
© Foto: Athena Sandrini auf Pexels (Symbolbild)
Ein australisches Unternehmen, das nur wenige auf dem Radar haben, hat sich still und leise in eine der interessantesten Aktien im Verteidigungssektor verwandelt.
DroneShield baut Systeme, die feindliche Drohnen erkennen und abwehren. Früher galt das als eine Nischenaktie, jetzt wohl nicht mehr. Die geopolitische Lage hat das Thema Drohnenabwehr mit voller Wucht in den Fokus gerückt. Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert weiter, Drohnenangriffe treffen Ziele in Israel, den VAE und Kuwait, und plötzlich fragen Regierungen weltweit: Wie können wir uns schützen? DroneShield hat eine Antwort. Die Auftragsbücher füllen sich rasant. Gleichzeitig hat das Unternehmen gerade zum ersten Mal seit seiner Börsennotierung schwarze Zahlen geschrieben. Was nach einem perfekten Einstiegsszenario klingt, hat aber auch eine charttechnische Seite, die Anleger kennen sollten.
Vom Nischenanbieter zum globalen Sicherheitsdienstleister
DroneShield sitzt in Sydney und betreibt einen weiteren Standort im US-Bundesstaat Virginia. Das Unternehmen kombiniert Radarsensorik, künstliche Intelligenz und elektronische Kriegsführung zu einem System, das unerwünschte Drohnen erkennt und ausschaltet. Noch vor wenigen Jahren war das eine Randnotiz. Heute ist es ein Wachstumsmarkt mit militärischer Dringlichkeit. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 haben das eindrucksvoll bestätigt. Der Umsatz stieg um 276 Prozent auf 216,5 Millionen Australische Dollar. Noch wichtiger: Unter dem Strich stand erstmals ein Gewinn von 3,5 Millionen Australische Dollar. Die Bruttomarge lag bei knapp 65 Prozent, das bereinigte EBITDA bei 36,5 Millionen Australische Dollar. Das Unternehmen ist profitabel, schuldenfrei und sitzt auf einer Barreserve von 210 Millionen Australische Dollar. Eine solide Basis für das, was jetzt kommen soll. Die Auftragspipeline ist das eigentlich Beeindruckende. Sie ist innerhalb weniger Wochen von 2,1 auf 2,3 Milliarden Australische Dollar gewachsen. Europa führt mit 1,2 Milliarden Australische Dollar, allein 78 Projekte sind dort in Verhandlung. Ein einzelner europäischer Auftrag über 49,6 Millionen Australische Dollar gehört zu den größten in der Unternehmensgeschichte. Dazu kommen 86,5 Millionen Australische Dollar aus 15 Verträgen eines europäischen Händlers. Für 2026 sind bereits 104 Millionen Australische Dollar an festen Orders gesichert. Das ist kein Zufall, das ist System. Um die steigende Nachfrage zu bedienen investiert DroneShield. In Sydney wurden die Produktionsfläche als auch die Forschungsfläche ausgebaut. Die Belegschaft, die vorher bei 250 Mitarbeiter lag, wurde um weitere 200 erhöht. Mit Michael Powell wurde ein erfahrener Betriebsleiter geholt, der die globale Expansion steuern soll.

Charttechnik
Die Aktie läuft seit November, nach dem heftigen Absturz auf unter 1 Euro, wieder in einer breiten Spanne aufwärts. Zuletzt bis auf über 2,50 Euro, bevor die Aktie wieder etwas den Anstieg auskonsolidierte. Aktuell liegt sie um die 2,15 Euro. Auf der Oberseite wartet ein hartnäckiger Widerstand bei eben diesen rund 2,50 Euro. Auf der Unterseite bildet die Zone um 2 Euro eine Unterstützung. Jede Erholung wurde bisher verkauft, jeder Rücksetzer wieder aufgefangen. Ein klarer Trend ist charttechnisch daher noch nicht entschieden, trotz dem geopolitisch positiven Umfeld. Charttechnisch liegt der Kurs stabil über dem 200-Tage-Durchschnitt. Das spricht für eine noch intakte Trendstruktur. Analysten von Bell Potter sehen den fairen Wert bei knapp über 5 Australische Dollar (ca. 3 Euro) und damit ein Aufwärtspotenzial von mehr als 30 Prozent. Allerdings gibt es ein Risikoszenario, das Anleger nicht ignorieren sollten. Nahe der Marke von 1,50 Euro wartet noch ein offenes Kursgap. Sollte die Aktie nochmals unter Druck geraten und die Unterstützung bei 2 Euro nicht halten, könnte es bis dorthin gehen. Das wäre ein Rückgang von rund 30 Prozent. Gleichzeitig könnte genau dieser Bereich eine seltene Kaufchance eröffnen: Wer dort einsteigt, hätte von 1,50 Euro bis zur Zielzone bei 3 Euro einen möglichen Kursgewinn von rund 100 Prozent vor sich. Das wäre ein mögliches Szenario auf das Anleger setzen könnten.
Was tun?
DroneShield ist auch bei diesem Umfeld kein Selbstläufer, aber die Kombination aus profitablen Unternehmenszahlen, einer vollen Auftragspipeline und einer klar eskalierenden globalen Bedrohungslage macht die Aktie fundamental zu einem der spannendsten Titel im Verteidigungssektor. Gleichzeitig ist die Aktie volatil und der nächste Test der unteren Unterstützungszone nicht ausgeschlossen. Wer bereits investiert ist, sollte den Bereich um 2 Euro als wichtige Orientierungsmarke im Blick behalten. Ein Unterschreiten könnte auf das erwähnte Gap bei 1,50 Euro hindeuten. Für Neueinsteiger: Die Fundamentaldaten stimmen, die Umsatzprognose für 2026 liegt bei über 310 Millionen Australische Dollar, und der Sektor Drohnenabwehr wird in den kommenden Jahren aus jetziger Sicht wahrscheinlich weiter an Bedeutung gewinnen. Längerfristig ist daher ein Kurs von 3 Euro durchaus möglich. Oftmals liegt aber der Gewinn, bzw. der Großteil des Gewinns schon im günstigen Einkauf. Daher könnte ein Limit knapp über 1,50 Euro durchaus Sinn machen. Das wäre dann eine Verdopplungschance.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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