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MÄRKTE EUROPA/Anleger bevorzugen Cash - Öl & Gas haussieren

DJ MÄRKTE EUROPA/Anleger bevorzugen Cash - Öl & Gas haussieren

DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten geht es am Dienstagmittag deutlich nach unten. Während sich Anleger zum Wochenstart defensiver am Aktienmarkt positionierten, wird nun Cash bevorzugt. Nahezu alle Asset-Klassen werden verkauft. Aktien, Anleihen, selbst Gold kommt im Tagesverlauf deutlich zurück. Der Prämien, die Anleger für ihr Geld fordern, steigen massiv an. Kräftig nach oben geht es auch für die Preise für Öl und Gas, die aus der Kriegsregion im Nahen Osten stammen. Momentan wird befürchtet, dass der zunächst regionale Konflikt doch Schockwellen rund um den Globus auslösen wird, auch in Gestalt höherer Kosten für Energie. Der DAX verliert am Mittag 3,4 Prozent auf 23.798 Punkte, notierte im Tief bereits bei 23.604. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 3,2 Prozent auf 5.793 Zähler nach unten. Cash ist King und hier vor allem der Dollar, der Euro fällt im Gegenzug kurzfristig unter 1,16.

Unverändert bestimmen die Nachrichten rund um den Iran-Krieg die Börsen - zumal kein schnelles Ende in Sicht ist. Die US-Angriffe auf den Iran würden voraussichtlich vier bis fünf Wochen dauern, könnten sich aber auch länger hinziehen, sagte US-Präsident Donald Trump. Nachdem am Vortag die Infrastruktur in der Region nicht das Ziel der Raketen aus dem Iran war, zeichnet sich nun ab, dass hier gezielt die Förderung von Öl und Gas zerstört wird. Damit würde die Energieversorgung noch für einen Weile brach liegen. Auch die Straße von Hormus wird momentan gemieden, hier fahren keine Tanker mehr.

Straße von Hormus wird zum Nadelöhr

Der Persische Golf ist der wichtigste Umschlagplatz für fossile Energieträger weltweit. Damit die Schiffe den Indischen Ozean und somit die Abnehmer erreichen können, müssen sie die Strasse von Hormus, eine 55 Kilometer lange Meerenge, passieren. Ungefähr 30 Prozent der Rohöl- respektive 20 Prozent der Flüssiggasexporte werden in diesem Gewässer tagtäglich auf Tanker verladen, heißt es in einer aktuellen Studie der VP Bank. Gemessen an der globalen Gesamtproduktion entspriche dies einem Anteil von 15 bis 20 Prozent beim Rohöl, respektive 20 Prozent beim Gas. Studien der Europäischen Zentralbank zeigen, dass der Anstieg des Ölpreises um 10 Prozent das Potenzialwachstum mittelfristig um rund 0,2 Prozentpunkt dämpfen kann; ähnliche Werte gelten laut Oxford Economics für die USA. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent ist seit Anfang des Jahres um rund 30 Prozent gestiegen. An der niederländischen Gasbörse TTF zieht der Preis für den Aprilkontrakt um knapp 30 Prozent pro Megawattstunde an. Gegenüber Freitag beträgt der Aufschlag bereits über 40 Prozent

"Die Märkte gehen von einer traditionellen Risk-Off-Reaktion auf den Nahostkonflikt zu einem stagflationären Szenario über", urteilt die Commerzbank. Wegen der deutlich gestiegenen Energiepreise steigen die Renditen an den Anleihemärkten, denn die höheren Preise dürften die Inflation befeuern und im Gefolge die Zinserwartungen nach oben hieven. Die über den Erwartungen liegende Inflation in der Eurozone im Februar ist laut dem Ökonomen Diego Iscaro von S&P Global Market Intelligence keine gute Nachricht und verstärkt die Sorgen. Höhere Energiepreise, Unterbrechungen der Lieferketten und ein schwächerer Euro seien allesamt inflationär, was darauf hindeute, dass das Inflationsbild der Eurozone nun deutlich unsicherer sei,

Mit Blick auf die Sektoren in Europa verlieren die Aktien der Banken im Schnitt 4,4 Prozent. Societe Generale, Deutsche Bank wie auch die Unicredit notieren alle über 5 Prozent im Minus. Der Sektor der Minenwerte verliert ebenfalls über 4 Prozent. Den Grund liefert ein erwartet schwächeres Wirtschaftswachstum was zu einer geringeren Nachfrage nach Grundstoffen führen dürfte. So geben ArcelorMittal um 6 Prozent nach, AngloAmerican handeln knapp 6 Prozent im Minus. Alle Sektoren notieren tiefrot, auch der Sektor der Öl- und Gaswerte. Dies belegt, dass die Risikoprämie für die Assetklasse Aktie höher gewertet wird als das Plus bei den Preisen für Öl und Gas.

