BONN (dpa-AFX) - Der Logistikkonzern DHL muss auch im laufenden Jahr auf eine Erholung der Weltwirtschaft hoffen. Es gebe vor allem in der Geopolitik sehr viele Variablen und Unsicherheiten, sagte Konzernchef Tobias Meyer am Donnerstag laut Mitteilung. In der Prognose sei keine Verbesserung des weltwirtschaftlichen Umfelds einkalkuliert. Unter dieser Voraussetzung erwartet der Bonner Dax-Konzern vor Zinsen und Steuern (Ebit) über 6,2 Milliarden Euro und damit im schlechtesten Fall nur ein kleines Plus im Vergleich zu 2025. Die vom Unternehmen befragten Analysten hatten hingegen im Schnitt mit knapp 6,4 Milliarden gerechnet.
"Insgesamt sehe ich uns für 2026 sehr gut aufgestellt", sagte Meyer. Am Mittwoch hatte die DHL den Vertrag des Managers bis März 2031 verlängert. Er war im Mai 2023 an die Konzernspitze gerückt.
Im vergangenen Jahr stieg der operative Gewinn um 3,7 Prozent auf gut 6,1 Milliarden Euro und fiel damit leicht besser aus als von Experten erwartet. Dabei überraschte das lukrative Express-Geschäft mit zeitkritischen Sendungen positiv, während die See- und Luftfracht enttäuschte. Hier bekam die DHL die niedrigen Preise für Frachttransporte zu spüren, sowie bei den über Land transportierten Containern die schwache Konjunktur.
Meyer verwies darauf, dass der Geschäftsbereich heute "deutlich profitabler" sei als vor der Pandemie und das Geschäftsmodell durch den geringen Kapitaleinsatz sehr attraktiv. Es sei hart daran gearbeitet worden, die Strukturen zu verbessern. "Jetzt liegt der Fokus darauf, Marktanteile zu gewinnen und die Fähigkeiten auch in Spezialsegmenten weiter zu verbessern", sagte Meyer. "Das bringt dann auch die Wende beim Ergebniswachstum."
Auch die Ergebnisse im deutschen Brief- und Paketgeschäft verfehlten leicht die Erwartungen. Im internationalen Paketgeschäft lagen sie derweil ebenso im Rahmen wie bei der Lieferkettenlogistik, in der die DHL ihren Kunden verschiedene Dienstleistungen anbietet, etwa den Betrieb von Lagern und die Abwicklung von Versandretouren.
Der an der Börse viel beachtete freie Barmittelzufluss fiel 2025 mit 3,2 Milliarden Euro ebenfalls höher aus als geschätzt. Für 2026 hatten Analysten hingegen mehr auf dem Zettel, als die vom DHL-Management erwarteten rund drei Milliarden Euro.
Unterm Strich entfielen auf die Aktionäre 2025 mit 3,5 Milliarden Euro gut fünf Prozent mehr Gewinn als ein Jahr zuvor. Die Dividende soll um fünf Cent auf 1,90 Euro je Aktie steigen./lew/la/jha/




