DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Erwerbstätigkeit in Deutschland sinkt im Januar marginal
Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im Januar marginal zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren rund 45,5 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen waren das saisonbereinigt 14.000 weniger (0,0 Prozent weniger als im Vormonat. Zwischen Mai und Dezember 2024 war ihre Zahl im Monatsschnitt um 12.000 zurückgegangen.
Deutsche Reallöhne steigen 2025 um 1,9 Prozent
Das Wachstum der Reallöhne in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr verlangsamt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stiegen die Nominallöhne 2025 um 4,2 Prozent und die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent. Daraus resultierte ein Wachstum der Reallöhne um 1,9 Prozent. Nach den Rückgängen in den Jahren 2020 bis 2023 hatten die Reallöhne in den Folgejahren wieder zugelegt - zuletzt 2024 um 3,1 Prozent. 2025 erreichten die Reallöhne fast wieder das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.
Deutsche Importpreise zeigen im Januar steigenden Preisdruck
Die Importpreise in Deutschland weisen im Januar auf einen steigenden Inflationsdruck hin. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, stieg der Index der Einfuhrpreise im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent. Ökonomen hatten nur ein Plus von 0,6 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Rückgang von 2,3 Prozent registriert. Die Prognose hatte auf ein Minus von 2,8 Prozent gelautet.
Chinas Politbüro bekräftigt wachstumsfreundlichen Kurs
Chinas Spitzenpolitiker haben ihren wachstumsfreundlichen politischen Kurs bekräftigt. Sie kamen zu einer Sitzung zusammen, um die im März anstehende, richtungsweisende jährliche Tagung des Volkskongresses vorzubereiten. Das Politbüro der regierenden Kommunistischen Partei, Chinas höchstes Entscheidungsgremium, traf sich, um den 15. Fünfjahresplan des Landes und einen Arbeitsbericht der Regierung zu erörtern. Diesen werden hochrangige Abgeordnete Anfang nächsten Monats prüfen.
China könnte Wachstumsziele für 2026 senken
China könnte seine Wirtschaftswachstumsziele für 2026 bei seinem nächsten politischen Spitzentreffen senken, wie aus einem Kommentar von ING hervorgeht. Die Anleger beobachten die bevorstehenden "Zwei Tagungen" in China genau im Hinblick auf die wichtigsten Wirtschaftsziele für 2026, insbesondere das BIP-Wachstum. "Es bestehe die Chance, dass das Wachstumsziel von 'rund 5,0 Prozent' der letzten Jahre auf 'über 4,5 Prozent' gesenkt werde", so ING. Die Märkte achten zudem auf etwaige neue Konjunkturimpulse, die in der Verlautbarung skizziert werden könnten. Im Fokus stehen die fiskalischen Ziele, einschließlich der Defizitquote und der Emission von Anleihen.
China ist größter Gewinner von US-Gerichtsurteil zu Zöllen
China sei der größte Gewinner des Urteils des Obersten Gerichtshofs der USA gegen Notfallzölle, schreiben die Ökonomen von Natixis in einem Kommentar. Die effektiven US-Zölle auf chinesische Waren könnten laut der Berechnung von Natixis um 15,6 Prozent sinken. Chinesische Exporteure könnten ihre Lieferungen vorziehen, da die Aussichten über den 150-Tage-Zeitraum hinaus höchst unsicher blieben, merken sie an. Die US-Regierung könnte nach alternativen Maßnahmen suchen, um die Zölle für China wieder auf ein Niveau nahe dem ursprünglichen zu bringen, so die Ökonomen.
Neue Wirtschaftsdaten stützen Argumente für Zinserhöhungen der BOJ
Neue Daten zur Wirtschaftsaktivität und Inflation deuten darauf hin, dass die Bank of Japan nicht mehr lange mit einer weiteren Zinserhöhung warten wird, meint Marcel Thieliant von Capital Economics. Die Einzelhandelsumsätze seien im Januar im Monatsvergleich stark gestiegen. Obwohl dieser Datensatz in letzter Zeit ein schlechter Indikator für den Konsum gewesen sei, erwarte Thieliant, dass auch der Konsumaktivitätsindex der BOJ - ein zuverlässigerer Indikator für die Verbraucherausgaben - einen robusten Anstieg verzeichnen werde. Gleichzeitig hat ein Kerninflationsindikator für Tokio gezeigt, dass das Preiswachstum ohne frische Lebensmittel und Energie im Februar leicht angezogen hat und damit deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der BOJ liegt.
Japans Regierung sichert sich Mehrheitsoption an Chiphersteller Rapidus
Tokio verstärkt seinen Einfluss auf die noch junge Halbleiterindustrie des Landes: Die japanische Regierung hat eine Finanzierungsstruktur vorgestellt, mit der sie einen Anteil von über 50 Prozent an Rapidus erwerben könnte - Japans Hoffnungsträger im Bereich der fortschrittlichen Chipfertigung. Wirtschaftsminister Ryosei Akazawa sagte am Freitag, dass die Regierung 100 Milliarden Yen (etwa 540 Millionen Euro) in den Chiphersteller investiert hat. Sie verfügt über Stimmrechte von 11,5 Prozent und hat die Option, diesen Anteil auf über 50 Prozent zu erhöhen, falls Rapidus in finanzielle oder betriebliche Schwierigkeiten geraten sollte.
Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan eskaliert - "Offener Krieg"
Ein langjähriger Konflikt zwischen Pakistan und dem Taliban-Regime in Afghanistan hat sich in das verwandelt, was der pakistanische Verteidigungsminister als "offenen Krieg" bezeichnet. Es wurden Angriffe in Kabul und entlang der gemeinsamen Grenze der Nachbarn gemeldet. "Unsere Geduld ist am Ende und jetzt herrscht ein offener Krieg zwischen uns", schrieb Verteidigungsminister Khawaja Mohammad Asif in einem Beitrag in den sozialen Medien.
+++ Konjunkturdaten +++
Japan/Kernverbraucherpreise Tokio Feb +1,8% (PROG: +1,7%) gg Vj
Japan/Verbraucherpreise Tokio Feb +1,6% gg Vj
Japan/Verbraucherpreise Tokio Feb -0,1% gg Vm
Japan/Industrieproduktion Jan +2,2% (PROG: +5,6%) gg Vm
Japan/Einzelhandelsumsatz Jan +1,8% gg Vorjahr
Japan/Einzelhandelsumsatz Supermärkte Jan +2,6% gg Vj
GB/GfK-Verbrauchervertrauen Feb -19,0 (Jan: -16,0)
GB/GfK-Verbrauchervertrauen Feb PROGNOSE: -15,0
GB/GfK-Verbrauchervertrauen Feb -19,0 (Jan: -16,0)
GB/GfK-Verbrauchervertrauen Feb PROGNOSE: -15,0
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February 27, 2026 03:00 ET (08:00 GMT)
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