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MÄRKTE EUROPA/Abverkauf nach US-Angriff auf Iran - aber keine Panik

DJ MÄRKTE EUROPA/Abverkauf nach US-Angriff auf Iran - aber keine Panik

DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Montag mit starken Abgaben auf den US-israelischen Militärschlag auf den Iran reagiert. Der Angriff könnte sich über mehrere Wochen hinziehen. Geht es nach DWS-CIO Vincenzo Vedd, dürften sich die Auswirkungen auf Wirtschaft und Märkte vor allem über die Entwicklung des Ölpreises entfalten, der maßgeblich davon abhänge, welche Einschränkungen der Konflikt für die iranische Ölproduktion sowie für die Handelsströme durch die Straße von Hormus mit sich bringe. Bis Börsenschluss ging es mit dem Ölpreis um rund 7 Prozent nach oben, zeitweise hatte er deutlich höher notiert.

Der DAX verlor 2,4 Prozent auf 24.672 Punkte und schloss damit kaum erholt von seinem Tagestief bei 24.577. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 2,4 Prozent auf 5.992 nach unten.

Die europäischen Erdgaspreise könnten sich nach Einschätzung von Analysten bei Goldman Sachs beinahe verdoppeln, falls die Lieferungen durch die Straße von Hormus für einen Monat vollständig gestoppt würden. In einem solchen Szenario würde die Kapazität der nordwesteuropäischen Gasspeicher um rund 8 Prozent sinken, was die TTF-Preise von derzeit rund 39 Euro auf etwa 62 Euro je Megawattstunde treiben würde. Der Dollar profitierte, der Euro fiel auf rund 1,17 Dollar zurück. Gold war gesucht, wenngleich das Edelmetall von den Tageshochs deutlich zurückkam.

Sobald die Märkte den ersten Schock verdaut hätten, erwartet Marktstratege Michael Brown von Pepperstone, dass der Fokus relativ rasch zu den fundamentalen Treibern und dem Narrativ zurückkehren werde, die zuvor vorgeherrscht hätten. Vor diesem Hintergrund würde Brown bei deutlichen Kursrückgängen an den Aktienmärkten eher gegen den Trend kaufen, da das grundlegende Szenario für steigende Kurse weiterhin sehr robust ausfalle.

Alles in allem sprachen Marktteilnehmer von einer geordneten Risikoscheu unter Investoren mit Blick auf die Entwicklung im Nahen Osten - ein chaotischer Abverkauf quer durch alle Assetklassen und Notverkäufe infolge von Margin Calls habe zumindest bisher nicht stattgefunden.

Als potenzielle Profiteure der Eskalation gilt für IG-Marktstratege Salah-Eddine Bouhmid der Energiesektor infolge steigender Ölpreise. Hier stiegen die Aktien von Equinor um 8,2 Prozent, Totalenergies schlossen 3,1 Prozent im Plus.

Das Ergebnis der dänischen Reederei Maersk (+7,9%) könnte von den Angriffen im Nahen Osten einen Schub erhalten, wie Mikkel Emil Jensen von der Sydbank glaubt. "Die Kombination aus verschobenen Plänen zur Rückkehr ins Rote Meer, im Persischen Golf festsitzenden Schiffen und der Umleitung von Schiffen weg von der Straße von Hormus wird zu steigenden Frachtraten führen", so der Analyst. Rund 1 Prozent der weltweiten Containerflotte sei im Persischen Golf gefangen, was zu einer Kapazitätsverknappung führen könnte, fügte Jensen hinzu.

Defensive Branchen wie Versorger und Rüstung hielten sich besser als Banken oder Chemie. Vor allem Aktien aus der Reisebranche gerieten unter Druck. Der Touristikkonzern Tui (-9,9%) hat nach den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran Reisen in die Region storniert oder abgesagt. Für das Lufthansa-Papier ging es 5,2 Prozent nach unten. BASF gaben 2,8 Prozent nach. Deutsche Bank büßten 3,5 Prozent ein und Commerzbank 3,9 Prozent. Unicredit büßten an der Mailänder Börse 3,1 Prozent ein.

Die Aktien der Rüstungsindustrie profitierten zum Teil von einer verschärften sicherheitspolitischen Lage, unter anderem stiegen Hensoldt 4,9 Prozent oder Bae Systems 6,1 Prozent. Versorger hielten sich besser: Für Eon ging es 1,2 Prozent nach unten, RWE gewannen sogar 0,7 Prozent. Endesa gaben 0,8 Prozent nach.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  5.992,17  -2,4  -146,24    6.138,41    16,8 
Stoxx-50    5.201,61  -1,8   -92,65    5.294,26    11,9 
DAX      24.672,40  -2,4  -611,86    25.284,26    19,9 
MDAX      30.856,81  -2,2  -703,53    27.039,42    15,3 
TecDAX     3.727,82  -1,6   -60,10    3.091,28    4,8 
SDAX      17.890,49  -1,7  -304,47    13.062,07    22,4 
CAC       8.394,32  -2,2  -186,43    8.580,75    10,0 
SMI      13.834,10  -1,3  -180,20    14.014,30    11,4 
ATX       5.634,07  -1,2   -67,63    5.701,70    38,3 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:05 
EUR/USD      1,1697  -1,0  -0,0116     1,1813   1,1814 
EUR/JPY      184,17  -0,1  -0,2200     184,39  184,3800 
EUR/CHF      0,9113  +0,3   0,0024     0,9089   0,9081 
EUR/GBP      0,8724  -0,4  -0,0038     0,8762   0,8782 
USD/JPY      157,42  +0,9   1,3900     156,05  156,0500 
GBP/USD      1,3405  -0,6  -0,0079     1,3484   1,3450 
USD/CNY      6,8821  +0,4   0,0242     6,8579   6,8579 
USD/CNH      6,9023  +0,6   0,0424     6,8599   6,8604 
AUS/USD      0,7073  -0,6  -0,0040     0,7113   0,7127 
Bitcoin/USD  69.315,16  +5,5  3.629,16    65.686,00 66.011,66 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     70,50  +5,2    3,48      67,02 
Brent/ICE     77,17  +5,9    4,30      72,87 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      5.294,73  +0,3   17,44    5.277,29 
Silber       87,09  -7,2   -6,73      93,82 
Platin     2.295,95  -2,9   -68,80    2.364,75 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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March 02, 2026 12:19 ET (17:19 GMT)

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