Mit Blick auf die Einzelwerte stürzen Beiersdorf um gleich um 20 Prozent ab. Als "enttäuschend" stufen die Analysten von Jefferies den Ausblick ein. Der DAX-Konzern rechnet für das laufende Jahr im besten Fall mit einem leichten Umsatzwachstum. Für die Analysten bedeutet dies, dass der Konsens für den Gewinn je Aktie um 5 Prozent gesenkt werden muss.

Der Kurs des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler bricht nach Zahlenausweis um 18,3 Prozent ein. Ähnlich wie bei Beiersdorf verschreckt auch hier der Ausblick. Während der Umsatz 2025 laut Jefferies im Rahmen der Erwartungen liegt, bewegt sich das EBIT 5 Prozent darunter - der freie Cashflow falle jedoch deutlich besser als gedacht aus. Die Prognose für 2026 sei aber schwach und verfehle die Schätzungen.

Ein schwächerer Absatz, Wertminderungen und Restrukturierungskosten haben SMA Solar im vergangenen Jahr tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Der Hersteller von Wechselrichtern strebt für kommendes Jahr aber wieder einen operativen Gewinn an. Jefferies erhöht die Aktie auf "Kaufen" - der Kurs zieht leicht an.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  5.793,49  -3,2  -193,44    5.986,93      16,8 
Stoxx-50    5.053,83  -2,9  -148,11    5.201,94      11,9 
DAX      23.798,50  -3,4  -839,50    24.638,00      19,9 
MDAX      29.793,78  -3,5  -1069,34    27.039,42      15,3 
TecDAX     3.623,73  -2,6   -98,13    3.091,28      4,8 
SDAX      17.179,45  -3,8  -686,07    13.062,07      22,4 
CAC       8.154,25  -2,9  -240,07    8.394,32      10,0 
SMI      13.474,84  -2,6  -359,26    13.834,10      11,4 
ATX       5.435,09  -3,5  -198,98    5.634,07      38,3 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:20 Uhr 
EUR/USD      1,1606  -0,7  -0,0081     1,1687     1,1674 
EUR/JPY      183,07  -0,5  -0,8500     183,92    184,1100 
EUR/CHF      0,911  +0,0   0,0002     0,9108     0,9114 
EUR/GBP      0,8715  -0,0  -0,0002     0,8717     0,8737 
USD/JPY      157,72  +0,2   0,3800     157,34    157,7000 
GBP/USD      1,3313  -0,7  -0,0092     1,3405     1,3361 
USD/CNY      6,8996  +0,3   0,0175     6,8821     6,8821 
USD/CNH      6,9139  +0,2   0,0137     6,9002     6,9117 
AUS/USD      0,7027  -0,9  -0,0064     0,7091     0,7059 
Bitcoin/USD  67.363,15  -3,0 -2.067,78    69.430,93   69.554,83 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     76,45  +7,3    5,22      71,23 
Brent/ICE     83,34  +7,2    5,60      77,74 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      5.206,38  -2,3  -120,44    5.326,82 
Silber       82,61  -7,6   -6,83      89,44 
Platin     2.105,35  -8,6  -197,55    2.302,90 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/cln

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March 03, 2026 07:44 ET (12:44 GMT)

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Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die Stimmung an den Märkten hat sich grundlegend gedreht. Während Tech- und KI-Werte zunehmend mit Volatilität und Bewertungsrisiken kämpfen, erleben klassische Versorger ein unerwartetes Comeback. Laut IEA und EIA steigt der globale Strombedarf strukturell weiter, nicht nur wegen E-Mobilität und Wärmepumpen, sondern vor allem durch energiehungrige KI-Rechenzentren. Energie wird damit zur zentralen Infrastruktur des digitalen Zeitalters.

Gleichzeitig rücken in unsicheren Marktphasen stabile Cashflows, solide Bilanzen und regulierte Renditen wieder stärker in den Fokus. Genau hier spielen Versorger ihre Stärken aus: berechenbare Erträge, robuste Nachfrage und hohe Dividenden – Qualitäten, die vielen Wachstumswerten aktuell fehlen.

Nach Jahren im Schatten der Tech-Rallye steigt nun das Interesse an Unternehmen, die Stabilität mit langfristigen Wachstumsthemen wie Netzausbau, Dekarbonisierung und erneuerbaren Energien verbinden.

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