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Hotstocks KW 9 / 2026 - Nahost in Flammen, explodieren jetzt die Öl-Aktien?

Straße von Hormuz geschlossen - und nun?

Ölaktien laufen seit Wochen mit kräftigem Rückenwind - getrieben vom Krieg im Nahen Osten und der typischen Saisonalität. In geopolitisch angespannten Zeiten steigt der Risikoaufschlag im Ölpreis oft schneller als tatsächlich Angebot ausfällt, denn der Markt preist mögliche Störungen sofort ein. Besonders im Fokus steht dabei die vom Iran gesperrte Straße von Hormuz, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert wird - jede Bedrohung dieser Route wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf die Notierungen. Gleichzeitig sorgt die beginnende Reise- und Fahrsaison, vor allem in den USA, für eine saisonal höhere Nachfrage nach Benzin und Kerosin. Geopolitik plus Sommerfaktor ergibt Momentum - und Momentum zieht Kapital an.

Doch so dynamisch der Anstieg wirkt, das Potenzial nach oben dürfte begrenzt sein. Hohe Preise rufen neues Angebot auf den Plan, insbesondere aus dem US-Schieferölsektor, der flexibel reagieren kann. Auch Förderentscheidungen der OPEC können jederzeit angepasst werden, wenn die Preise politisch oder wirtschaftlich zu heiß laufen. Auf der Nachfrageseite bleibt das globale Wachstum verhalten, China schwächelt zyklisch, und strukturell drückt die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs langfristig auf die Öl-Nachfragefantasie. Zudem notieren viele große Energiekonzerne inzwischen wieder nahe Mehrjahreshochs - die Bewertungen sind deutlich weniger günstig als noch vor wenigen Monaten.

Ölaktien sind klassisch zyklisch - sie steigen schnell, aber sie korrigieren ebenso zügig, sobald sich die geopolitische Lage entspannt oder sich die Angebotslage normalisiert. Wer die Rallye mitgenommen hat, sollte zumindest Teilgewinne sichern und Stopps konsequent nachziehen. Der Ölmarkt ist kein Ort für romantische Gefühle - er belohnt kühlen Kopf und bestraft Gier zuverlässig.

Exxon Mobil Corporation (XOM) - ISIN US30231G1022

Exxon Mobile ist in puncto Marktkapitalisierung die Nummer 1 unter den Ölkonzernen. Die Aktie startete zu Jahresbeginn eine ordentliche Rallye und befindet sich in einem Aufwärtstrend. Vorbörslich steht das Wertpapier erwartungsgemäß mit einem Mega Gap up im Plus und startet vermutlich mit einem Allzeithoch in den Handel. Gut möglich, dass es noch den einen anderen Tag nach oben geht, angesichts des weiten Abstands zum 50er-EMA sollten Trader aber auch über Gewinnmitnahmen nachdenken.

Chevron Corporation (CVX) - ISIN US1667641005

Auch bei Chevron ist mit einem Kurssprung gegenüber Freitag zu rechnen, das Allzeithoch liegt aber noch höher. Zur positiven Entwicklung trägt bei, dass das Unternehmen seine Kapazitäten ausgeweitet und an der Effizienz gearbeitet hat. Der Abstand zum 50er-EMA ist ebenfalls groß, sodass das Potenzial nach oben begrenzt sein dürfte.

Shell plc (SHEL) - ISIN GB00BP6MXD84

Die Shell-Aktie hat sich nach einer längeren Seitwärtsphase ab dem Jahreswechsel ebenfalls gut entwickelt. Im Chart sehen wir das neue Hoch vom Freitag an der NYSE knapp unter dem Allzeithoch. Mit Spannung ist zu erwarten, ob das Allzeithoch aus 2007 gehalten werden kann oder ob es zu einem Fehlausbruch kommt. Mit einer Dividendenrendite 2025 von 3.93 und einem Aktienrückkaufprogramm betreibt das Unternehmen eine aktionärsfreundliche Politik. Shell steht politisch und regulatorisch unter Druck, den CO2-Ausstoß zu senken und das Geschäft in Richtung erneuerbare Energien, Strom, Wasserstoff und LNG umzubauen. Gleichzeitig sind es aktuell vor allem klassische Öl- und Gasgeschäfte, die die hohen Cashflows für Dividenden und Rückkäufe generieren.

