BERGAMO (dpa-AFX) - Gregor Kobel suchte erst gar nicht nach Ausreden für seinen bösen Patzer, mit dem der Schweizer Nationaltorwart das bittere Aus für Borussia Dortmund in der Zwischenrunde der Champions League eingeleitet hatte. "Es ist bitter. Fußball kann sehr hart sein. Ich habe in dieser Sekunde die falsche Entscheidung getroffen und nehme das auf meine Kappe", sagte Kobel nach dem 1:4 (0:2) des Bundesliga-Zweiten bei Atalanta Bergamo. "Es tut mir leid für die Jungs."
Blackout hat fatale Konsequenzen
Die Nachspielzeit war schon fast abgelaufen, als Kobel weit außerhalb des eigenen Strafraums völlig unbedrängt ein verheerender Fehlpass unterlief. Daraus entstand der Elfmeter für Bergamo, der zum entscheidenden 4:1 für die Italiener führte.
"Es war mein Fehler. Ich wollte ihn weghauen, aber der Ball lag nicht richtig, um ihn sauber zu schlagen. Aber am Ende musst du den Ball natürlich klären, scheißegal wie. Es ist super hart für die Mannschaft", sagte Kobel.
Keine Schuldzuweisungen
Öffentliche Vorwürfe an den 28-Jährigen gab es nicht. "Greg ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Mannschaft und hat uns schon viele Spiele gerettet. Er weiß selbst, dass er die falsche Entscheidung getroffen hat und hat sich entschuldigt", sagte BVB-Trainer Niko Kovac.
Auch Sportdirektor Sebastian Kehl wollte Kobel für den folgenschweren Fehler nicht den Kopf waschen. "Ich glaube, er weiß, dass er in dieser Situation eine bessere Entscheidung treffen muss", sagte der Ex-Profi. Und Kapitän Emre Can bekräftigte: "Es gibt definitiv keinen Vorwurf."
Kobel selbst wollte sich nicht lange mit seinem Fauxpas beschäftigen. Denn schon am Samstag steht der Bundesliga-Klassiker gegen Tabellenführer Bayern München an. "Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen. Wir haben ein geiles Spiel vor der Brust. Da gilt es, die volle Energie auf den Platz zu bringen", sagte der BVB-Keeper./edo/DP/zb




