WASHINGTON (dpa-AFX) - Bei der politischen Aufarbeitung des Skandals um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wird eine Aussage der früheren Außenministerin Hillary Clinton vor dem US-Parlament erwartet. Zunächst wird Hillary Clinton (78) am Donnerstag unter Eid aussagen, bevor am Freitag ihr Ehemann und Ex-Präsident Bill (79) befragt wird.
US-Medien zufolge werden sie nicht im Kongress in Washington, sondern per Videoschalte befragt werden. Es handelt sich voraussichtlich um geschlossene Sitzungen, weshalb unklar ist, wie viel davon nach außen dringen wird.
Hillary und Bill Clinton hatten sich monatelang geweigert, im US-Kongress zur Untersuchung des Epstein-Falls auszusagen. Die Demokraten warfen dem republikanischen Vorsitzenden des zuständigen Aufsichtsausschusses des Repräsentantenhauses, James Comer, vor, ein politisch motiviertes Verfahren zu betreiben. Dass sie Anfang Februar doch einer Aussage zustimmten, führte US-Medienberichten zufolge dazu, dass die Republikaner eine Abstimmung über ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses gegen die Clintons absagten.
Bill Clintons Name und Bilder von ihm tauchen in Dokumenten zu den Epstein-Ermittlungen auf. Eine Nennung per se bedeutet aber nichts. Der frühere Präsident hat ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit seiner Bekanntschaft mit Epstein wiederholt bestritten.
Epstein betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Der New Yorker Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society der USA und vieler anderer Länder. Er starb 2019 in seiner Gefängniszelle, noch bevor es zu einer Verurteilung hätte kommen können./rin/DP/jha
