DJ MÄRKTE EUROPA/Berg- und Talfahrt geht weiter - DAX startet im Plus
DOW JONES--Für die europäischen Aktienmarkt legen am Freitag im frühen Handel zu. Nach dem massiven Ausverkauf am Vortag hält damit die extrem volatile Phase an. Dies dürfte sich auch weiter so fortsetzen, ein Ende ist bisher nicht in Sicht. Der DAX zieht um 0,8 Prozent auf 24.012 Punkte an, der Euro-Stoxx-50 handelt 0,7 Prozent im Plus. Der Euro wird bei gut 1,16 Dollar umgesetzt und tendiert nach der runden Marke seitwärts. Der Ölpreis, der aktuelle Gradmesser der Spannungslage im Irankonflikt, wird pro Barrel Brent momentan mit knapp 86 Dollar weiter auf hohem Niveau gehandelt und mahnt bereits wieder zur Vorsicht.
Während die Auswirkungen geopolitischer Risiken für den Aktienmarkt normalerweise nur von kurzer Dauer sind, verlaufen sie diesmal äußerst volatil. "Wir glauben daher, dass Abwarten derzeit der beste Ansatz ist", so die Citi. "Letztendlich bedarf es eines Höchststandes beim Ölpreis für eine Entwarnung." Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert derweil weiter. Israel startete eine weitere Welle großangelegter Angriffe auf Teheran und traf zudem Kommandozentralen der Hisbollah in Beirut, während der Iran weitere Raketen in Richtung Israel abfeuerte und sein nördliches Nachbarland Aserbaidschan angriff.
Am Nachmittag steht der US-Arbeitsmarktbericht auf der Agenda. Die sogenannten Payrolls haben in der Regel eine Impulswirkung für die Aktienmärkte. Eine höher als erwartet ausfallende Zahl an neu geschaffenen Stellen könnte "die Sorgen um das US-Wachstum lindern, selbst wenn Abwärtsrisiken durch einen anhaltenden globalen Energiepreisschock bestehen bleiben", erklärt Goldman Sachs.
Mit Blick auf die erwartet steigende Inflation in Folge der hohen Energiekosten argumentieren Volkswirte an der Wall Street, darunter Morgan Stanley-Ökonom Diego Anzoategui, dass die Fed den einmaligen Ölpreis-Schock ignorieren könnte. Aber "es versteht sich von selbst, dass ein weiterer signifikanter Anstieg des Ölpreises auf über 85 Dollar je Barrel die Diskussion schnell verändern würde", ergänzt Ian Lyngen, Leiter der US-Zinsstrategie bei BMO Capital Markets.
Lufthansa nach gutem Jahr auf Wachstumskurs
Lufthansa (+3%) hat im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz ihrer Konzerngeschichte erzielt und ihr operatives Ergebnis zweistellig gesteigert. Der Cashflow fiel deutlich besser aus als prognostiziert. Dies ist unter anderem auf ein höheres Angebot zurückzuführen. Zudem ist die Kernmarke Lufthansa wieder profitabel, und der Konzern verbuchte weniger Kosten für Flugausfälle und Verspätungen. Das Frachtgeschäft profitierte von einer stabilen Marktnachfrage und einem starken Geschäft in Asien. Die Prognose der Deutschen Lufthansa für 2026 falle vorerst robust aus, doch der Nahost-Konflikt habe die Unsicherheit für den Ausblick des Konzerns erhöht, meinen die Analysten von JP Morgan. Das Unternehmen habe für 2026 eine deutliche Ergebnissteigerung in Aussicht gestellt, was bei Lufthansa einer Steigerung des EBIT um mehr als 10 Prozent entspreche, so die Analysten.
Die Aktie von Lanxess stürzt im frühen Handel um 10 Prozent ab. Hier belastet, dass die Anteile an ihrem mit dem Finanzinvestor Advent betriebenen Gemeinschaftsunternehmen Envalior nicht wie geplant dieses Jahr verkauft werden. Der Rahmen der Put-Option ermöglicht nach Aussage der Jefferies-Analysten zwar weiterhin ein Verkaufsfenster in den Jahren 2027/28, doch Investoren sähen sich nun mit einem weiteren Jahr konfrontiert, das von einer hohen Verschuldung, einem begrenzten freien Cashflow und einer Refinanzierung einer Anleihe im Oktober 2026 mit höherem Zinssatz geprägt sei.
Die Titel von Roche notieren 2,8 Prozent im Minus. Als belastend stufen die Analysten von JP Morgan ein, dass ein experimentelles Adipositas-Medikament, das gemeinsam von Roche und Zealand Pharma entwickelt wird, in einer klinischen Studie der mittleren Phase die Erwartungen an die Wirksamkeit etwas verfehlt habe.
Rüstungsfirma Vincorion plant Börsengang im ersten Halbjahr
Die Rüstungsfirma Vincorion plant den Gang an die Börse. Wie das Unternehmen mit Sitz in Wedel bei Hamburg mitteilte, ist der IPO im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse für das erste Halbjahr 2026 geplant. Das Angebot wird voraussichtlich ausschließlich aus Aktien aus dem Bestand des Hauptaktionärs Star Capital bestehen. Vincorion hat sich bereits Ankerinvestoren gesichert. Fidelity International, Invesco Asset Management und T. Rowe Price Associates haben sich gemeinsam verpflichtet, Aktien im Rahmen des Börsengangs zu erwerben. Sie wollen insgesamt etwa 105 Millionen Euro investieren. Star Capital will auch nach dem Börsengang ein "bedeutender" Aktionär bleiben.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.824,48 +0,7 41,59 5.782,89 16,8 Stoxx-50 5.062,91 +0,5 25,31 5.037,60 11,9 DAX 24.011,60 +0,8 195,85 23.815,75 19,9 MDAX 30.046,80 +1,2 357,84 27.039,42 15,3 TecDAX 3.671,92 +0,2 8,55 3.091,28 4,8 SDAX 17.467,44 +1,0 168,24 13.062,07 22,4 CAC 8.102,03 +0,7 56,23 8.045,80 10,0 SMI 13.247,78 -0,4 -50,52 13.298,30 11,4 ATX 5.470,84 +0,6 33,52 5.437,32 38,3 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:12 EUR/USD 1,1605 -0,0 -0,0002 1,1607 1,1578 EUR/JPY 182,91 +0,0 0,0400 182,87 182,5300 EUR/CHF 0,905 -0,1 -0,0013 0,9063 0,9057 EUR/GBP 0,868 -0,1 -0,0009 0,8689 0,8691 USD/JPY 157,59 +0,0 0,0200 157,57 157,6400 GBP/USD 1,3369 +0,1 0,0014 1,3355 1,3317 USD/CNY 6,8978 +0,1 0,0066 6,8912 6,8912 USD/CNH 6,9013 -0,2 -0,0155 6,9168 6,9126 AUS/USD 0,7039 +0,5 0,0033 0,7006 0,7002 Bitcoin/USD 70.846,99 -0,4 -295,22 71.142,21 71.158,74 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 81,39 +0,5 0,38 81,01 Brent/ICE 85,59 +0,2 0,18 85,41 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.110,17 +0,7 33,58 5.076,59 Silber 84,42 +2,7 2,25 82,17 Platin 2.170,05 +2,3 48,30 2.121,75 ===
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March 06, 2026 03:54 ET (08:54 GMT)
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