angesichts der am Donnerstag im Deutschen Bundestag anstehenden ersten Lesung zur Reform der privaten Altersvorsorge deutliche Nachschärfungen beim geplanten Altersvorsorgedepot. Aufgrund der zunehmenden Belastung der gesetzlichen Rentenversicherung und der sich weiter verschärfenden demografischen Entwicklung reichen die derzeit kursierenden Überlegungen dazu aus Sicht des Verbands nicht aus, um die private Altersvorsorge spürbar zu stärken. Seit den 1960er-Jahren hat sich die durchschnittliche Rentenbezugsdauer nahezu verdoppelt, während immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen.
"Wir diskutieren seit Jahren über die Zukunft der Rente - jetzt braucht es endlich entschlossene Taten. Mit halben Schritten gewinnt man dieses Rennen gegen die Demografie nicht", sagt GVB-Präsident Stefan Müller am Mittwoch in München. "Das Altersvorsorgedepot kann ein wirksames Instrument sein. Aber nur, wenn es richtig ausgestaltet ist - und nicht schon am Start ausgebremst wird."
Kritisch sieht der GVB insbesondere die vorgesehene Förderobergrenze von 1.800 Euro. Sie liegt deutlich unter dem ursprünglich diskutierten Betrag von 3.000 Euro und reicht nicht aus, um eine substanzielle Zusatzrente aufzubauen. Auch die geplante Besteuerung in der Auszahlungsphase wirke dämpfend auf die Sparbereitschaft - gerade bei Haushalten mit geringerem Einkommen.
"Wer Menschen zur Vorsorge motivieren will, darf Förderung nicht durch nachgelagerte Belastungen konterkarieren. Das untergräbt Vertrauen und Akzeptanz", betont Müller.
Der GVB fordert daher klare Weichenstellungen: eine Anhebung des förderfähigen Eigenbeitrags auf 3.000 Euro, eine automatische jährliche Anpassung an die Inflation, Steuerfreiheit auch in der Auszahlungsphase sowie eine Öffnung des Modells für weitere Gruppen wie etwa Selbstständige. Gesetzliche Beitragsgarantien lehnt der Verband ab, da sie die Renditechancen unnötig begrenzen. Müller warnt: "Preisdeckel und Garantievorgaben sind gut gemeint, aber kontraproduktiv. Sie ersetzen Wettbewerb durch staatliches Mikromanagement - und kosten am Ende Ertrag."
Mit ihrem dichten Filialnetz und ihrer persönlichen Beratungskompetenz können die Volks- und Raiffeisenbanken einen wichtigen Beitrag leisten, um breite Bevölkerungsschichten zu erreichen und den Einstieg in die private Altersvorsorge zu erleichtern.
"Deutschland braucht eine tragfähige dritte Säule der Altersvorsorge", so Müller abschließend. "Der aktuelle Entwurf ist ein erster Schritt - mehr aber nicht. Wenn wir die private Vorsorge wirklich voranbringen wollen, müssen wir jetzt den Mut haben, nachzuschärfen. Andernfalls verspielen wir wertvolle Zeit und Chancen für eine ganze Generation."
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