DOHA (dpa-AFX) - Die katarische Regierung sieht wegen der andauernden iranischen Angriffe auf Ziele in der Golfregion "rote Linien" überschritten. Es bestehe kein Kontakt zum Iran, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Katar sei darauf fokussiert, sein Territorium und seine Bürger zu schützen.
Seit Samstag habe der Iran mehr als 100 ballistische Raketen auf Katar abgeschossen. Ein Großteil konnte abgewehrt werden. Außerdem seien seitdem 39 Drohnen und zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch der internationale Flughafen in Doha sei Ziel der Angriffe gewesen. Katar warf der iranischen Regierung vor, damit nicht nur militärische Ziele, sondern auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen.
Emiratische Staatsministerin: Keine Ausweitung der Konfrontation
Die Vereinigten Arabischen Emirate zählten bisher 812 abgefeuerte Drohnen in Richtung ihres Staatsgebiets. 755 seien abgefangen worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Außerdem seien 186 ballistische Raketen in Richtung der Emirate abgefeuert worden. Seit Samstag wurden demnach 3 Menschen durch herabfallende Trümmerteile getötet und 68 verletzt worden.
Trotz "der Schwere der Ereignisse" bleibt die Position der VAE ausgewogen, wie die emiratische Staatsministerin für internationale Zusammenarbeit Reem al-Haschimi sagte. "Wir streben keine Ausweitung des Kreises der Konfrontation an", sagte sie weiter. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch sei der einzig vernünftige Weg. Die VAE seien ein Land des Friedens und der Stabilität./arj/DP/mis
