BERLIN (dpa-AFX) - Die AfD hat vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen des Krieges in Nahost für Deutschland gewarnt. Partei- und Fraktionschefin Alice Weidel forderte zudem Antworten von der Bundesregierung auf drängende Fragen etwa zu steigenden Energiepreisen. Der deutschen Wirtschaft drohten bei länger andauernden Kampfhandlungen massive Schäden, sagte sie vor einer Sitzung der AfD-Bundestagsfraktion in Berlin.
Ein langanhaltender Krieg liege nicht in deutschem Interesse. "Die Deutschen sollten von ihrer Regierung erwarten können, dass sie sich zuerst um die Lage der eigenen Bürger und um die eigenen Unternehmen und um die Sicherheitsinteressen Deutschlands kümmert."
Weidel spricht von "Riesenschlamassel"
Weidel kritisierte die deutsche Energiepolitik. Deutschland habe sich beim Erdgas von der russischen Abhängigkeit in die amerikanische Abhängigkeit begeben und werde zudem asymmetrisch stark getroffen, weil man sich einseitig aus der Kernenergie verabschiedet habe. "Wir haben jetzt ein Riesenschlamassel."
Chrupalla: Spritpreise von drei Euro
Co-Parteichef Tino Chrupalla sagte, es sei zu begrüßen, dass das "Mullah-Regime" im Iran nicht mehr an der Macht sei. Die Frage sei nur, ob der gewählte Weg der richtige sei. Was die Exit-Strategie sei, könnten Amerikaner und Israelis bisher selbst nicht beantworten. Chrupalla erwartet in der deutschen Bevölkerung eine steigende Ablehnung des Angriffs auf den Iran, "wenn die Spritpreise die drei Euro erreichen". Der Angriff sei völkerrechtlich nicht gedeckt, sagte er./jr/DP/stw
