FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Mittwoch lässt der Abgabedruck am deutschen Aktienmarkt zunächst etwas nach. Nach den deutlichen Verlusten der vergangenen beiden Tage macht das Versprechen von US-Präsident Donald Trump, Öl- und Gastransporte in der Straße von Hormus mit der eigenen Marine zu schützen, den Anlegern geringfügige Hoffnung auf eine Beruhigung der Energiemärkte. Der Broker IG taxierte den Leitindex Dax zwei Stunden vor dem Xetra-Start auf 23.757 Punkte, was ein Minus von 0,1 Prozent bedeutet.
"Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren", schrieb Trump am Vorabend auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen. Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten.
Diese Neuigkeiten hatten am Vorabend in New York dafür gesorgt, dass die US-Indizes ihre Verluste deutlich reduzierten. Ein Blick nach Ostasien zeigt aber, dass die Anleger an den Weltbörsen sehr nervös bleiben. Weil Südkorea und Japan stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängen, standen die Börsen dort am Mittwoch nochmals deutlich unter Druck. Der südkoreanische Leitindex Kospi verlor fast zehn Prozent an Wert.
Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners versuchen die USA, die Situation zu beruhigen. "Bislang überzeugt der Plan, Tanker auf ihrem Weg durch die Straße von Hormus zu eskortieren, die Börsen aber nicht", kommentierte er dies am Morgen. Noch sei es zu unklar, ob sich dieser Plan tatsächlich umsetzen lasse. Nach einer Delle am Vorabend zogen die Ölpreise am Mittwoch dann auch wieder etwas an./tih/zb
