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Der am Mittwochmorgen vorgelegte Ergebnisausblick gefällt Anlegern nicht. Trotz moderater Bewertung fallen die Anteile von Adidas auf neue Tiefstände.
Adidas-Aktie rutscht nach Zahlen tiefer in die Krise
Trotz eines schwierigen Wettbewerbsumfeldes konnte der Sportartikelherstelle seine Erlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr um 13 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro steigern. Trotz Handelshemmnissen, wie den US-Importzöllen, gelang es Adidas dabei, seine Bruttomarge weiter zu steigern, die um 0,8 Prozentpunkte auf 51,6 Prozent gestiegen ist.
Das hatte positive Folgen auch für das Betriebsergebnis, das um starke 54 Prozent auf 2,056 Milliarden Euro kletterte. Auch hier gelang eine deutliche Margenverbesserung von 5,7 auf 8,3 Prozent. Unterstützt wurde das starke Abschneiden von einem zufriedenstellenden Schlussquartal, in welchem Adidas seine Erlöse um 11 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro steigern konnte. In seiner Pressemitteilung betonte das Unternehmen dabei die Bedeutung des Direct-to-Consumer-Geschäfts (DTC), wo sich Adidas auf allen Märkten im zweistelligen Prozentbereich steigern konnte.
Ausblick enttäuscht, Gewinnschätzung deutlich unter den Erwartungen
Trotz des starken Abschneidens sowohl im abgelaufenen Quartal als auch im gesamten zurückliegenden Geschäftsjahr gerät die Adidas-Aktie zur Wochenmitte unter die Räder und fällt auf den tiefsten Stand seit 3 Jahren zurück.
Womit sich Investoren nicht zufrieden zeigen, ist der Ausblick auf 2026. Zwar rechnen die Herzogenauracher mit fortgesetztem Unternehmenswachstum, allerdings nur noch "im hohen einstelligen Prozentbereich", was eine Verlangsamung darstellt.
Beim Betriebsgewinn blieb Adidas deutlich hinter den Erwartungen zurück. Während Analystinnen und Analysten mit einer Gewinnschätzung von 2,7 Milliarden Euro gerechnet hatten, stellte der Sportartikelhersteller für 2026 nur 2,3 Milliarden Euro in Aussicht. Die Differenz von 400 Millionen Euro gegenüber dem Schätzwert begründet Adidas mit Belastungen durch die US-Zölle sowie "unvorteilhafte Währungsentwicklungen".

Aktie stürzt auf 3-Jahres-Tief ab
Am frühen Mittwochvormittag büßt die Aktie knapp 7 Prozent an Wert ein. Das Unterschreiten des bisherigen Jahrestiefs sowie der runden Marke von 140 Euro dürfte zahlreiche Stopp-Loss-Orders ausgelöst und damit zum Abverkauf beigetragen haben.
Ein Kursniveau um 137 Euro markiert ein neues Mehrjahrestiefs. Solche gelten in der technischen Analyse als Verkaufssignale. Die Verlustserie könnte daher zunächst anhalten. Ganz eindeutig ist der Fall jedoch nicht, denn sowohl im RSI als auch im MACD liegen schon seit Monaten bullishe Divergenzen vor. Solche gelten als Vorboten von Gegen- und Trendwendebewegungen. Außerdem fällt der RSI in Folge der hohen Verluste in den überverkauften Bereich zurück. Damit könnte eine technische Gegenreaktion in Kürze wahrscheinlicher sein als weitere Verluste.
Fazit: Anleger erhalten jetzt viel für wenig Geld
Auch mit Blick auf die Bewertung sind die seit Wochen und Monaten anhaltenden Kursverluste längst völlig überzogen. Laut der Daten von MarketScreener ist Adidas für 2026 mit einem KGVe 2026 von knapp 14 bewertet. Das liegt deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel und stellt gegenüber dem Gewinnvielfachen des Rivalen Nike (39,4) einen großen Abschlag dar. Für ein wachsendes Unternehmen mit steigendem Marktanteil in einem von Schwierigkeiten geprägten Marktumfeld ist das schlicht zu niedrig angesetzt.
Auch bei anderen Kennziffern hat Adidas auf dem aktuellen Bewertungsniveau viel zu bieten, darunter eine Cashflow-Rendite von 8,1 Prozent und eine Dividendenrendite von 2,1 Prozent, nachdem das Management eine Ausschüttung von 2,80 Euro je Aktie vorschlagen hat. Neben der Bewertung könnte die Aktie in den kommenden Monaten auch durch Aktienrückkäufe gestützt werden. Hierfür sind für 2026 bis zu eine Milliarde Euro bereitgestellt, und für 2027 und 2028 jeweils eine weitere Milliarde. Das zeigt, dass auch das Management die Aktie auf dem gegenwärtigen Kursniveau für kaufenswert hält.
Mutige Anlegerinnen und Anleger mit etwas Frustrationstoleranz greifen daher zu und beginnen mit dem Aufbau einer ersten Position. Wer bereits investiert ist, sitzt die Verluste zunächst aus und wartet ab, ob nicht die bullishen Divergenzen zu einer Trendwende führen.
Gastautor: Max Gross
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