BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich bei ihren Tarifverhandlungen auf eine Erhöhung der Löhne und Gehälter geeinigt. Wie beide Seiten mitteilten, steigen die Entgelte am 1. August 2026 und am 1. August 2027 um jeweils 2,5 Prozent. Die Beschäftigten bekommen im April zudem eine Einmalzahlung von 700 Euro, für Auszubildende und Dual Studierende sind es 350 Euro.
Die GDL konnte zudem ihre Forderung nach einer zusätzlichen Entgeltstufe für Beschäftigte mit besonders langer Berufserfahrung durchsetzen. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren und endet Ende 2027 - zeitgleich mit dem Tarifvertrag zwischen der Bahn und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.
Keine Warnstreiks bei der Bahn 2026 und 2027
Damit wird es dieses und nächstes Jahr keine Warnstreiks bei der Deutschen Bahn geben. Anfang 2028 muss der bundeseigene Konzern dafür dann mit beiden Gewerkschaften gleichzeitig neue Tarifverträge aushandeln. Mit der GDL wurde vereinbart, dass im ersten Quartal 2028 noch die Friedenspflicht gilt, die Lokführergewerkschaft kann also frühestens im April 2028 wieder zu Arbeitskämpfen bei der Deutschen Bahn aufrufen.
Umfangreiche Kompromisse beim Tarifeinheitsgesetz
Beim langjährigen Streitthema Tarifeinheitsgesetz sind die Bahn und die GDL einen großen Schritt aufeinander zugegangen. Das Gesetz sieht grundsätzlich vor, dass in einem Betrieb nur die Tarifverträge jener Arbeitnehmervertretung angewendet werden, die dort die Mehrheit der Mitglieder hat. Arbeitgeber und Gewerkschaften können aber auch Ausnahmen davon vereinbaren - das haben Bahn und GDL nun getan.
Ab Januar 2027 kann die von der GDL ausgehandelte Entgelttabelle auch für GDL-Mitglieder in Minderheitsbetrieben angewendet werden, ab Januar 2028 gilt das auch für Zulagen und Regelungen zum Arbeitszeitvolumen. Die Vereinbarung bezieht sich auf die drei Unternehmen DB Regio, DB Cargo und DB Fernverkehr und hat eine Laufzeit bis Ende 2030.
Darüber hinaus wurde vereinbart, dass künftig mit einem notariellen Zählverfahren festgestellt wird, welche Gewerkschaft in welchem Betrieb die Mehrheit hat. Vor allem über diese Frage gab es zuletzt immer wieder Streit und auch zahlreiche Gerichtsverfahren. Von den rund 300 Betrieben bei der Bahn werden derzeit weniger als 20 als GDL-Mehrheitsbetriebe gewertet./maa/DP/stk