TotalEnergies SE (TTE) - ISIN FR0000120271

Ähnlich positiv ist die Entwicklung bei Totalenergies mit einer starken Rallye seit Jahresbeginn. Für Anleger besonders attraktiv ist die üppige Dividendenpolitik - ein klassischer "Zahltag-Titel", bei dem aber deutsche Investoren die französische Quellensteuer und die heimische Abgeltungssteuer mitdenken müssen, sonst schrumpft die Freude netto spürbar. Strategisch punktet das Unternehmen mit zwei Standbeinen: Es profitiert aktuell stark von der globalen Nachfrage nach Flüssiggas und investiert parallel massiv in erneuerbare Energien wie Solar- und Windprojekte. Dadurch wirkt der Konzern weniger wie ein reiner Öl-Dinosaurier und eher wie ein Energieriese im Umbau. Politische Eingriffe wie mögliche Übergewinnsteuern oder strengere Klimaregeln können auf die Profitabilität drücken, und wie bei allen Energiekonzernen hängen Kurs und Stimmung stark an Öl- und Gaspreisen, sodass es gilt die überkaufte Situation im Auge zu behalten..

Equinor ASA (EQNR) - ISIN NO0010096985

Noch ein Gapper, aber mitweiter Entfernung zum Allzeithoch. Treiber des jüngsten Kursanstiegs sind vor allem höhere Öl- und Gaspreise, die durch geopolitische Spannungen und starke Nachfrage in Europa befeuert werden. Gleichzeitig profitiert der Konzern von langfristigen Lieferverträgen und von einem aktuellen Ölfund in der Nordsee, was für planbare Einnahmen sorgt. Für Anleger besonders attraktiv: eine Dividendenrendite um die fünf Prozent sowie laufende Aktienrückkäufe, also klassisches "Geld-zurück-an-die-Aktionäre". Strategisch bleibt Equinor zwar stark vom fossilen Geschäft abhängig, baut aber parallel Aktivitäten in Offshore-Wind und CO2-Speicherung aus, was als Zukunftsabsicherung präsentiert wird.

Tagescharts vom 27.02.2026, Quelle: TWS

Autor: Thomas Canali

Veröffentlichungsdatum: 02.03.2026

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Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die Stimmung an den Märkten hat sich grundlegend gedreht. Während Tech- und KI-Werte zunehmend mit Volatilität und Bewertungsrisiken kämpfen, erleben klassische Versorger ein unerwartetes Comeback. Laut IEA und EIA steigt der globale Strombedarf strukturell weiter, nicht nur wegen E-Mobilität und Wärmepumpen, sondern vor allem durch energiehungrige KI-Rechenzentren. Energie wird damit zur zentralen Infrastruktur des digitalen Zeitalters.

Gleichzeitig rücken in unsicheren Marktphasen stabile Cashflows, solide Bilanzen und regulierte Renditen wieder stärker in den Fokus. Genau hier spielen Versorger ihre Stärken aus: berechenbare Erträge, robuste Nachfrage und hohe Dividenden – Qualitäten, die vielen Wachstumswerten aktuell fehlen.

Nach Jahren im Schatten der Tech-Rallye steigt nun das Interesse an Unternehmen, die Stabilität mit langfristigen Wachstumsthemen wie Netzausbau, Dekarbonisierung und erneuerbaren Energien verbinden.

Im aktuellen Spezialreport stellen wir drei Versorger vor, die defensive Stärke mit attraktivem Potenzial kombinieren.

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