DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Destatis verschiebt Veröffentlichung von Daten zu Auftragseingang
Das Statistische Bundesamt (Destatis) verschiebt die Veröffentlichung zur Entwicklung von Auftragseingang und Umsatz im verarbeitenden Gewerbe. Wie Destatis mitteilte, werden die Zahlen für Januar nun am Montag nächster Woche veröffentlicht und zwar zusammen mit denen zur Produktion im produzierenden Sektor. Als Grund wird der "verspätete Eingang einer Datenkorrektur für Bayern" angegeben. Planmäßig sollten Auftragseingangs- und Umsatzdaten am morgigen Freitag veröffentlicht werden.
US-Produktivität wächst im 4. Quartal um 2,8 Prozent
Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft in den USA ist im vierten Quartal nach vorläufiger Rechnung um annualisiert 2,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit stärker als erwartet gewachsen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten mit einem Produktivitätszuwachs von nur 1,8 Prozent gerechnet. Für das dritte Quartal wurde ein revidierter Anstieg der Produktivität um 5,2 (vorläufig: 4,9) Prozent gemeldet. Wie das US-Arbeitsministerium weiter berichtete, stiegen die Lohnstückkosten im Berichtszeitraum um 2,8 Prozent, während für das Vorquartal ein revidierter Rückgang um revidiert 1,8 (vorläufig: minus 1,9) Prozent gemeldet wurde. Volkswirte hatten für das vierte Quartal einen Anstieg um 2,0 Prozent erwartet.
US-Importpreise steigen im Januar weniger als erwartet
Inflationsdruck von der Einfuhrseite ist in den USA auch im Januar nicht zu spüren gewesen. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, stiegen die Einfuhrpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Anstieg um 0,3 Prozent prognostiziert. Die Einfuhrpreise unter Herausrechnung von Öl erhöhten sich um 0,5 Prozent. Auf Jahressicht lagen die gesamten Importpreise um 0,1 Prozent niedriger. Die Exportpreise um 0,6 Prozent auf Monats- und 2,6 Prozent auf Jahressicht.
Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe unverändert
Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 28. Februar 2026 keine Veränderung gezeigt. Im Vergleich zur Vorwoche blieb die Zahl der Anträge auf saisonbereinigter Basis konstant bei 213.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 215.000 vorhergesagt. Für die Vorwoche wurde der Wert auf 213.000 (vorläufig: 212.000) revidiert. Der gleitende Vierwochendurchschnitt verringerte sich gegenüber der Vorwoche um 4.750 auf 215.750. In der Woche zum 21. Februar erhielten 1,868 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung, 46.00 mehr als in der Vorwoche.
EZB-Rat hatte Risiken und März-Projektionen im Blick - Protokoll
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist bei seinen Beratungen am 4./5. Februar 2026 einig in der Sache gewesen, den Leitzins angesichts des aktuellen Inflationsausblicks vorerst bei 2,00 Prozent zu belassen. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Protokoll der Beratungen hervorgeht, machten sich die Mitglieder des Gremiums aber Gedanken darüber, wie sie mit den zahlreichen Risiken für den "fragilen" Ausblick umgehen sollten, namentlich den geopolitischen. Sie setzten große Hoffnungen in die im März anstehenden makroökonomischen Projektionen des volkswirtschaftlichen Stabs, die, wie jetzt klar ist, vom Irak-Krieg beeinflusst sein dürften. Insofern ist der Informationsgehalt des Protokolls sehr begrenzt, und es lohnt eher, die jüngsten Einschätzungen von EZB-Ratsmitgliedern zum Irak-Krieg in den Blick zu nehmen. Davon gab es am Donnerstag einige, und man liegt auf der sicheren Seite, wenn man sagt: Von einer Lockerung der Zinssenkungen, wie sie Protokoll erwähnt wird, ist aktuelle keine Rede mehr.
Schiffsversicherer zur Zusammenarbeit mit Trump bei Hormus-Deckung bereit
Versicherer bei Lloyd's of London erklären sich bereit, mit US-Präsident Donald Trump an seinem Plan für ein staatliches Programm zur Versicherung von Tankern zusammenzuarbeiten, die die Straße von Hormus passieren. Durch diese Meerenge fließen rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung. Sie weisen aber darauf hin, dass privater Versicherungsschutz im Allgemeinen weiterhin verfügbar sei und Angebote zur Versicherung von Schiffen gemacht würden, die bereit seien, die gefährliche Durchfahrt zu riskieren. Trump hatte diese Woche in den sozialen Medien gepostet, er habe die U.S. International Development Finance Corporation angewiesen, "zu einem sehr vernünftigen Preis" Versicherungen und Garantien gegen politische Risiken für die gesamte Schifffahrt durch den Golf bereitzustellen. Der Plan zielt darauf ab, eine aus dem Krieg mit dem Iran resultierende Energiekrise abzuwenden.
Japans Autobauer befürchten Ende der positiven Dynamik im Nahen Osten - Zeitung
Die großen japanischen Autohersteller beobachten die Lage im Nahen Osten mit zunehmender Wachsamkeit, da die Spannungen in der Region eskalieren. Die Exporte japanischer Autos in den Nahen Osten erreichten 2025 einen Rekordwert, da viele Hersteller die Region in den letzten Jahren als neuen Wachstumsmarkt positioniert haben, berichtet die Zeitung The Yomiuri Shimbun. Da die Unternehmen aber nur über wenige Produktionsstandorte im Nahen Osten verfügen, wäre es für die japanischen Hersteller ein schwerer Schlag, wenn Frachtschiffe mit Autotransportkapazitäten die Straße von Hormus weiterhin nicht befahren können.
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March 05, 2026 13:00 ET (18:00 GMT)
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