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MÄRKTE EUROPA/Börsen weiter im freien Fall - Inflationssorgen nehmen zu

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen weiter im freien Fall - Inflationssorgen nehmen zu

DOW JONES--Auch am Dienstag haben die europäische Börsen heftige Verluste hinnehmen müssen. Unverändert bestimmten die Nachrichten rund um den Iran-Krieg die Märkte - zumal kein schnelles Ende in Sicht ist. Die US-Angriffe auf den Iran würden voraussichtlich vier bis fünf Wochen dauern, könnten sich aber auch länger hinziehen, sagte US-Präsident Donald Trump. Nachdem am Vortag die Infrastruktur in der Region nicht das Ziel der Raketen aus dem Iran war, zeichnet sich nun ab, dass gezielt die Förderung von Öl und Gas zerstört wird.

Damit würde die Energieversorgung noch für einen Weile brach liegen. Auch die Straße von Hormus wird momentan gemieden, hier fahren keine Tanker mehr. Entsprechend haussierten der Öl- und Gaspreis um mehr als 7 bzw mehr als 20 Prozent weiter. Der DAX verlor 3,4 Prozent auf 23.791 Punkte - der Index nähert sich damit der psychologisch wichtigen Marke von 23.000 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 gab 3,6 Prozent nach. Der Euro verbilligte sich weiter auf knapp unter 1,1600 Dollar und ist damit einer der klaren Verlierer der Krise, an den Anleihemärkten stiegen die Kurse - die Renditen fielen also.

Der Persische Golf ist der wichtigste Umschlagplatz für fossile Energieträger weltweit. Damit die Schiffe den Indischen Ozean und somit die Abnehmer erreichen können, müssen sie die Straße von Hormus passieren. Ungefähr 30 Prozent der Rohöl- bzw. 20 Prozent der Flüssiggasexporte werden in diesem Gewässer tagtäglich auf Tanker verladen, so die VP Bank. Gemessen an der globalen Gesamtproduktion entspreche dies einem Anteil von 15 bis 20 Prozent beim Rohöl, respektive 20 Prozent beim Gas. EZB-Studien zeigen, dass der Anstieg des Ölpreises um 10 Prozent das Potenzialwachstum mittelfristig um rund 0,2 Prozentpunkt dämpfen kann.

Unangenehme Nachrichten von der Inflationsfront gab es bereits jetzt. Denn die Inflation im Euroraum ist im Februar auf 1,9 Prozent von 1,7 Prozent im Januar gestiegen. Auch die Kerninflation ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel stieg um zwei Zehntel auf 2,4 Prozent. Ökonomen hatten mit unveränderten Inflationsraten gerechnet. "Teilweise wirft der Irankrieg bereits jetzt seinen Schatten voraus: Aufgrund der gestiegenen Spannungen waren bereits im Februar die Energiepreise gestiegen", so die Commerzbank.

Mit Blick auf die Sektoren in Europa verloren Finanzwerte im Schnitt 4,8 Prozent. Societe Generale, Deutsche Bank wie auch die Unicredit verloren bis zu 4,9 Prozent. Für Rohstoffwerte ging es 2,3 Prozent nach unten aus Sorgen vor zukünftig niedrigeren Wachstumsraten. So gaben ArcelorMittal um 7,6 Prozent nach, AngloAmerican schlossen 3,8 Prozent im Minus. Selbst für Energiewerte ging es 0,6 Prozent nach unten.

Unternehmensmeldungen spielten in dem Umfeld weiter eine untergeordnete Rolle für die Börsen. Das verhinderte aber nicht, dass Beiersdorf gleich um 20,1 Prozent abstürzten. Als "enttäuschend" stuften die Analysten von Jefferies den Ausblick ein. Der DAX-Konzern rechnet für das laufende Jahr im besten Fall mit einem leichten Umsatzwachstum. Für die Analysten bedeutet dies, dass der Konsens für den Gewinn je Aktie um 5 Prozent gesenkt werden muss.

Der Kurs des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler brach nach Zahlenausweis um 21,6 Prozent ein. Ähnlich wie bei Beiersdorf verschreckte auch hier der Ausblick. Während der Umsatz 2025 laut Jefferies im Rahmen der Erwartungen lag, bewegte sich das EBIT 5 Prozent darunter - der freie Cashflow sei jedoch deutlich besser als gedacht ausgefallen. Die Prognose für 2026 sei aber schwach und verfehle die Schätzungen.

Ein schwächerer Absatz, Wertminderungen und Restrukturierungskosten haben SMA Solar im vergangenen Jahr tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Der Hersteller von Wechselrichtern strebt für kommendes Jahr aber wieder einen operativen Gewinn an. Jefferies erhöht die Aktie auf "Kaufen" - der Kurs verbilligte sich um 2,3 Prozent zu.

Für die Aktie der Deutschen Börse ging es um 2,1 Prozent nach oben. Die nach oben geschossene Volatilität an den Finanzmärkten hat einen höheren Absicherungsbedarf zur Folge, der typischerweise über derivative Instrumente erfolgt. Hiervon profitiert der Börsenbetreiber.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  5.771,73  -3,6  -215,20    5.986,93      16,8 
Stoxx-50    5.036,59  -3,2  -165,35    5.201,94      11,9 
DAX      23.790,65  -3,4  -847,35    24.638,00      19,9 
MDAX      29.801,02  -3,4  -1062,10    27.039,42      15,3 
TecDAX     3.617,31  -2,8  -104,55    3.091,28      4,8 
SDAX      17.094,09  -4,3  -771,43    13.062,07      22,4 
CAC       8.103,84  -3,5  -290,48    8.394,32      10,0 
SMI      13.404,93  -3,1  -429,17    13.834,10      11,4 
ATX       5.433,81  -3,6  -200,26    5.634,07      38,3 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:20 Uhr 
EUR/USD      1,1590  -0,8  -0,0097     1,1687     1,1674 
EUR/JPY      182,87  -0,6  -1,0500     183,92    184,1100 
EUR/CHF      0,9082  -0,3  -0,0026     0,9108     0,9114 
EUR/GBP      0,8703  -0,2  -0,0014     0,8717     0,8737 
USD/JPY      157,77  +0,3   0,4300     157,34    157,7000 
GBP/USD      1,3311  -0,7  -0,0094     1,3405     1,3361 
USD/CNY      6,8996  +0,3   0,0175     6,8821     6,8821 
USD/CNH      6,9247  +0,4   0,0245     6,9002     6,9117 
AUS/USD      0,7019  -1,0  -0,0072     0,7091     0,7059 
Bitcoin/USD  67.928,74  -2,2 -1.502,19    69.430,93   69.554,83 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     76,27  +7,1    5,04      71,23 
Brent/ICE      82,8  +6,5    5,06      77,74 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      5.097,02  -4,3  -229,80    5.326,82 
Silber       82,49  -7,8   -6,95      89,44 
Platin     2.065,60 -10,3  -237,30    2.302,90 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/cln

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March 03, 2026 12:19 ET (17:19 GMT)

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