CHEMNITZ/LEIPZIG (dpa-AFX) - Der seit Langem geforderte Ausbau der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz lässt noch viele Jahre auf sich warten. Während für den Südabschnitt Geithain-Chemnitz 2032 die Arbeiten beginnen und bis 2035 dauern sollen, sind für den Nordabschnitt bis Leipzig noch nicht einmal die Planungen beauftragt.
Das geht aus einer Antwort des Infrastrukturministeriums auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Katja Maier (Grüne) hervor. Zu Baubeginn und Inbetriebnahme des Nordabschnitts ließen sich noch keine validen Angaben treffen, schreibt Ministerin Regina Kraushaar (CDU). Darüber hatte zuvor die "Leipziger Volkszeitung" berichtet.
Wichtige Verkehrsader für Pendler und Wirtschaft
Die rund 80 Kilometer lange Bahnstrecke verbindet die beiden Großstädte und ist für die Wirtschaftsregion Chemnitz wichtig als Anbindung zum Fernverkehrsknoten Leipzig. Die Verbindung wird auch von vielen Pendlern genutzt. Doch gibt es nur ein Gleis und eine Oberleitung fehlt, sodass die Kapazität eingeschränkt ist.
Seit vielen Jahren kämpfen Wirtschaft, Kommunen und Verbände deswegen für einen zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung. Dass der aber nicht komplett durchgängig kommt, ist schon ausgemacht. Denn aus Kostengründen soll der Südabschnitt an zwei Brücken auf 1 und 1,6 Kilometern eingleisig bleiben. Verfechter des Ausbaus haben vor weiteren Abstrichen gewarnt, weil das den angestrebten 30-Minuten-Takt zwischen beiden Städten gefährde.
Nach Auskunft des Infrastrukturministeriums sollen die Planungen für den Nordabschnitt im April beginnen. Für die Umsetzung könnten sich die Kosten als Achillesferse erweisen. Den Angaben zufolge stehen knapp 500 Millionen Euro aus Mitteln für den Strukturwandel in Kohleregionen zur Verfügung. Laut einer Kostenschätzung aus dem Jahr 2024 seien aber Investitionen von rund 750 Millionen Euro erforderlich./hum/DP/mis
