KÖLN (dpa-AFX) - Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) in Deutschland mahnt im Konflikt um den Iran Deeskalation an. "Nachhaltiger Frieden entsteht nicht durch militärische Stärke, sondern durch Dialog, Verhandlungen und die konsequente Achtung des Völkerrechts", erklärte KRM-Sprecher Ali Mete in einer Mitteilung. Der Koordinationsrat rufe daher "alle beteiligten Akteure eindringlich dazu auf, unverzüglich Schritte zur Deeskalation einzuleiten, das internationale Recht zu respektieren und zu einer politischen Lösung zurückzukehren".
Die vergangenen Jahrzehnte hätten gezeigt, dass militärische Interventionen häufig mit dem Versprechen von Stabilität und Sicherheit begründet würden. "Allzu oft jedoch hinterlassen sie Zerstörung, Traumata und langanhaltende gesellschaftliche Verwerfungen", sagte Mete. In einer Region, die bereits von Krieg, Vertreibung und Perspektivlosigkeit geprägt sei, dürfe es keine weitere Eskalation geben.
Wer versuche, politische Konflikte mit militärischer Gewalt zu lösen, riskiere eine Spirale, die kaum zu kontrollieren sei. "Neue Gewalt erzeugt neues Leid - und schafft Bedingungen, unter denen ganze Generationen mit den Folgen von Unsicherheit und Instabilität aufwachsen müssen."
Der Koordinationsrat ist die Dachorganisation islamischer Organisationen in Deutschland. Ihm gehören die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Islamrat (IRD), der Zentralrat der Muslime (ZMD), die Union Islamisch-Albanischer Zentren und der Zentralrat der Marokkaner an. Sie repräsentieren laut KRM die absolute Mehrheit der Moscheegemeinden, in denen das islamische Gemeindeleben stattfindet./kat/DP/nas
