DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Villeroy de Galhau: Nahostkrieg kein Grund für EZB-Zinserhöhung
Der Krieg im Nahen Osten rechtfertigt nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau keine geldpolitische Straffung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Der Franzose sagte am Donnerstag, er sehe trotz des anhaltenden Konflikts keinen Grund für eine Zinserhöhung durch die EZB, und die Finanzstabilität sei derzeit nicht gefährdet. "Wir werden die nächsten Sitzungen abwarten, aber im Moment sehe ich keinen Grund", sagte er in einem Interview mit dem französischen Radiosender France Inter, wie Reuters berichtet. Er fügte hinzu, der Konflikt könne zwar die Inflation ankurbeln und das Wachstum dämpfen, das genaue Verhältnis hänge jedoch von der Dauer der Situation ab.
EZB/De Guindos: Längerer Konflikt könnte Inflationserwartungen beeinflussen
Die Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf den Krieg im Nahmen Osten wird nach Aussagen von EZB-Vizepräsident Luis de Guindos von dessen Dauer und Dimension abhängen. "Wenn der Konflikt länger dauert, dann nimmt das Risiko zu dass sich die Inflationserwartungen verändern", sagte er beim European Summit des Internationalen Bankenverbands IIF. Derzeit wisse er nicht, wie lange der Konflikt andauern werde und ob er eine globalere Dimension annehmen werde. Die Unsicherheit sei schon vor den Schlägen auf den Iran hoch gewesen und habe sich seither weiter erhöht.
EZB/Nagel: Länger andauernder Krieg wäre nicht gut für Wirtschaft
EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel traut sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognose zur Reaktion Europäischen Zentralbank (EZB) auf den Iran-Krieg zu. "Wenn der Krieg lange dauert, dann werden die Auswirkungen auf die deutsche, die europäische und die globale Wirtschaft nicht gut sein", sagte er bei der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bundesbank. Er fügte hinzu: "Ich kann und werde heute nicht darüber spekulieren, was das für die Zinslandschaft bedeuten würde." Nagel verwies andererseits darauf, dass ein länger dauernder Krieg über die Energiepreise auch auf die Verbraucherpreise durchwirken würde.
Nagel: EZB muss mittelfristige Folgen des Kriegs analysieren
Die Europäische Zentralbank (EZB) muss nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel analysieren, welche Auswirkungen der Krieg im Nahen Osten auf das mittelfristige Inflationsziel hat. Bei der Vorlage des Jahresabschlusses der Deutschen Bundesbank sagte er laut veröffentlichtem Redetext: "Wir sind aus heutiger Sicht auf dem aktuellen Leitzins-Niveau richtig positioniert. Sollte sich das Inflationsbild substanziell ändern, sind wir in einer guten Lage, um darauf reagieren zu können." Für die Geldpolitik sei die Frage entscheidend, ob es sich um temporäre Angebotsschocks handele, über die sie hinwegsehen könnte.
Ifo: Blockade der Straße von Hormus trifft EU direkt und indirekt
Eine Blockade des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus wirkt nach Aussage des Ifo-Instituts nicht nur direkt über ausbleibende Lieferungen von Öl, Gas und anderen Grundstoffen, sondern auch indirekt über die weltweiten Lieferketten auf die Handelsströme der EU. "Die Importe aus dem Iran und den angrenzenden Staaten, die über die Straße von Hormus nach Europa geliefert werden, machen einen vergleichsweise geringen Teil aller Importe aus. Anders sieht es aus, wenn man nur die Öl- und Gaslieferungen betrachtet", heißt es in einer Ifo-Mitteilung. Nach Berechnungen der Außenhandelsexperten liegt der Anteil der Importe aus Iran und den Nachbarstaaten, der über die Straße von Hormus in die EU geliefert wird, bei rund 2 Prozent der gesamten Extra-EU-Importe.
Korea: Anhaltender Nahost-Konflikt könnte Chipindustrie schaden
Anhaltende geopolitische Spannungen im Nahen Osten könnten nach Aussage eines südkoreanischen Politikers der Chipindustrie seines Landes schaden. "Die [südkoreanische] Halbleiterindustrie äußerte Bedenken, dass steigende Ölpreise im Inland zu höheren Stromkosten führen könnten, was letztendlich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Halbleitern untergraben könnte", sagte Kim Young-bae, ein Abgeordneter der regierenden Demokratischen Partei. Südkorea ist ein Schwergewicht der Chipherstellung, das einen erheblichen Teil des weltweiten Angebots ausmacht und Schätzungen zufolge fast 75 Prozent der weltweiten DRAM-Speicherchips produziert.
China will mehr in KI-Ausbau in gesamter Wirtschaft investieren
China hat gezielte Anstrengungen und neue Investitionen angekündigt, um die Anwendung Künstlicher Intelligenz in seiner gesamten Wirtschaft auszuweiten. Ziel ist es, die Selbstversorgung in Schlüsselsektoren wie Chips und Quantencomputing zu stärken. Chinas Ziel ist es, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2030 um durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr zu erhöhen. Dies geht aus einem Fünfjahresplan hervor, der den Abgeordneten am Donnerstag zur Prüfung vorgelegt wurde.
Eurozone/Einzelhandelsumsatz Jan -0,1% gg Vm, +2,0% gg Vj
Eurozone/Einzelhandelsumsatz Dez rev +0,2% gg Vm, +1,8% gg Vj
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March 05, 2026 07:30 ET (12:30 GMT)
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